Argentinische Geschichte: Unitarier, Föderalisten & Rivadavias Reformen
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Politische Strömungen im frühen Argentinien
Caudillo: Definition und Rolle
Ein Caudillo war ein Begriff für Großgrundbesitzer, die ländliche Milizen führten.
Unitarisches Projekt: Zentralismus und Freihandel
Die Unitarier vertraten eine politische Konzeption des Zentralismus. Sie erkannten die Notwendigkeit einer Regierung mit „starker Zentralgewalt“, um den wirtschaftlichen Anschluss zu halten. Sie befürworteten den freien Handel und die Hegemonie von Buenos Aires, da der Hafen von Buenos Aires einzigartig war und alle Zolleinnahmen durch diese Provinz gingen.
Föderales Projekt: Autonomie der Provinzen
Das föderale Projekt basierte auf dem freiwilligen Zusammenschluss von Provinzen, die ihre eigenen Behörden wählen und ihre Verfassung und Gesetze selbst gestalten sollten.
Föderale Wirtschaftspolitik: Zollschutz
Die föderale Politik forderte Zollschutz für lokale Hersteller.
Föderalisten der Küstenregion: Freie Schifffahrt
Die Föderalisten der Küstenregion forderten die freie Schifffahrt auf den Flüssen Paraná und Uruguay, um nicht von Buenos Aires abhängig zu sein.
Buenos Aires (Unitarier): Ablehnung weiterer Häfen
Die Unitarier in Buenos Aires weigerten sich, andere Häfen zu öffnen.
Der Gründungskongress von 1824
Im Jahr 1824, nach dem Ende der Amtszeit von Martín Rodríguez, trat Gregorio de las Heras sein Amt als Gouverneur an. Er ergriff Initiativen zur Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, an der Vertreter aller Provinzen teilnehmen sollten. Ihr Zweck war die Organisation des Landes, doch die Einberufung erfolgte aus zwei dringenden Gründen:
- Krieg mit Brasilien um die Banda Oriental.
- Abschluss eines Vertrags und eines Darlehens mit Großbritannien durch die Regierung von Buenos Aires.
Die „Partei der Ordnung“ und Rivadavias Reformen
Eine Gruppe politischer Führer und mächtiger Persönlichkeiten schloss sich 1820 zur „Partei der Ordnung“ zusammen. Ihr Ziel war es, durch eine Reihe politischer Reformen die Krise zu beenden und Frieden in der Provinz zu schaffen. Dies war die treibende Kraft hinter den Reformen Rivadavias.
Rivadavia's Reformen: Ziele und Maßnahmen
Politisch-administrative Reformen zielten darauf ab, die Überschneidung von Zuständigkeiten und Funktionen aus der Kolonialzeit zu überwinden und die Macht in den Händen der Regierung zu zentralisieren. Dazu gehörten:
- Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts.
- Schaffung eines Rates aus Vertretern der Legislative.
- Reform der Streitkräfte (Reduzierung der Militärausgaben).
- Kirchenreform (Beilegung von Autoritätsstreitigkeiten zwischen zivilen und religiösen Institutionen).
- Kulturelle Reformen (z.B. Gründung der Literarischen Gesellschaft).
- Wirtschaftliche Innovationen (Förderung des Agrarexports).
- Gründung der Diskontbank (Kreditvergabe).
- Erweiterung der Grenzen (Erschließung neuen Landes).