Argentinische Militärdiktatur 1976: Staatsterrorismus und Neoliberalismus
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Die argentinische Diktatur von 1976: Ursprung und Terror
Die Diktatur von 1976 begann mit dem Sturz von Isabel Martínez de Perón, ausgelöst durch wachsende Unzufriedenheit in der Gesellschaft und den Ruf nach mehr "Ordnung".
Staatsterrorismus und die Doktrin der Nationalen Sicherheit
Während dieser Zeit entstand im Rahmen der "Doktrin der Nationalen Sicherheit" das, was als "Staatsterrorismus" bekannt wurde. Dies geschah, als eine Regierung ihre Streitkräfte nutzte, um die Gesellschaft zu unterdrücken, nicht nur durch Folter und Tötung, sondern auch durch die Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Der Staatsterrorismus zersetzte die Judikative und begann, Menschen zu verfolgen, selbst wenn keine klaren Anklagen vorlagen oder die Möglichkeit zur Verteidigung bestand.
Systematische Unterdrückung und Kontrolle
Der Staatsterrorismus war systematisch organisiert. Das Land wurde in drei Regionen (Nord, Mitte und Süden) unterteilt, die wiederum in Teilbereiche gegliedert waren. In jedem Gebiet gab es einen Offizier, der für die dort stattfindenden Handlungen verantwortlich war und ohne jegliche Kontrolle agierte. In seinem Hoheitsgebiet erfolgten Entführungen, Folterungen und Tötungen von Menschen, nur weil sie anders dachten.
Wirtschaftspolitik: Der Weg zum Neoliberalismus
Die Wirtschaftspolitik während des Putsches neigte stark zum Neoliberalismus. Es wurde argumentiert, dass der Staat aufhören müsse, Unternehmer zu sein. Um auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig zu sein, sollten die Grenzen für ausländische Direktinvestitionen uneingeschränkt geöffnet werden. Dies führte zu einer Schwächung der lokalen Industrie und einer Abwertung der Währung, was als "schmieriger" Weg zur Integration in den Weltmarkt gerechtfertigt wurde.
Die Schuldenfalle des IWF
Die in dieser Zeit angehäuften Schulden in Millionenhöhe wirkten wie eine Zeitbombe für Argentinien. Diese Schulden banden das Land an den IWF, der wirtschaftliche Maßnahmen verlangte, die das neoliberale Modell nicht gefährden durften.
Das Ende der Diktatur: Der Falklandkrieg
Diese Periode endete mit dem Falklandkrieg (Malwinen-Krieg). Anfang der 80er Jahre war die Militärregierung instabil und glaubte, dass ein Sieg im Krieg um die Falklandinseln ihre Macht für die kommenden Jahre sichern könnte. Die Regierung ging davon aus, dass die britische Armee nicht bereit wäre, so weit entfernt von ihrem Heimatland zu kämpfen, und dass die US-Regierung (ein Freund der argentinischen Regierung) im Konflikt neutral bleiben würde. Nichts davon trat ein: Viele junge Argentinier verloren ihr Leben, und die Militärregierung musste schließlich Wahlen abhalten.