Aristoteles: Materie, Form, Veränderung und Erkenntnis
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,48 KB
Materie und Form bei Aristoteles
Die Materie (Stoff) ist das, woraus etwas gemacht wird, d.h., das, was eine bestimmte Struktur annimmt. Form = Struktur/Gestalt.
Beispiel Apfel: Die Materie besteht aus Wasser, Zucker, Vitaminen und Farbstoffen. Die Form ist das, was uns den Inhalt verstehen lässt. Die Form kann sich jedoch verändern (z.B. kann der Apfel rot werden, Wasser verlieren oder sauer werden).
Wir betrachten dasselbe Material, aber in unterschiedlicher Form, wie es beim Apfel der Fall ist. Die Figur (äußere Erscheinung) ist, wie es scheint (z.B. Ton kann ein Aschenbecher oder eine Vase sein).
Die Seele als Form des Körpers
Für Aristoteles ist die Seele die Form des Körpers, die Disposition usw. Sie hat mit der Gestalt zu tun, die den Menschen unterscheidet. Die Gestalt ist das, was einen Menschen von anderen unterscheidet, ähnlich wie eine tönerne Figur in menschlicher Gestalt.
Was die Struktur und das Wesen bestimmt, ist die Form (Art und Weise), die nicht mit der Figur (äußere Erscheinung) verwechselt werden darf. Materie und Form existieren nicht getrennt.
2. Das Problem der Veränderung: Akt und Potenz
Es ist unbestritten, dass Veränderung existiert. Aristoteles unterscheidet zwei Arten des Seins:
- Sein im Akt (Aktualität): Was eine Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt ist.
- Sein in Potenz (Potenzialität): Die Fähigkeit der Sache, etwas zu werden, was sie noch nicht ist.
(Beispiel: Ein Samen ist im Akt ein Samen und in Potenz eine Pflanze.)
Diese Unterscheidung legt die Verbindung zwischen Materie-Form und Potenz-Akt fest.
2.1. Arten der Veränderung: Substanz und Akzidenz
Aristoteles unterscheidet zwischen substanziellen und akzidentellen Veränderungen:
- Wesentliche Veränderung (Substanzwandel): Die Materie bleibt, aber die substantielle Form ändert sich (z.B. Holz wird zu Asche).
- Akzidentelle Veränderung (Zufällige Änderung): Tritt in einigen der Akzidenzien (Zufälligkeiten) auf und beeinflusst die Substanz nicht wesentlich (z.B. die Farbe eines Blattes).
2.2. Die Kausalität des Wandels: Die vier Ursachen
Eine Ursache ist für Aristoteles ein notwendiger Faktor für eine Änderung. Es gibt vier Ursachen (Prinzipien), die jede Veränderung erklären:
- Causa Materialis (Stoffursache): Das, woraus etwas gemacht wird.
- Causa Formalis (Formursache): Die Struktur, die das Ding organisiert und definiert.
- Causa Efficiens (Wirkursache): Der aktive Verursacher der Veränderung oder Bewegung.
- Causa Finalis (Zweckursache): Der Zweck oder das Ziel, wofür etwas gemacht wurde.
(Die Zweckursache ist oft der entscheidende Faktor, der den Wandel vorantreibt.)
3. Aristotelische Erkenntnistheorie
Der erste Schritt im kognitiven Prozess, der in der Erkenntnis gipfelt, ist die sinnliche Erkenntnis, die uns Wahrnehmung und Erfahrung liefert.
Der Weg zur Essenz
Der Gemeinsinn (Common Sense) verarbeitet die Sinneserfahrung. Ziel ist es, nicht nur bestimmte Substanzen zu erkennen, sondern das allgemeine Wesen (die Struktur der Essenzen) zu erfassen, das allen Dingen zugrunde liegt.