Aristoteles' Polis: Die Stadt als höchste Gemeinschaft

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Aristoteles' Analyse der Polis

1. Eine These:

a) 1. Absatz: Die heutige Stadt ist als Gemeinschaft gebildet worden, um ein höheres Gut (bonum superior) zu erreichen.

b) Die Ideen und die argumentative Struktur des Textes: Der Text ist in jeweils zwei Abschnitte unterteilt. Der eine Absatz verteidigt folgende These: Es gibt einen fundamentalen Unterschied – nicht nur einen zufälligen oder quantitativen – zwischen der Regierung der Polis und den Regierungen anderer Gemeinschaften.


Argumentation und Rechtfertigung der Thesen

Betrachten wir etwas genauer, wie beide Thesen zu rechtfertigen sind: Im ersten Absatz finden sich zwei Aussagen, die als Argumentationsgrundlage dienen:

  • Die Stadt ist eine Gemeinschaft.
  • Alle Gemeinschaften streben nach einem Ziel oder Gut.

Das heißt: Wenn Personen miteinander verknüpft sind, wollen sie etwas erreichen, so auch innerhalb einer Stadt. Hier geht der Text einen Schritt weiter: Die Stadt ist die höchste Gemeinschaft (Top-Community), da sie alle anderen enthält (z. B. sind Familien oder Hausgemeinschaften Teil der Stadt oder Bürgergemeinde). Das Wohl der Stadt ist somit auch das Wohl der anderen Güter.

Der Wesensunterschied der Gemeinschaften

Der Absatz beschreibt genauer die Differenz zwischen der Stadt und anderen Gemeinschaften. Er lehnt die Ansicht ab, dass dieser Unterschied nur quantitativ sei. Die Auffassung, dass jede dieser Realitäten sich nur durch ihre Größe unterscheidet, lehnt Aristoteles ab. Er sagt stattdessen, dass sie sich in ihrem Wesen unterscheiden.

Hätten die Gegner recht, wäre ein Reich im Wesentlichen dasselbe wie ein Haushalt, eine Domäne oder eine Stadt. Doch das ist nicht der Fall. Auch ist der König nicht jemand, der politisch nach persönlicher Lust und Laune regiert, sondern nach etablierten Standards.

Randbemerkung zur politischen Verwaltung

Randbemerkung: Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die hier vertretene Idee von Politik und Verwaltung der Stadt (Polis) – und folglich das, was für König Philipp und Alexander galt – streng schematisch politisch ist.

Synthese des Textinhalts

A) Die Stadt ist eine Gemeinschaft. Jede Gemeinschaft strebt nach einem Gut. Deshalb sucht die Stadt ein Gut.

B) Die Stadt enthält andere Gemeinschaften und ist daher die umfassendere Gemeinschaft. Daher ist das von der Stadt gesuchte Gut das übergeordnete Gut (superior).

C) Es besteht ein Unterschied in der Art (Wesensunterschied), nicht nur in der Menge, zwischen der Stadt und anderen Gemeinschaften. Daher ist sie nicht einfach ein Haushalt, eine Domäne oder ein Reich.

D) Der Unterschied zwischen einem König und einem Staatsmann (Politikos) besteht nicht darin, dass der König ein absoluter Herrscher ist (dessen Wille Gesetz ist) und der Staatsmann nur teilweise herrscht, sondern in der Anwendung einer etablierten Methode.

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