Armut weltweit: Definitionen, Ursachen und Folgen
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Armut: Eine globale Herausforderung
Die UN verwendet zwei verschiedene Definitionen von Armut:
Absolute Armut
Die absolute Armutsgrenze errechnet sich aus Schätzungen der Kosten für Nahrungsmittel, die benötigt werden, um den Energiebedarf einer Person zu decken. Hinzu kommt ein Betrag für andere grundlegende Non-Food-Produkte. Dieser Schwellenwert wird von den Vereinten Nationen für Entwicklungsländer festgelegt. Je nach Land liegt dieser Wert beispielsweise bei 1 oder 2 US-Dollar – der Betrag, der benötigt wird, um in unterentwickelten Ländern Afrikas und Asiens nicht zu hungern.
Relative Armut
Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, verdienen weniger als die Hälfte des jährlichen Durchschnittseinkommens eines Landes. Die relative Armutsgrenze wird von den UN für entwickelte Nationen verwendet. Wenn das durchschnittliche Einkommen eines Landes beispielsweise 70.000 US-Dollar beträgt, leben Menschen mit einem Einkommen von weniger als 30.000 US-Dollar unterhalb der Armutsgrenze.
Armut in reichen Ländern?
Auch in Ländern wie Monaco und Liechtenstein gibt es einen signifikanten Prozentsatz der Bevölkerung, der unterhalb der Armutsgrenze lebt, obwohl diese Menschen oft Wohneigentum, einen Mercedes und ein Ferienhaus besitzen. In Spanien ist das Ausmaß der Armut höher als der europäische Durchschnitt, nur in Portugal und Griechenland ist es noch höher. Armut ist eines der gravierendsten Probleme unserer Zeit. Die Welt lässt sich in zwei Gruppen einteilen: die reichen, entwickelten Länder und die armen, unterentwickelten Länder.
Merkmale unterentwickelter Länder
Gemeinsame Merkmale unterentwickelter Länder sind:
- Niedriges Pro-Kopf-Einkommen: Das Einkommen liegt unter dem globalen Durchschnitt.
- Primärproduktion: Die Produktion konzentriert sich überwiegend auf Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau.
- Ineffiziente Märkte: Kleine Märkte und unvollkommene Marktmechanismen. Finanzmärkte sind kaum vorhanden, daher hängt man von ausländischen Investitionen ab.
- Hohes Bevölkerungswachstum: Hohe Geburtenraten und steigende Lebenserwartung gehen nicht mit ausreichendem Wirtschaftswachstum einher. Die Arbeitsproduktivität ist sehr niedrig, was auf mangelnde Motivation und Qualifikation zurückzuführen ist.
- Politische Instabilität: Korruption, Unsicherheit, Ressourcenmangel. Weniger entwickelte Länder haben oft keine demokratische Tradition. Ehemalige Kolonialmächte unterstützen Oligarchien, interne Konflikte sind häufig.
- Unzureichende Infrastruktur.
- Mangelnde kulturelle und soziale Bildung: Es werden qualifizierte Techniker und Unternehmer mit Eigeninitiative benötigt.
- Hohe Auslandsverschuldung: In den 1960er Jahren erhielten viele Entwicklungsländer Kredite von Banken und ausländischen Regierungen, um ihre Entwicklung zu finanzieren. Die Rückzahlung sollte durch Exporte erfolgen, aber die Rohstoffpreise sanken. Viele Länder verwenden heute alle ihre Ressourcen, um Zinsen für Auslandsschulden zu bezahlen.