Atommodell, Ionisierungsenergie und Periodentrends

Eingeordnet in Chemie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,8 KB

Vergleich: Bohrsches Atommodell vs. Quantentheorie

Die Beschreibung der Bewegung eines Elektrons um den Kern eines Atoms unterscheidet sich grundlegend zwischen dem Bohrschen Atommodell und der Quantentheorie.

Bohrsches Planetenmodell

Im Bohrschen Modell lässt sich die Position und die Geschwindigkeit (sowie der Impuls) eines Elektrons auf seiner Umlaufbahn um den Atomkern jederzeit präzise vorhersagen.

Moderne Quantentheorie

Die moderne Quantentheorie führt das Konzept des Orbitals ein. Das Elektron folgt bei seiner Bewegung um den Kern keinem vorgegebenen Pfad, sondern bewegt sich zufällig. Ein Orbital liefert die Wahrscheinlichkeit, das Elektron in einem bestimmten Abstand vom Kern zu finden. Diese Information wird aus dem Quadrat der Wellenfunktion (Ψ²) der Schrödinger-Gleichung erzielt.

Dieses Modell steht im Einklang mit zwei Säulen der modernen Physik:

  • De-Broglie-Hypothese: Welle-Teilchen-Dualismus der Elektronen.
  • Heisenbergsche Unschärferelation: Ort und Impuls eines Elektrons können nicht gleichzeitig exakt bestimmt werden.

Periodische Eigenschaften der Elemente

Ionisierungsenergie (IE)

Die IE ist die Energie, die aufgewendet werden muss, um einem Atom im gasförmigen Zustand ein Elektron zu entziehen.

  • Innerhalb einer Gruppe: Die IE nimmt ab, da der Atomradius zunimmt und die äußeren Elektronen schwächer vom Kern angezogen werden.
  • Innerhalb einer Periode: Die IE nimmt tendenziell mit steigender Kernladungszahl (Z) zu. Ausnahmen bilden Atome mit voll oder halb voll besetzten Unterschalen, da diese eine höhere Stabilität aufweisen.

Elektronenaffinität (EA)

Die EA ist die Energie, die bei der Aufnahme eines Elektrons durch ein gasförmiges Atom zu einem negativen Ion (Anion) ausgetauscht wird. Mit steigender Kernladungszahl nimmt die Stabilität bei der Aufnahme eines Elektrons zu, da die Anziehungskraft des Kerns auf das zusätzliche Elektron wächst.

Elektronegativität

Sie beschreibt die Tendenz eines Atoms, Bindungselektronen anzuziehen. Mit steigender Kernladungszahl nimmt die Elektronegativität zu, da die Anziehungskraft des Kerns auf die Elektronen stärker wird.

Atomradius

Der Atomradius wird durch die Anzahl der Elektronenschalen und die Kernanziehung bestimmt:

  • Positive Ionen (Kationen): Sind kleiner als das neutrale Atom, da durch den Verlust eines Elektrons die verbleibenden Elektronen stärker vom Kern angezogen werden.
  • Negative Ionen (Anionen): Sind größer als das neutrale Atom, da die zusätzliche elektrostatische Abstoßung zwischen den Elektronen den Radius vergrößert.

Verwandte Einträge: