Aufbau und Funktionsweise von Videokameras
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Videokameras lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: den optischen Block, der die notwendigen Geräte zur Bilderfassung enthält, und den elektronischen Block, der die Systeme zur Umwandlung in ein elektrisches Signal umfasst.
A) Optischer Block
Das optische System einer Videokamera unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Kameras. Die wichtigsten Elemente bei ENG- (Electronic News Gathering) oder EFP-Kameras (Field Electronics Production) sind:
- Blende (Iris): Verfügt über automatische und manuelle Einstellungen. Im manuellen Modus kann über einen Schalter zwischen manueller und automatischer Steuerung gewechselt werden.
- Zoom: Kann automatisch oder manuell bedient werden. Der Automatik-Modus bietet zwei Stellungen (W für Weitwinkel, T für Tele). Der Griff ermöglicht zudem die Wiedergabe der letzten Sekunden sowie die Steuerung des Rückkehr-Videosignals.
- Filter: Es gibt Qualitätsfilter (Farbtemperatur) und Mengenfilter (Neutraldichte). Oft sind beide in einem Rad kombiniert. Bei einem Filterwechsel ist ein neuer Weißabgleich erforderlich.
B) Elektronischer Block
Die Elektronik wandelt das optische Bild in ein elektrisches Signal um, das verarbeitet, übertragen oder aufgezeichnet werden kann.
- Bildwandler: Früher wurden Kathodenstrahlröhren verwendet, heute kommen CCD-Sensoren oder CMOS-Sensoren zum Einsatz.
- Luminanz und Chrominanz: Das Bildsignal wird in Luminanz (Y) und Chrominanz (U, V) aufgeteilt und verarbeitet (Gammakorrektur, Detail-Verbesserer, etc.).
- Timing und Steuerung: Synchronisation aller elektronischen Komponenten über einen Sync- und Timing-Generator.
Benutzeroberfläche und Steuerung
Moderne Kameras bieten dem Operator zahlreiche elektronische Steuerungsmöglichkeiten:
- Automatischer Weißabgleich (AWB): Passt die Kamera an die Farbtemperatur der Lichtquelle an, indem eine weiße Fläche als Referenz genutzt wird.
- Schwarzabgleich (Autoblack): Ähnlich wie der Weißabgleich, jedoch bei geschlossener Blende, um Farbstiche in dunklen Bildbereichen zu eliminieren.
- Gain (Verstärkung): Erhöht die Empfindlichkeit des Signals (in dB). Da dies das Bildrauschen verstärkt, sollte es nur bei Lichtmangel eingesetzt werden.
- Verschlusszeit (Shutter): Steuert die Belichtungszeit, um Bewegungsunschärfe zu reduzieren oder Flackern bei Leuchtstoffröhren zu vermeiden.
Weitere Bildanpassungen
- Contour Corrector (DTL): Verbessert elektronisch die Schärfe und Kantendefinition.
- Dynamic Contrast Control (DCC): Erhöht den Dynamikumfang in kontrastreichen Szenen, um Details in hellen Bereichen zu erhalten.
- Master Black: Beeinflusst den Schwarzwert und damit den Kontrast des Bildes.