Die Aufklärung: Ideen, Politik und die Kunst von Goya
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Die Aufklärung im 18. Jahrhundert
Die Aufklärung im achtzehnten Jahrhundert brachte bedeutende Veränderungen in den Ideen und Institutionen Europas hervor. Diese Veränderungen erzeugten eine kulturelle und politische Bewegung, die als Illustration bekannt wurde. Die beiden wichtigsten Säulen dieser Bewegung sind: die Vernunft als Instrument zur Erfassung der Realität sowie der Fortschritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Steigerung des Glücks unter den Menschen.
Ideologische Konzepte der Aufklärung
Die Aufklärung ist eine historische Phase des 18. Jahrhunderts, die auch als das Zeitalter der Vernunft bekannt ist. Es handelt sich um einen Prozess, der im 16. Jahrhundert mit der Renaissance begann, sich über den Barock-Humanismus und Rationalismus fortsetzte und in der Aufklärung gipfelte. Die Darstellung basiert auf der Theorie der Renaissance und der wissenschaftlichen Methode sowie der Annahme der Herrschaft der Wissenschaft.
Der aufgeklärte Despotismus
Der aufgeklärte Despotismus (el despotismo ilustrado) stellt die Endphase des Absolutismus im 18. Jahrhundert dar. Er versucht, absolutistische Prinzipien mit den Idealen der Aufklärung zu verbinden.
Bedeutende Philosophen
John Locke (1632–1704): Er beschäftigte sich auch mit den Naturwissenschaften und nahm an den englischen Revolutionen teil. Sein politisches Denken strebt nach Frieden, Harmonie und Sicherheit als Grundlage für das Glück der Menschen. Er unterscheidet zwischen zwei Regierungszweigen: der Legislative und der Exekutive.
Montesquieu: Sein wichtigstes Werk ist „Der Geist der Gesetze“. Er vertrat die Ansicht, dass Gesetze und die Rechte der Völker in engem Zusammenhang mit der Geographie stehen. Als Bewunderer der englischen Verfassung erklärte er, dass die Monarchie das beste politische System sei.
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778): Sein herausragendes Werk war „Der gesellschaftliche Vertrag“. Er behauptete, dass der Mensch von Natur aus gut sei und die Gesellschaft ihn durch die Einführung von Ungleichheit verderbe. Er lehnte die Monarchie ab und verteidigte die Republik als die beste Form der Regierung.
Aufgeklärter Absolutismus in Europa
Die vorherrschende Regierungsform war die Monarchie, die sich zur Mitte des Jahrhunderts zum aufgeklärten Absolutismus wandelte. Wichtige Vertreter fanden sich in Preußen, Österreich, Russland, Frankreich und Großbritannien.
Die Herrschaft von Karl III. (Carlos III)
Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Bourbonen-Dynastie installiert und ein neuer Staat geschaffen. Philipp V. wurde durch den Frieden von Utrecht in seinen Rechten auf den spanischen Thron anerkannt. Durch diesen Frieden verlor Spanien jedoch alle seine Besitzungen in Europa, während England beträchtliche Gewinne erzielte. Die Zentralisierung der Staatsgewalt begann durch die Decretos de Nueva Planta, welche die Sonderrechte (Fueros) fast aller Gebiete außer Navarra und dem Baskenland abschafften. Karl III. war vor seiner Ankunft in Spanien König von Neapel und verfügte über große Regierungserfahrung.
Die Regierungszeit von Karl IV. (Carlos IV)
Die Regierungszeit von Karl IV. (1788–1808) zeigt einen deutlichen Niedergang. Er war fast eine Privatfigur neben Godoy, trotz der glänzenden reformistischen Maßnahmen von Jovellanos.
Francisco de Goya: Ein Wegbereiter der Moderne
Goya ist ein Künstler an der Schwelle zweier Jahrhunderte, der sowohl neoklassizistische als auch moderne Züge trägt. Er bildet die Grundlage für die gesamte moderne Malerei und spätere Bewegungen wie Impressionismus, Expressionismus, Realismus und Surrealismus.
Erster Block: Werke unter Karl III. und Karl IV.
In dieser Phase malte er schöne Themen, Feiertage und das Volk von Madrid. Seine Farben sind brillant und nutzen exzellente Lichteffekte. Der große Einfluss von Velázquez zeigt sich in seinen Kartons für Wandteppiche. Er malte auch religiöse Themen wie die Fresken von San Francisco el Grande. Nach seinem Eintritt in die Akademie wurde er Hofmaler und Porträtist.
Zweiter Block: Vom 19. Jahrhundert bis zu seinem Tod
Eine Reihe trauriger Ereignisse wie Taubheit, familiäres Leid und die Kriege in Spanien prägten seine bildliche Darstellung. Diese Entwicklung zeigt sich krass in Gemälden wie „Der zweite Mai“ und „Die Erschießung der Aufständischen am 3. Mai“ sowie in seinen Drucken, die den Schrecken des Krieges einfangen. In seinem Haus, bekannt als „Quinta del Sordo“ (Landhaus des Tauben), schuf er die „Schwarzen Gemälde“ – sehr persönliche Werke, die eine Welt von Hexen, Albträumen und Halluzinationen in Schwarz-Weiß-Tönen widerspiegeln, mit expressionistischem Ergebnis und einer lockeren Malweise.
Historische Grundbegriffe
- Illustration (Aufklärung): Der Höhepunkt des in der Renaissance begonnenen Prozesses, basierend auf Rationalismus, der wissenschaftlichen Methode und dem Glauben an den Fortschritt durch menschliches Handeln.
- Jurisdiktion (Fueros): Spezifische Gesetze, die Könige bestimmten Gebieten in der Zeit der Rückeroberung (Reconquista) gewährten.
- Souveränität: Die Macht liegt beim Volk.
- Zunft (Gremio): Zusammenschluss von Handwerkern eines Spezialgebiets.