Augustinus: Einflüsse von Manichäismus, Platon und Christentum
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Kapitel XXVI der "City of God": Augustinus' Werdegang
Kapitel XXVI der "City of God" behandelt das christliche Wirken. Der heilige Augustinus erarbeitete seine Philosophie aus Lebenserfahrungen in verschiedenen Zeiten seines Lebens und seines Werks.
Einflüsse: Manichäismus, Plotin, Cicero und Stoiker
Ersten Stufe: In einer ersten Stufe war der heilige Augustinus vom Manichäismus geprägt. Mani war ein Philosoph der östlichen Weltanschauung mit einer dualistischen Sicht des Universums, in der das Leben von zwei kosmischen Prinzipien — Gut und Böse — bestimmt wird. Diese Grundsätze beeinflussten auch seine Auffassung vom Menschen.
Später wurde Augustinus, beeinflusst durch Plotin, von der skeptischen Haltung des Manichäismus abgebracht. Er las neu die Werke von Cicero und erwarb Kenntnisse, die auch durch die Stoiker beeinflusst waren; dabei ging es ihm um die Rolle von Ideen sowie um deren Geltungsbereich und Gültigkeitsdauer.
Christentum als Leitprinzip
Schließlich wurde das Christentum für Augustinus zum wichtigsten Leitprinzip, und die christliche Theologie bildete fortan die Grundlage seiner Lehren. Aus den frühen Stadien seiner Schriften sind nur wenige Arbeiten erhalten. Besonders wichtig ist sein Werk Confessiones (Bekenntnisse), das als das bedeutendste Buch gilt, in dem er sein Leben offenbart und bekennt.
Platons Einfluss und Unterschiede
Platons Einfluss auf die Philosophie des heiligen Augustinus zeigt sich zunächst in der Dualität von Körper und Seele. Es gibt jedoch Nuancen: Im Gegensatz zu Platon sieht Augustinus den Körper nicht nur als Gefängnis, das die Seele umschließt, sondern auch als Vermittler zwischen der Seele und der außerhalb liegenden Wirklichkeit.
Was bei Platon die Idee des Guten war, ist für Augustinus Gott: Wie das Gute die Seele erleuchtet, so erleuchtet Gott die Seele. Allerdings kann Augustinus, im Gegensatz zu Platon, die Präexistenz der Seele nicht akzeptieren; stattdessen erklärt er, die Seele sei von Gott erschaffen worden.
Eine weitere von Platon übernommene Idee ist die sokratische Methode der Erkenntnis, also der Dialog. Für Platon führt der dialogische Austausch zu Erkenntnis; Augustinus betont hingegen, dass dieser Dialog innerlich im Selbst (in der Seele) stattfinden muss, damit die Wahrheit erkannt wird.
Seele, Glück und die Vorstellung des Göttlichen
Die Vorstellung, dass die Seele Glückseligkeit erreichen kann, hat aristotelische Wurzeln. Die Idee eines schöpferischen Guten (ähnlich dem Demiurgen) wird bei Augustinus in die Figur Gottes überführt. Er übernimmt dabei auch die Auffassung, dass der Mensch fähig ist, Gutes zu tun, und nicht nur zum Bösen bestimmt ist.