Augustinus: Gott, die Schöpfung und die Seele

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Gott und die göttliche Dreifaltigkeit

Gott steht für Vorsorge, Voraussicht und Kreativität; er ist allgegenwärtig. Wie bereits erwähnt, sind Ewigkeit und Notwendigkeit Ableitungen der Unveränderlichkeit, da sie von Gott kommen. Gott ist unveränderlich, während das Geschaffene als Gegensatz im Wesentlichen eine Mischung aus Sein und Nichtsein darstellt.
Gott ist eine Natur – die göttliche. Drei Personen sind in Art und Dauer gleichwertig (wesensgleich und ko-ewig), unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Rangordnung: der Sohn vom Vater und der Geist vom Vater und dem Sohn. Dies nennt man die göttliche Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Daher entspringt das Glück der Liebe Gottes.

Die Erschaffung der Welt nach Augustinus

Für den heiligen Augustinus ist die Welt nicht ewig seiend, sondern hat einen Anfang. Gott ist der Schöpfer dieser Welt, und sie hängt vom göttlichen Willen ab. Er bestreitet die Möglichkeit der Ewigkeit der Welt. Die Welt ist nicht ko-ewig mit Gott, denn alles Veränderliche hat einen Anfang und ein Ende. Die Welt unterliegt dem Prinzip der Zeitlichkeit. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie in der Zeit geschaffen wurde, sondern mit der Zeit. Da ohne Veränderung oder Mutation keine Zeit möglich ist, existierte die Welt nicht vor der Zeit; Zeit und Welt entstanden gleichzeitig.

Die Anthropologie des Augustinus

Der Mensch ist, wie bereits erwähnt, ein Verbund aus zwei Substanzen: Körper und Seele. Der Mensch ist eine Seele, die sich im Wesentlichen des Körpers bedient. Die Seele ist das Bild der Dreifaltigkeit; sie ist primär Geist, ein rationales Wesen und eine Erinnerung an die Gottheit. Aus ihr fließt das Wissen (Erkenntnis) und aus dem Geist entsteht die Liebe. "Wir sind gewiss, dass wir sind, und wir lieben unser Sein und unser Wissen." Der Mensch wurde nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen. Gott in der Dreifaltigkeit ist ewig und vollkommen: das Sein (Vater), die absolute Wahrheit (Sohn) und die totale Liebe (Heiliger Geist).
Der Mensch ist ein kontingentes Wesen und versucht zu bestehen, während er nach Wahrheit und Weisheit sucht. Auf der Suche nach Liebe muss er lieben und geliebt werden, um Glück zu finden. Dies entdeckt er in den drei Fakultäten der Seele:

  • Gedächtnis (memoria): durch das wir uns erinnern.
  • Wissen (intelligentia): durch das wir verstehen.
  • Wille (voluntas): durch den wir lieben.

Die Seele des Menschen besteht aus drei verschiedenen Kräften, genau wie Gott. Jede dieser Kräfte ist ein Ausdruck der Seele: das Gedächtnis des Seins, das Wissen und die Liebe zu ihm. Daher stimmt die Struktur des Menschen mit der Gottes überein, was es uns ermöglicht, ihn in uns selbst zu finden. Diese Begegnung vollzieht sich in folgender Form:

  • Abkehr: Ablehnung der Außenwelt.
  • Einkehr: Suche im eigenen Inneren.
  • Transzendenz: Aufstieg zum Höheren, zu Gott.

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