Augustus von Prima Porta: Analyse und Bedeutung
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Historischer Hintergrund und Gründung Roms
Im Jahr 753 v. Chr. wurde das sogenannte Rom gegründet, welches schließlich die Hauptstadt eines mächtigen Weltreiches (Empire & Mighty) wurde. Seine Ursprünge sind lückenhaft; die Gründung ist eine Mischung aus Geschichte und Legende. Die Erschaffung wird den Brüdern Romulus und Remus zugeschrieben. Das kaiserliche Rom (31 v. Chr. bis 476 n. Chr.) erlebte eine Phase, in der die Unfähigkeit, ein so großes Reich zu regieren, dazu führte, dass ein neues politisches System mit einem Kaiser an der Spitze etabliert wurde. Ab diesem Zeitpunkt begannen barbarische Stämme aus Nordeuropa mit der Rückeroberung des Reiches, bis im Jahr 476 der letzte römische Kaiser von den Ostgoten besiegt wurde. Chronologisch spricht man von Rom seit dem Jahr 509 v. Chr., als die Etrusker vertrieben wurden, bis 476 n. Chr.
Materialbeschaffenheit und künstlerischer Ausdruck
Die Statue des Augustus von Prima Porta war ursprünglich aus Bronze gefertigt, die heute erhaltene Fassung besteht jedoch aus Marmor. Die Darstellung vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Stille; sie distanziert sich von Starrheit und strahlt stattdessen Autorität und Unnahbarkeit aus. Der Ausdruck der Skulptur zeigt Respekt und Gelassenheit. Der Blick ist in die Ferne gerichtet, während die detaillierte Ausarbeitung der Rüstung die Aufmerksamkeit auf den menschlichen Körper lenkt.
Formale Analyse: Aufbau und Proportionen
Die Beschreibung dieser Skulptur basiert auf der Darstellung des Kaisers, der barfuß auf einem Podest steht. Er trägt einen Panzer über seiner muskulösen Brust und einen Umhang, der die Taille umgibt und über den linken Arm fällt, wodurch eine leichte Diagonale entsteht. Der erhobene Arm ist ein Zeichen der Autorität. Zu seinen Füßen befindet sich die Gestalt eines Amors (Cupido) auf einem Delphin. Sowohl in der Komposition als auch in den Proportionen folgt die Statue dem klassischen Modell: Der Oberkörper ist leicht gedreht, und das Gewicht ruht auf einem Standbein, während das andere Spielbein gebeugt ist (Kontrapost). Sein Gesicht spiegelt kein rein abstraktes Schönheitsideal wider, sondern zeigt individuelle Züge. Es gelingt der Skulptur, ein perfektes psychologisches Porträt zu zeichnen, in dem sich Autorität und Menschlichkeit vermischen. Realismus zeigt sich auch in den Falten der Kleidung und den detaillierten Reliefs des Panzers. Obwohl die Statue heute marmorweiß ist, war das Original ursprünglich polychrom (farbig) in Tönen wie Rot oder Blau gestaltet.
Inhaltliche Bedeutung und politische Propaganda
Das Thema ist die Darstellung des Kaisers Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) in militärischer Kleidung, wie er zu seinen Legionen spricht. Skulpturen dieser Art dienten der Verherrlichung des Kaisers und hatten eine politisch-propagandistische Funktion. Der Panzer ist mit zahlreichen Reliefs geschmückt, die historische und militärische Ereignisse darstellen:
- Die Darstellung der beiden neu eroberten Provinzen Hispania und Gallia (Gallien).
- Eine Abbildung seines Stiefsohns Tiberius.
- Am unteren Teil des Panzers finden sich Diana und Apollo, die Schutzgottheiten des Kaiserhauses.
Die Figur des Amors auf dem Delphin an seinem rechten Bein verweist auf die göttliche Herkunft der caesarenischen Familie von der Göttin Venus (Aphrodite), was dem damaligen Glauben entsprach.