Die Ausdruckskraft von Geste, Körper und Atmung

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Geste: Bedeutung und Ausdruck

Die wichtigste Eigenschaft einer expressiven Geste ist ihre emotionale Ladung und Bedeutung, die jedoch nicht direkt in Worte übersetzbar ist. Die Bedeutung einer Geste liegt in der Übertragung von Empfindungen und Stimmungen sowie in der Identifikation zwischen Aktion und Ausdruck. Wenn eine Bewegung eine emotionale Bedeutung erhält, wird sie zur Geste. Die Sprache der Bewegung ist mit der mündlichen Sprache vergleichbar und setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen.

Die Elemente der Geste

  • Intensität: Hängt von der muskulären Anspannung ab und reicht von weich bis hart, mit vielen Schattierungen dazwischen. Sie wird zudem durch die Dynamik des Impulses oder die Kontinuität des Pulses bestimmt.
  • Räumliche Gestaltung: Bezieht sich auf die Richtung, Form sowie den Umfang oder die Enge der Bewegung.
  • Dauer: Das zeitliche Element der Bewegung.
  • Absicht oder Inhalt: Die emotionale Spannung, die aus dem Zusammenspiel der genannten Elemente entsteht und die Subjektivität des Ausführenden widerspiegelt.

Ein Bewegungssatz ist somit eine Folge von Gesten, die eine innere Kohärenz anstreben, um eine Aussage zu treffen.

Der Körper als Mittel des Ausdrucks

Der lebendige Körper ist stets von der Psyche bewohnt. Jede Bewegung, jede Geste und jede Haltung – bis hin zur kleinsten Muskelspannung – ist eine Antwort auf eine geistige Haltung. Der Körper ist das authentischste und tiefste Mittel der Kommunikation. Die Wünsche eines Menschen werden unbewusst durch sein Handeln ausgedrückt:

  1. Emotionale Wünsche: Emotionale Spannungen und Konflikte werden durch das Verhalten ausgedrückt.
  2. Rationale Wünsche: Aspekte wie Struktur, Organisation und Aufbau spiegeln geistige Motivationen wider.

Dabei gibt es zwei Arten von Zielen: psychologische (Persönlichkeitsentwicklung) und rationale (kognitive Entwicklung und Wissenserwerb).

Atmung und Bewegung

Die Atmung ist eine spontane, natürliche Funktion, die meist ohne aktiven Willen geschieht, aber auch bewusst kontrolliert werden kann. Die Anpassung der Atmung an die Bewegung sollte rhythmisch erfolgen, um Diskrepanzen zu vermeiden.

Verbindungen zwischen Bewegung und Atmung

Es gibt drei Möglichkeiten der Interaktion:

  • a) Anpassung: Der Atemfluss passt sich dem Prozess der Bewegung an, ohne diesen zu behindern.
  • b) Entspannung: Gezielte Nutzung des Atems zur Entspannung.
  • c) Lautbildung: Nutzung des Atems zur Unterstützung der Geräuschemission während der Bewegung (aktive Phase bei Ausatmung, passive Inspiration).

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