Die Auswirkungen des Kolonialismus: Wirtschaft, Soziales und Politik
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Die Folgen des Kolonialismus
Für die Kolonien:
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die wirtschaftliche Ausbeutung erfolgte durch industrielle und nicht-traditionelle Methoden. Der Export von Rohstoffen wie Tee und Zuckerrohr aus Indien war üblich. Die Kolonien wurden zu Lieferanten von Rohstoffen für die Industrien der Metropolen, während gleichzeitig ihre eigene Infrastruktur zerstört wurde.
Soziale Auswirkungen
Die sozialen Auswirkungen waren möglicherweise die schwerwiegendsten. Viele Menschen starben nicht nur durch Kriege, sondern auch durch Krankheiten, gegen die die Metropolen immun waren, während die Kolonien nicht immun waren. Die Einführung der modernen westlichen Medizin im 19. Jahrhundert half zwar bei der Bekämpfung von Krankheiten, zerstörte aber auch die bestehenden sozialen Strukturen in den Kolonien, da die Kolonisatoren versuchten, ihr Gesellschaftsmodell aufzuzwingen. Die Bourgeoisie aus den Metropolen besetzte die oberen Ebenen der Gesellschaft.
Demografische Auswirkungen
Zwischen 1850 und 1900 stieg die europäische Bevölkerung erheblich. Dies führte dazu, dass viele Menschen in den Kolonien ein besseres Leben suchten. Medizinische Fortschritte ermöglichten die Bekämpfung von Krankheiten wie Cholera, Typhus und Malaria. Diese Migration hatte zwei Konsequenzen:
- Verbesserung der Beschäftigungssituation in der Metropole
- Vermeidung möglicher sozialer Probleme
In anderen Fällen wurden indigene Bevölkerungen einfach durch ausländische Siedler ersetzt.
Politische Auswirkungen
In den meisten Kolonien wurde das europäische politische Modell implantiert. Auch nach der Entkolonialisierung im 20. Jahrhundert wurde das politische System der Metropole beibehalten. Die Schaffung künstlicher Grenzen führte zur Trennung oder Vereinigung von Stammes- und ethnischen Gruppen, was zu vielen Rassenkonflikten führte. Die Aufteilung erfolgte oft willkürlich, da viele Gebiete den Kolonialmächten unbekannt waren.
Kulturelle Auswirkungen
Der Imperialismus führte zum Verlust der Identität der indigenen Bevölkerung und zur Einführung der Verhaltensnormen, Bildung und Mentalität der Kolonisatoren. Die Sprache der Herrschenden wurde aufgezwungen, was zu einem hohen Grad der Akkulturation führte. Viele traditionelle Kulturen verschwanden, da ihre Sprachen nicht mehr gesprochen wurden.
Für die Metropolen:
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Imperialismus führte zu enormen Ausgaben für die Kolonien, einer Zunahme der privaten Investitionen und einem kräftigen Anschub für Handel und Investitionen in Maschinen und Werkzeuge. Das Hauptziel der Metropolen war es, billige und reichlich vorhandene Rohstoffe zu erhalten und ihre Industrieprodukte in den Kolonien zu verkaufen.
Demografische Auswirkungen
Der Imperialismus führte zur Verlagerung der Bevölkerung der Metropolen in die Kolonien. Die Einwanderung in die Metropolen war sehr begrenzt. Die Vermischung der Bevölkerung war in den Metropolen gering.
Politische Auswirkungen
Der Imperialismus wurde sowohl von konservativen als auch von progressiven Kräften unterstützt. Er führte zu kolonialen Konflikten zwischen den Mächten, wie z.B. die Faschoda-Krise (1848), die Ultimatum-Krise (1890) und die Konflikte um Kuba, Puerto Rico und die Philippinen. Diese Konflikte trugen zu einem Gefühl der kollektiven Depression bei.