Die Avantgarde: Bewegungen und Merkmale im 20. Jahrhundert
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Die Avantgarde
Das Wort „Avantgarde“ bezieht sich auf eine Reihe von künstlerischen und literarischen Bewegungen, die im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa und Amerika entstanden sind.
Der gemeinsame Nenner der Avantgarde ist ein Bruch nicht nur mit dem Stand der Kunst und Literatur, sondern mit der gesamten westlichen ästhetischen Tradition.
Historischer Kontext
Die Avantgarde entstand in einem Klima der Unzufriedenheit mit der Gegenwart auf allen Ebenen (politisch, sozial, wirtschaftlich, künstlerisch...), die nach den Gräueltaten des Ersten Weltkriegs akut wurde.
Gemeinsame Merkmale der Avantgarde
Obwohl die verschiedenen Avantgarde-Bewegungen spezifische Merkmale aufweisen, teilen sie einige grundlegende Eigenschaften:
Antirealismus
Als Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit der Realität brachen die Autoren mit der Vorstellung von Literatur und Kunst als Nachahmung der äußeren Welt.
Primitivismus
Die Unzufriedenheit mit der historischen Entwicklung des Westens erzeugte einen Mythos des primitiven Menschen, der frei von Kultur und Zivilisation war. Künstler ließen sich von der Folk-Tradition oder der Kunst primitiver Kulturen inspirieren.
Irrationalismus
Die Avantgarden teilten die Ablehnung der Vernunft und Wissenschaft als Säulen des Fortschritts. Sie befürworteten eine irrationale Kunst, die auf Zufall und dem Unbewussten basierte.
Drang nach Originalität
Die Autoren versuchten, eine hochmoderne neue Kunst für eine neue Zeit zu schaffen.
Avantgarde in Europa
Die wichtigsten Avantgarde-Bewegungen in der europäischen Literatur waren der Futurismus, der Dadaismus und der Surrealismus.
Futurismus
Ein zentrales Merkmal des Futurismus ist die Verherrlichung/Erhöhung [der Geschwindigkeit, der Technik, der Moderne].
Avantgarde in Spanien
Der Initiator der Avantgarde in Spanien war Ramón Gómez de la Serna, der Schöpfer der Greguerías.
Die Greguerías
Die *Greguerías* sind kurze, einfallsreiche Aussagen. Ihre Eigenschaften sind:
- Verwendung von ungewöhnlichen Metaphern und Stilmitteln wie Personifikationen oder Wortspielen.
- Sinn für Humor.
Der Ultraismus
Der Ultraismus ist eine besondere Stilrichtung der Poesie in kastilischer Sprache.
Die ultraistischen Gedichte vermeiden den direkten Ausdruck von Gefühlen und haben in der Regel einen freundlichen Ton, ähnlich den *Greguerías* von Ramón Gómez de la Serna. Zu den Merkmalen gehören:
- Einfluss des Futurismus.
- Bedeutung der visuellen Anordnung der Worte.
- Verwendung von originellen Metaphern.
- Weglassen von Satzzeichen.
Die wichtigsten Vertreter der ultraistischen Poesie waren Guillermo de Torre, Rafael Cansinos-Assens und Gerardo Diego.