Banken, Geld- & Währungspolitik: Eine Übersicht
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Artikel 12: Banken, Geld- und Währungspolitik
12.1 Konzept, Funktionen, Typen und Eigenschaften des Geldes
- Konzept: Geld ist ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel.
- Funktionen: Geld erfüllt vier Funktionen:
- Tauschmittel: Es wird allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert.
- Recheneinheit: Es dient dazu, den Wert von Gütern und Dienstleistungen zu bemessen.
- Wertaufbewahrungsmittel: Es ermöglicht, Vermögen zu speichern.
- Zahlungsstandard: Es wird verwendet, um den Barwert zukünftiger Zahlungen zu bestimmen.
- Typen:
- Gesetzliches Geld: Wird von einer Zentralbank ausgegeben, z. B. Banknoten und Münzen.
- Giralgeld: Existiert nur virtuell auf Bankkonten und basiert auf verschiedenen Arten von Sicherheiten.
Merkmale des gesetzlichen Geldes:
- Handlich: Geringes Gewicht und Volumen.
- Fälschungssicher: Schwer zu fälschen.
- Langlebig: Widerstandsfähig gegen Abnutzung.
- Teilbar: In kleinere Einheiten unterteilbar.
12.2 Das Finanzsystem
- Definition: Das Finanzsystem ist eine Struktur, die aus einer Reihe von Finanzintermediären besteht und von öffentlichen Stellen reguliert wird. Es kanalisiert Ersparnisse in den privaten Konsum, Investitionen und öffentliche Ausgaben.
Sparen → Finanzintermediäre → Finanzierung
Das Finanzsystem funktioniert wie ein Markt, auf dem Geld gehandelt wird. Es gibt Angebot, Nachfrage, Preise und Vermittler.
- Geldangebot: Personen oder Unternehmen mit überschüssigen liquiden Mitteln, die in Form von Bankeinlagen angelegt werden.
Überschüssige liquide Mittel → Bankeinlagen - Geldnachfrage: Personen oder Unternehmen, die Geld benötigen, aus folgenden Gründen:
- Transaktionen: Kauf von Gütern und Dienstleistungen.
- Vorsorge: Absicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse.
- Spekulation: Nutzung von Investitionsmöglichkeiten.
- Finanzintermediäre: Unternehmen, die zwischen Anbietern und Nachfragern von Geld vermitteln. Sie lassen sich unterteilen in:
- Banken: Bieten Finanzprodukte an, die als Zahlungsmittel akzeptiert werden.
- Zentralbank (z. B. Bank von Spanien)
- Geschäftsbanken (z. B. BBVA, Santander)
- Sparkassen (ehemals Sa Nostra, La Caixa)
- Kreditgenossenschaften
- Nichtbanken:
- Börse
- Versicherungen
- Pensionsfonds
- Leasinggesellschaften
- Staatliches Kreditinstitut (ICO)
- Banken: Bieten Finanzprodukte an, die als Zahlungsmittel akzeptiert werden.
- Preis: Der Preis des Geldes wird als Zinssatz bezeichnet und steht in direktem Zusammenhang mit dem Geldangebot und in umgekehrtem Verhältnis zur Geldnachfrage.
12.3 Banken und der Geldschöpfungsprozess
- Banken: Finanzinstitute, die befugt sind, Einlagen entgegenzunehmen und Kredite zu vergeben. Ein Teil der Einlagen wird als Reserve gehalten.
- Dienstleistungen:
- Verwahrung von Bankeinlagen
- Kreditvergabe
- Überweisungen
- Geldwechsel
- Andere: Börsengeschäfte, Vermietung von Schließfächern
- Geldschöpfungsprozess: Das moderne Finanzsystem basiert darauf, dass Banken nur einen Teil der Einlagen in ihren Kassen halten und den Rest als Kredite vergeben. Der als Reserve gehaltene Betrag wird als Mindestreservesatz oder Mindestreservepflicht bezeichnet und in Prozent der Einlagen ausgedrückt. Dieser Koeffizient wird von der Zentralbank festgelegt, um sicherzustellen, dass die Banken liquide genug sind, um die Abhebungen ihrer Kunden zu bedienen.
Der Geldschöpfungsprozess findet statt, wenn Banken Kredite vergeben, da durch die Kreditvergabe mehr Giralgeld in Umlauf gebracht wird, als physisch existiert. Dieser Prozess wird als bezeichnet. Der Prozess kann sich fortsetzen, wenn Kreditnehmer das Geld bei einer anderen Bank einzahlen, die es wiederum als Kredit vergibt. Durch diese wiederholte Kreditvergabe wird neues Giralgeld geschaffen.
Neues Giralgeld = Neue Einlage / Mindestreservesatz
12.4 Die Zentralbank
- Konzept: Die Europäische Zentralbank ist ein Finanzintermediär, der mit anderen Banken und dem öffentlichen Sektor zusammenarbeitet, jedoch nicht mit Privatpersonen.
- Funktionen:
- Emission von Banknoten und Münzen.
- Bank der Banken:
- Verwahrung von Reserven der Geschäftsbanken.
- Kreditvergabe an Geschäftsbanken.
- Überwachung und Steuerung der Geschäftsbanken.
- Bank des Staates:
- Verantwortlich für die Abwicklung von Zahlungen des Staates.
- Verwaltung der Staatsschulden (Schatzwechsel und Staatsanleihen).
- Verwaltung der Währungsreserven:
- Verwahrung von Gold- und Devisenreserven (Fremdwährungen [nicht €]).
- Kontrolle und Abwicklung von Zahlungen mit anderen Ländern.
- Verantwortlich für die Geldpolitik und die Wahrung der Preisstabilität (Inflation) durch Steuerung der Zinssätze und Wechselkurse.
12.5 Geldpolitik
Die Geldpolitik umfasst alle Entscheidungen der Währungsbehörde (Zentralbank), die darauf abzielen, die Geldbasis (auch Zentralbankgeldmenge) oder die Geldmenge zu verändern.
- Geldbasis (MB): Bargeld in Händen der Öffentlichkeit + Reserven der Geschäftsbanken bei der Zentralbank.
- Geldmenge (M): Bargeld in Händen der Öffentlichkeit + Sichteinlagen.
Zentralbankgeldmenge und Geldmenge hängen miteinander zusammen. Jede Änderung der Geldbasis führt zu einer gleichgerichteten Änderung der Geldmenge.
M = ([1 + e] / [e + r]) * MB
- e: Bargeldkoeffizient (Verhältnis von Bargeld zu Einlagen)
- r: Mindestreservesatz
- Geldpolitische Instrumente:
- Änderung des Mindestreservesatzes: Eine Erhöhung des Mindestreservesatzes (r) verringert die Geldmenge (M).
- Kreditvergabe an Geschäftsbanken: Die Zentralbank kann Kredite an Geschäftsbanken vergeben oder ihnen Kredite entziehen.
- Offenmarktgeschäfte: Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Wenn die Zentralbank Wertpapiere kauft, erhöht sie die Geldmenge; wenn sie Wertpapiere verkauft, verringert sie die Geldmenge.
- Arten der Geldpolitik:
- Expansive Geldpolitik: Ziel ist die Erhöhung der Geldmenge. Die Zentralbank kann dazu folgende Instrumente einsetzen:
- Senkung des Mindestreservesatzes.
- Erhöhung der Kreditvergabe an Geschäftsbanken.
- Kauf von Wertpapieren.
- Restriktive Geldpolitik: Ziel ist die Verringerung der Geldmenge:
- Erhöhung des Mindestreservesatzes.
- Verringerung der Kreditvergabe an Geschäftsbanken.
- Verkauf von Wertpapieren.