Der Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe (1929)
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Deutscher Pavillon von Mies van der Rohe
Zeitplan: 1929 (Mitte des Jahrhunderts).
Historischer Kontext
In dieser Zeit herrschte in Spanien Alfonso XIII.; gleichzeitig war Primo de Rivera an der Macht. Deutschland war zu dieser Zeit die Weimarer Republik. Die Hauptbeschäftigung der wachsenden Bevölkerung lag in der Industrie.
Stil des Werkes und Werdegang des Architekten
Mies van der Rohe ist einer der führenden Vertreter der rationalistischen Architektur. Er war deutscher Abstammung und seine Karriere lässt sich in zwei Teile unterteilen: Die erste Phase umfasst seine Ausbildung in seiner Heimatstadt (Kairo) und die Praxis in Berlin bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als Deutschland zerstört war. Er wurde Teil einer Gruppe von Menschen, die die Mission des Wiederaufbaus des Landes hatten. Danach folgte eine aufstrebende Karriere; er wurde Direktor des Bauhauses, welches aufgelöst wurde, als viele Mitglieder infolge der Machtübernahme Hitlers ins Exil gingen. Vor dem Zweiten Weltkrieg emigrierte er in die Vereinigten Staaten und wurde dort ein sehr bedeutender Architekt.
Einflüsse und Vorbilder
Zu den Einflüssen zählen die Chicago School of Architecture (Sullivan) und in Europa die Wiener Schule. Neben dem Rationalismus wurde er vom Kubismus sowie vom Neoplastizismus und Konstruktivismus beeinflusst. Er gehört zu den drei großen rationalistischen Architekten neben W. Gropius (Gründer des Bauhauses) und Le Corbusier (Schöpfer der Villa Savoye). Die Merkmale des Vokabulars des Rationalismus zeigen sich besonders in der Gestaltung der Fenster.
Art der Arbeit: Rationalismus
Merkmale des Entwurfs
- Strenge Konstruktion: Fehlen von überflüssigen Verzierungen, sauber und rein.
- Symmetrie und Balance: Einsatz neuer Materialien wie Beton und Glas.
- Materialien: Verwendung von Holz, Marmor und Granit.
- Tragstruktur: Die Wände haben keine Schließfunktion der Unterstützung; stattdessen stützen Piloten (Stützen) das Dach.
- Raumkonzept: Sorge für den Innenraum und das Verhältnis zur Umwelt.
- Wasser: Wird wie ein Bauwerk verwendet.
- Offener Grundriss: Es gibt keine klassische Fassade; das konstruktive System besteht aus neuen Materialien, vor allem geraden Linien und elementaren Volumen.
Konstruktionssysteme und Materialien
Nach der zweiten industriellen Revolution integrierte die Architektur neue Materialien. Verwendet wurden Stein (Marmor, Granit), Wände aus Edelstahl und Glas. Die Wandbehandlung besteht aus großen Platten aus Marmor und Granit sowie Glas, das von grünem Edelstahl eingerahmt wird.
Formale Analyse
Der Grundriss weist freie Stützelemente mit acht Stützen (Kugeln) auf. Die unterstützten Elemente bilden ein flaches und horizontales Dach. Der Raum wird durch dominante vertikale Linien und eine fließende Beziehung zwischen Innen und Außen sowie zur ehemaligen Umgebung (Garten) geprägt. Es gibt keine klassische Vorderseite.
Bedeutung und Funktion des Werkes
Der Pavillon nutzt das Vokabular des Rationalismus und hat einen staatlichen sowie zivilgesellschaftlichen Charakter. Es ist ein Symbol der Moderne, verzichtet jedoch auf externe Symbole. Im Interieur befindet sich der berühmte Barcelona-Stuhl. Das Werk wurde von der Regierung der Weimarer Republik in Auftrag gegeben; das Ziel war es, die Ausstellung zu repräsentieren.
Funktion und Zweck
Die Funktion ist institutionell. Ursprünglich war das Ziel, die Flagge Deutschlands zu zeigen; heute dient der Pavillon einem didaktischen Zweck, um den Rationalismus zu veranschaulichen.