Barock: Architektur und Bildhauerei in Europa
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Barocke Architektur: Merkmale und Entwicklung
Die barocke Architektur zeichnet sich durch das Brechen mit dem klassischen Stil aus und ersetzt die ausgewogene und vernünftige Arbeit der Renaissance. Das Material bildet dabei den Grundstein. Es entsteht ein endloses Repertoire von Kurven, Ellipsen, Parabeln und gewundenen Säulen sowie geschwungenen Giebeln, die gezielt nach Lichteffekten suchen.
Die Basilika-Form wird weiterhin verwendet, wobei die Grundrisse oft elliptisch, kreisförmig oder gemischt gestaltet sind. Skulptur, Malerei und Architektur vermischen sich zu einem Gesamtkunstwerk. Bögen und Gewölbe beziehen sich auf den städtischen Raum. Die Kuppel wird weiter genutzt, wobei Figuren scheinbar ins Unendliche steigen. Die Fassaden werden dynamischer gestaltet, beziehen sich auf den urbanen Raum und werden unter Berücksichtigung der Sichtwinkel konstruiert.
Spanische Barockarchitektur
In Spanien führt die Architektur den Kampf gegen die protestantische Reformation an. Als religiöse Kunst spiegelt sie die Macht der Kirche wider. Ein großer ornamentaler Reichtum blieb charakteristisch, während die Innenräume oft eine übermäßig klassische, relative Einheit beibehalten. Im Barock und Städtebau entstehen neue Ideen der Stadtplanung, die öffentliche Plätze, Promenaden und Gärten integrieren. Elemente wie die Hauptstraße und große Plätze gewannen an Bedeutung. Ein bedeutendes Beispiel ist die Plaza Mayor in Salamanca von Churriguera.
Italienische Barockarchitektur
Herausragende Beispiele sind Bernini mit dem Petersplatz (Plaza de San Pedro) und Borromini mit der Kirche San Carlo alle Quattro Fontane (Sankt Karl an den vier Brunnen).
Barocke Bildhauerei und Skulptur
Die Kompositionen erscheinen dynamisch, Stoffe wehen im Wind und die Gesten von Armen und Händen sind äußerst ausdrucksvoll. Um eine prachtvolle Wirkung zu erzielen, werden häufig Bronze und Marmor kombiniert. Das Licht gleitet über glatte Oberflächen und offenbart die Qualität der Körper in einer naturalistischen Skulptur, die tiefe Emotionen ausdrückt. Die Bewegung wird durch volle Aktion, Überraschung und expressive Gewalt gesteigert (z. B. Berninis „Apollo und Daphne“).
Spanische Bildhauerei
Die spanische Bildhauerei wird hauptsächlich in polychromer Holzskulptur ausgeführt. Sie ist realistisch geprägt durch reiche Gewänder sowie die Nutzung von natürlichem Haar, Glasaugen und Tränen. Sie stellt Gefühle von Schmerz, Angst und Tod dar. Bei religiösen Themen ist das Ziel, die Hingabe der Gläubigen zu wecken. Man unterscheidet zwei wesentliche Schulen:
- Kastilische Schule (Escuela Castellana): Gekennzeichnet durch eine Fülle an Blut, Gewalt und übertriebenen Realismus sowie eine Tendenz zur Darstellung böser Charaktere (z. B. Gregorio Fernández, „Christus Yaciente“).
- Andalusische Schule (Escuela Andaluza): Diese Schule betont einen eher idealisierten Realismus mit Fokus auf Anmut und Schönheit.