Barock und Klassik: Merkmale, Sonate und Sinfonie

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Barockmusik: Entstehung und Merkmale

Die Barockzeit ist musikhistorisch von großer Bedeutung, da viele wichtige Genres wie Oper, Oratorium (Vokalmusik), Konzert und instrumentale Suite entstanden sind. Die folgenden Merkmale bestimmen diesen neuen Stil, der sich stark von der Renaissance unterscheidet:

Merkmale der Barockmusik

  • Basso Continuo (Generalbass): Eine zentrale Struktur der Barockmusik, basierend auf einer Melodie, die von einer tiefen Stimme untermauert wird. Die Partitur enthielt die Melodie und Ziffern über dem Bass, die dem Spieler halfen, die Begleitung mit harmonischen Ergänzungen auszufüllen.
  • Verwendung von Kontrast (Concertato-Stil): Der Stil zeichnet sich durch den Wechsel und Kontrast zwischen großen und kleinen Gruppen, verschiedenen instrumentalen Klangfarben, vokalen und instrumentalen Abschnitten, schnellen und langsamen Sätzen sowie dynamischen Extremen aus. Dieser Stil wird als Stile Concertato bezeichnet.
  • Bewegung und Rhythmus: Die Musik erhält Bewegung durch einen regelmäßigen und markanten Puls. In dieser Zeit etabliert sich der Takt als Abfolge von betonten und unbetonten Schlägen. Bewegung wird auch durch sehr schnelle rhythmische Formeln erzeugt, insbesondere in der Instrumentalmusik.
  • Geburt des Tonalen Systems: Während die Musik des Mittelalters und der Renaissance auf dem Modalsystem basierte, etablierte sich im Spätbarock die Tonalität. Diese reduzierte die Kirchentonarten auf zwei Hauptskalen: Dur und Moll. Seitdem bildet dieses System die Grundlage der abendländischen Musik.


Instrumentalmusik der Klassik

In der Klassik gewinnt die Instrumentalmusik gegenüber dem Gesang an Bedeutung. Barocke Ensembles werden durch standardisierte Orchester- und Kammermusikgruppen ersetzt. Die Sonate ist das zentrale musikalische Element dieser Epoche und prägt die gesamte Instrumentalmusik der Klassik und der Folgeperioden. Sie ist besonders wichtig, da ihre Form (die Sonatenhauptsatzform) die ersten Sätze der wichtigsten klassischen Instrumentalgenres bestimmt:

Wichtige Genres der Klassik

  • Die Sonate: Eine Gattung der Instrumentalmusik für ein oder zwei Instrumente, bestehend aus mehreren Sätzen. Der erste Satz folgt der Sonatenhauptsatzform.
  • Das Streichquartett: Besteht aus zwei Violinen, Viola und Cello. Wie die Sonate hat es vier Sätze, wobei der erste Satz in Sonatenform gehalten ist.
  • Das Solokonzert: Behält die drei Sätze des Barockkonzerts bei, integriert aber die Innovationen der Sonatenform und führt ein neues Element ein: die Kadenz. In der Kadenz demonstriert das Soloinstrument seine Virtuosität. Sie wird meist am Ende des ersten Satzes ohne Orchester gespielt und dient als Zusammenfassung der musikalischen Themen des Konzerts.
  • Die Sinfonie: Im Grunde eine Sonate für Orchester. Sie besteht aus vier Sätzen, wobei der erste Satz in Sonatenform steht.

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