Barocke Kunst und Architektur: Rom und der Quirinalspalast

Eingeordnet in Musik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,25 KB

Skulpturen im Barock

An den kürzeren Seiten des Raumes befinden sich zwei Marmorstatuen: Berninis Darstellung von Urban VIII., die in ähnlicher Weise wie sein Grabmal gestaltet ist, sowie eine von A. Algardi geschaffene Statue von Innozenz X., die sich an Berninis Stil orientiert.

Die Gestaltung des Raumes

Die Front des Raumes thematisiert die Gründung Roms, beginnend mit der Hochzeit von Faustulus und Larentia sowie der Darstellung der Wölfin mit Romulus und Remus. Der Rahmen dient als Basis für große barocke Verzierungen, bei denen Vorhänge zu einem integralen Bestandteil der Skulptur werden. Ein wichtiges Merkmal der Barockzeit ist das Spiel mit monumentalen Figuren, wie etwa Atlanten, die ihre physische Kraft demonstrieren, während Vorhänge und Engel eine lebendige Szenerie eröffnen.

Licht, Schatten und Komposition

Die Komposition zeichnet sich durch ein kühles, weißes Licht aus, das die Klarheit der Figuren betont – ein typisches Merkmal der römischen Schule im Gegensatz zur farbbetonten venezianischen Malerei. Die Figuren wirken dynamisch und lassen zwei Tendenzen erkennen: eine sehr anspruchsvolle, theatralische Darstellung und eine menschlichere, vom Naturalismus geprägte Form. Durch den Einsatz von Diagonalen und perspektivischen Kniffen wird der Betrachter in die Szene integriert, wobei die Landschaft zunehmend zum Protagonisten des Barock wird.

Historische Szenen

  • Schlacht der Römer gegen Veienti und Fidenati (1598–1601): Diese Szene besticht durch eine riesige Diagonale und komplexe Fluchtpunkte. Die Bewegung wird durch die detaillierte Anatomie und die Verwendung von Farben wie Orange und Violett hervorgehoben.
  • Trauer der Horatier und Curiatier (1612–1613): Eine kreisförmige Komposition, die stark an die Renaissance erinnert. Die Figuren sind um einen zentralen Befehlshaber angeordnet. Die Farbgebung ist kühl und natürlich, wobei die Proportionen – insbesondere die kleinen Köpfe im Verhältnis zum Körper – auffällig sind.

Der Quirinalspalast: Salone dei Corazzieri

Der zwischen 1616 und 1617 eingerichtete Salone dei Corazzieri (auch „Sala Regia“ genannt) war einer der bedeutendsten Räume seiner Zeit. Agostino Tassi spielte eine entscheidende Rolle bei der Etablierung der dekorativen Freskenmalerei und der sogenannten Quadratur (architektonische Scheinmalerei).

Die Fresken von Lanfranco und Saraceni

Der ursprüngliche Fries im oberen Bereich wurde von Lanfranco und Saraceni gestaltet. Die architektonische Gliederung schafft eine Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Werk:

  • Architektonische Rahmen: Große Balkone und architektonische Hintergründe lassen die Figuren in den realen Raum treten.
  • Illusionismus: Kinder, die am Rande von Geländern hängen, und Vorhänge, die in den Raum hineinragen, erzeugen eine täuschend echte räumliche Tiefe.

Vergleich: Camera degli Sposi

Als Vorbild diente Mantegnas Camera degli Sposi im Palazzo Ducale in Mantua, wo durch ein zentrales Rundfenster (Oculus) der Blick in den Himmel freigegeben wird, umgeben von einer Brüstung mit hängenden Engeln.

Verwandte Einträge: