Barocke Literatur: Lyrik, Theater und Prosa des 17. Jahrhunderts
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Barocke Lyrik
Die barocke Lyrik ist formal oft in einem Stil voller Künstlichkeit ausgeprägt. In der Metrik bleibt das Sonett wichtig; daneben finden sich Balladen und Lieder im traditionellen Stil. Charakteristisch sind starke rhetorische Mittel, Metaphern und ein ausgeprägter Stilwillen.
Themen der Barocklyrik
- Liebe: geprägt durch Intensität und Dramatik.
- Religiöse Themen: Verbundenheit mit religiösen Fragen und Enttäuschung über die Vergänglichkeit und die Freuden der Welt.
- Metaphysisch-moralische Themen: Tod, Zeit und Vergänglichkeit.
- Satire: lächerliche oder kritische Darstellung gesellschaftlicher Missstände.
Francisco de Quevedo
Francisco de Quevedo gehört zu den wichtigsten spanischen Gelehrten des 17. Jahrhunderts. Er wurde 1580 in Madrid geboren und lebte lange am Hof. Seine letzten Jahre verbrachte er im Gefängnis; er starb in Ciudad Real. Er schrieb El Buscón (Der Sonderling), einen Schelmenroman, sowie didaktische Prosawerke. In diesen Werken verwendet er den Konzeptualismus (Conceptismo). In seinen Gedichten treten drei gegensätzliche Ebenen auf: Liebeslyrik, moralische Dichtung und Satire.
Luis de Góngora
Luis de Góngora wurde 1561 in Córdoba geboren. Nach seinem Studium in Salamanca wurde er Priester. Sein dichterisches Schaffen ist durch die Brillanz und Komplexität seines culteranismo-Stils gekennzeichnet. Bedeutende längere Gedichte sind La soledad (Die Einsamkeit) und die Fábula de Polifemo y Galatea (Die Fabel von Polyphem und Galatea). Diese Werke zeichnen sich durch reichhaltige metaphorische Bilder und oft weitreichende syntaktische Umstellungen aus. Góngora starb 1627.
Fabel von Polyphem und Galatea
Die Fabel erzählt, wie der Riese Polyphem sich in die Nymphe Galatea verliebt. Galatea liebt jedoch den Schäfer Acis. Der eifersüchtige Polyphem wirft einen Stein auf Acis, der zerschmettert stirbt.
Theater im Barock
Das Theater des Barock war ein nationales Spektakel. Es war auf Komödie und Festspiel ausgerichtet; seine Absicht war, das Publikum zu unterhalten und zugleich die Werte von Monarchie und Reich zu vermitteln.
Merkmale des theatralischen Stils nach Lope de Vega
- Aufteilung des Stücks in drei Akte.
- Mischung aus Tragik und Komik.
- Aufhebung der drei klassischen Einheiten (Zeit, Ort, Handlung).
- Variation der Maße: unterschiedliche Strophenformen je nach Situation oder Vortrag.
- Decoro (Sitte): die poetische Sprechweise muss dem sozialen Rang der Figuren entsprechen.
- Einführung von poetischen Elementen in das Drama.
Lope de Vega
Lope de Vega wurde 1562 in Madrid geboren. Familiäre Probleme führten dazu, dass er zeitweise in geistliche oder kirchennahe Stellungen trat; später verliebte er sich erneut und verließ diese Stellung wieder. Er starb 1635 in Madrid. Etwa 400 seiner Werke sind erhalten. Seine Dramen zeichnen sich durch eine eigenständige, lebendige Handlungsführung und metrische Variabilität aus. Er war auch ein bedeutender Lyriker.
Arten von Werken bei Lope de Vega
- Dramen der Ehre: Hauptthema ist die Ehre oder Würde des einzelnen Menschen, die oft mit Opferbereitschaft verteidigt wird. Beispiel: Der Ritter von Olmedo.
- Komödien: Konflikte entstehen zumeist aus Liebesverwicklungen und enden meist glücklich. Beispiel: Der Hund in der Krippe.
Barocke Stiltrends
- Conceptismo: Tendenz zur Kürze und Wortgewandtheit, oft durch Einsatz von Paradoxien.
- Culteranismo: Streben nach klanglicher Schönheit und Ausdruckskraft des Textes mithilfe zahlreicher rhetorischer Mittel.
- Hyperbaton: eine literarische Figur, die die normale syntaktische Wortfolge verändert.
Calderón de la Barca
Pedro Calderón de la Barca wurde 1600 in Madrid geboren. Er studierte bei den Jesuiten und wurde im Alter von 50 Jahren zum Priester geweiht, nachdem er aus militärischen Diensten ausgeschieden war. In seinen Werken kommen in Monologen oft die Intimität seines Denkens und philosophische Reflexionen zum Ausdruck.
Einteilung seiner Werke
- Comedias (Mantel-und-Degen-Stücke): Liebe, Intrigen und Konflikte, die zu einem glücklichen Ende führen; meist in drei Akten. Beispiel: La dama duende.
- Autos sacramentales (katholische sakramentale Stücke): symbolische theologische Darstellungen in einem einzigen Akt. Beispiel: Das große Theater der Welt.
- Dramen der Ehre: Werke über Tugend und soziale Würde; meist in drei Akten. Beispiel: Der Bürgermeister von Zalamea.
- Philosophische Dramen: z. B. La vida es sueño (Das Leben ist ein Traum), das existenzielle Fragen über Schein und Wirklichkeit sowie menschliche Freiheit behandelt. Meist in drei Akten.
Die Prosa des 17. Jahrhunderts
Zu den repräsentativsten Werken von Quevedo gehören Los sueños (Träume, satirische Stücke) und La vida del Buscón (Das Leben der Hochstapler / Schelmenroman). Die Prosa dieser Zeit zeichnet sich durch Übermaß an Hyperbole, ausdrucksstarke Formulierungen, Antithesen und die Schöpfung neuer Wörter aus — Merkmale des Conceptismo.