Barocke Malerei: Technik, Regionen und Stilmerkmale

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Malerei: Technik und Themen

CG: Technik und Support. Er fuhr fort, Fresken auf Gewölben, Kuppeln und Wänden zu malen; die Technik lässt sich auch auf ausgedehnte Öl-Leinwände übertragen.

Erweiterung der Thematik

Erweiterung der Thematik: Jegliche Frage bzw. Aspekte, die grotesk, hässlich und unangenehm sind, sollen verworfen werden. Es stehen religiöse Themen und Porträts im Vordergrund; außerdem finden sich mythologische Szenen, historische Sujets, Landschaften und Stillleben. Zuletzt noch: verschiedene Variationen und lokale Ausprägungen.

Ästhetische Eigenschaften

Ästhetische Eigenschaften: Hervorstechend sind Skulpturalität, Realismus versus Schönheit, die Aussagekraft der Figuren in Gesten und Gesichtern sowie Bewegung und Dynamik.

Komposition und Licht

Das Gemälde bringt: kontrastreiche Beleuchtung. Raumwahrnehmung, Abstand und Volumen werden eingesetzt, um bestimmte Bereiche zu beleuchten, während andere im Schatten liegen. Es finden sich komplexe Kompositionen, die dezentral und asymmetrisch sind, häufig diagonal oder schräg angelegt. Vorherrschend sind Linie, Farbe und Muster.

Italien

Italien: Schwerpunkt Rom im 16. Jahrhundert. Später spielen auch Venedig und die Wiederbelebung der Schule des 16. Jahrhunderts eine Rolle. Man kann drei bildnerische Strömungen unterscheiden:

  • Tenebrismus (ca. 1600–1650): Caravaggio
  • Barocker Klassizismus (ca. 1600–1650): Carracci, Guido Reni
  • Dekorativer Barock (ca. 1650–1750): Pozzo, Pietro da Cortona, Tiepolo

Initiator des düsteren Tenebrismus war Caravaggio; auffällig ist der dramatische Einsatz von Licht, das die Hauptfiguren beleuchtet und den Hintergrund dunkel belässt (Beispiel: Berufung des hl. Matthäus).

Annibale Carracci

Annibale Carracci: Bedeutender Exponent des Klassizismus. Die Dekoration des Gewölbes der Galerie Farnese ist inspiriert von der Sixtinischen Kapelle und soll eine Fortsetzung der Hochrenaissance darstellen. Mythologische Themen und die Komposition verbinden Skulptur und Malerei; die perspektivische Zentralität der Szene steht im Gegensatz zu traditioneller barocker Deckenmalerei und widersetzt sich teilweise dem tenebristischen Stil.

Der dekorative Barock entstand in den 1640er Jahren des 17. Jahrhunderts und ist vor allem mit der Gewölbedekoration verbunden: illusionistische Architektur, vorgetäuschte Verkürzung, goldenes Licht und Perspektivwechsel nach oben und unten. Zu den Hauptvertretern zählen Pietro da Cortona, der Venezianer Tiepolo und Pozzo.

Spanien

Spanien: Hier wirkten zwei historische Umstände: die thematische Beschränkung auf religiöse Sujets, weil viele Auftraggeber Kirchen waren, und der Druck der Inquisition, die Aktdarstellungen teilweise verbot. Dies förderte die Betonung realistischer Traditionen und verhinderte in gewissen Bereichen renaissantische oder manieristische Experimente.

Die Entwicklung in den Jahrhunderten XVII und XVIII bewegt sich zwischen zwei Perioden mit chronologisch abgrenzbaren Merkmalen: 1600–1650 dominierte der Tenebrismus (z. B. Zurbarán, Sánchez Cotán); 1650–1750 herrschte der dekorative Barock (z. B. Murillo, Claudio Coello). Velázquez’ Tenebrismus entwickelte sich durch seine persönliche Entwicklung, seine Kontakte zu Rubens und seine Italienreisen. Im 18. Jahrhundert dominierten italienische oder französische Einflüsse, z. B. Tiepolo.

Sánchez Cotán und Zurbarán

Sánchez Cotán: Bedeutend für symbolische Stillleben (Bodegón) mit Seitenlicht und starkem Realismus; Öl auf Leinwand, um 1610.

Zurbarán: Tenebristisch, zugehörig zur Schule von Sevilla. In Werken wie St. Hugo im Refektorium ist die Dunkelheit gedämpft; das rohe Licht betont Stoffe und Gegenstände. Kennzeichnend sind die Dominanz des Realismus, zeichnerische Strenge und eine Hinwendung zu asketischen, monastischen Sujets.

Murillo und die Schule von Sevilla

Murillo: Gehört zur Seville-Schule; seine Bildsprache ist barock-dekorativ und makellos. Seine Anbetung der Hirten (1640–50) zählt zur frühen Phase, in der tenebristische Elemente mit volkstümlichem Realismus verbunden sind; Frömmigkeit ist ein auffälliges Merkmal. Weitere nennenswerte Maler der Mitte des 17. Jahrhunderts in Sevilla sind Valdés Leal, Pereda und Morales.

Velázquez und seine Entwicklung

Velázquez: Behandelte sowohl weltliche als auch religiöse Themen häufig in gedämpfter Tonalität. Frühe Werke wie Der Wasserträger zeigen asymmetrische, dreieckige Kompositionen mit dramatischem Licht und Realismus. Er wurde Hofmaler in Madrid und arbeitete für Philipp IV.

In den 1630er Jahren begannen tiefgreifende Veränderungen in seinem Stil, beeinflusst durch Kontakte mit Rubens und durch Reisen nach Italien. In Werken wie Die Schmiede des Vulkan untersucht er den nackten Körper, vertikale Linien und eine von der bolognesischen Schule beeinflusste, teils düstere Farbgebung. Mythologische Themen treten in Schlüsselwerken des 17. Jahrhunderts auf. Die Übergabe von Breda (Las Lanzas, 1635) ist ein Beispiel für eine Palastarbeit mit ausgewogener Komposition, Perspektive und einer lockereren Pinselführung im Hintergrund.

Auf seiner zweiten Italienreise entstanden Einflüsse, die sich in Werken wie der nackten Venus (Rokeby Venus, um 1650) zeigen: venezianischer Barock, optische Raffinesse, Spiegelspiel, geschwungene Linien und weiche Pinselführung. 1656 malte er das Gruppenbild Las Meninas, ein Meisterwerk mit asymmetrischer Komposition, Selbstbildnis und einem Familienbildnis des Hofes von Philipp IV.

Neapel und Ribera

Ribera: Wirkte in Neapel und steht in Verbindung mit dem römischen Tenebrismus Caravaggios. Die Entwicklung seines Stils führt zu Werken wie San Bartolomé (um 1630), mit fokaler Beleuchtung, extremem Realismus und einem bläulichen Wolkenschimmer.

Flandern

Flandern: Im 17. Jahrhundert unter spanischer Krone; Gesellschaftlich dominierten Adel und katholische Kirche. Wirtschaftlicher Wohlstand förderte die offene Themenwahl der flämischen Schule.

Rubens: Schuf eine Schule, die die flämische Tradition mit italienischer Malerei synthetisierte. Gegen Ende seines Lebens zeichnet sich seine Pinselführung durch weite, kräftige und helle Farbigkeit aus; Dynamik und Bewegung sind kennzeichnend. Sein Einfluss auf die europäische Malerei war enorm.

Van Dyck: Reifte zu einem Hofporträtisten, vor allem in England am Hof Karls I. (ab ca. 1635). Seine höfischen Porträts betonen Majestät und würdige Darstellung der Stände und Begleiterscheinungen.

Niederlande (Holland)

Niederlande: Es lagen hier gegensätzliche historische Umstände vor: eine protestantische, bürgerliche Gesellschaft, die Luxus und Prunk ablehnte, sowie puritanische moralische Strenge. Deshalb dominieren Landschaften, Porträts und Genrebilder, religiöse und mythologische Sujets treten seltener auf.

Rembrandt: Bekannt für Gruppenporträts und biblische Szenen; 1642 die Nachtwache als Werk voller Aktion und dramatischer Lichtführung.

Frans Hals: Berühmt für lebendige Gruppenporträts und regentenbildliche Darstellungen; Puritanische Nüchternheit erscheint in der Gewandtheit der Figuren, im Kontrast von Licht und Schatten sowie in asymmetrischen, oft intimen Kompositionen.

Vermeer: Studien des Lichts auf alltägliche Szenen; technische Meisterschaft und subtile Modulationen des Lichts sind typisch (gekennzeichnet z. B. um 1665 durch seine präzise Lichtführung und maltechnische Überlegungen).

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