Barockliteratur: Conceptismo vs. Culteranismo und Romantik

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Conceptismo: Ideenreichtum und Wortspiel

Der Conceptismo (Konzeptualismus) positioniert sich im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, Ideen und Konzepte auszudrücken, und dem verbalen Einfallsreichtum (der oft viele verschiedene Wörter erfordert).

Das Konzept entwickelt keine Ideen an sich, sondern erzeugt eine Kollision oder einen Kontakt zwischen den Wörtern.

Diese Sprachform wurde nur von wenigen, gebildeten Lesern verstanden.

Die Vertreter bevorzugten die Tiefe des Denkens, das Wortspiel, die Antithese oder das Paradox.

Der Stil war knapp (kurz, prägnant) und abgehackt. Er entsprach oft einer didaktischen oder moralischen Literatur.

Vertreter des Conceptismo sind Francisco de Quevedo und Baltasar Gracián.

Culteranismo: Klang und Form

Einführung

Culteranismo und Conceptismo sind die beiden Pole, welche die literarischen Tendenzen des Barock zusammenfassen. Das Culteranismo ist ein Stil, der sich auf den Bereich der Ideen und der Form konzentriert und sowohl in Prosa als auch in Poesie auftritt.

Culteranismo im Detail

Das Culteranismo nutzt das Wort nicht primär zur direkten Beschreibung von Objekten oder zur Begründung der Poesie, sondern wegen seines eigenen Klangs oder seiner besonders eindrucksvollen Wirkung.

Das heißt, die inhaltliche Bedeutung des Gedichts ist weniger wichtig als die sinnliche Welt, die durch die Worte geschaffen wird. Es wird eine farbenprächtige und gut geschriebene Poesie angestrebt, die folgende literarische Mittel verwendet:

  • Metaphern
  • Hyperbaton (Umstellung der Satzglieder)

Kult-Sprache: Hier wird die klangliche Qualität und die eigene Musikalität betont. Darüber hinaus soll ein Klima der Notwendigkeit und Überraschung für den Leser geschaffen werden. Aus diesem Grund wurden viele proparoxytonische Wörter verwendet. Was zu ihrer Zeit nur gebildete Kreise verstanden, ist heute teilweise ein geflügeltes Wort.

Texte des Culteranismo: Luis de Góngora y Argote

Sein Leben:

  • Geboren in Córdoba.
  • Studierte in Salamanca.
  • Nach seiner Rückkehr nach Córdoba erhielt er ein kirchliches Pfründe an der Kathedrale der Stadt.
  • Er liebte die scharfe Polemik und den Spott.
  • Unternahm häufige Reisen in verschiedene spanische Städte.
  • Er wurde Kaplan Philipps III. in Madrid.
  • Zurück in Córdoba starb er an einem Schlaganfall.

Góngoras Poesie hat ihren gebührenden Platz in der Literaturgeschichte.

Romantik: Gefühl und Individualismus

Die Romantik war ebenfalls eine Bewegung und eine ästhetische Tendenz, die eine neue Sicht auf die Welt und eine revolutionäre Haltung darstellte.

Die Romantiker brachen mit der Form, die besagte: „Die Vernunft überwindet das Gefühl“.

Der romantische Sprachgebrauch versuchte, die Ausdruckskraft zu finden.

Merkmale der Romantik:

  • Individualismus: Der Autor ist der Mittelpunkt der Welt. Das „Ich“ überwiegt.
  • Totale Freiheit: Der Geschmack des Autors bestimmt das Schreiben; keine Regeln können ihn einschränken.
  • Sentimentalität und Fantasie: Die Fantasie kann die Realität übersteigen, und das Gefühl tritt an die Stelle der Vernunft.
  • Liebe zur Natur: Die Natur wird gefühlvoll und nicht rational beschrieben.
  • Flucht aus der Realität: Da die Fantasie die Realität übersteigt, flüchtet man aus der Gesellschaft in die eigene Welt.

Barock vs. Renaissance (Kontext)

Barock: Kulturelle und künstlerische Bewegung, die sich während des 17. Jahrhunderts entwickelte, zeitgleich mit einer wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krise. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Spanien noch die führende Macht Europas, doch Mitte des Jahrhunderts gipfelte dies im Verlust der spanischen Hegemonie. Die Vertreibung der Juden und Mauren führte zu einem Verlust von Kapital und Arbeitskräften, was das Land erschöpfte. In Spanien begann man im 17. Jahrhundert, die Wahrheit zu erkennen: Der Kontrast zwischen den glorreichen Taten der jüngsten Vergangenheit und der Armut, in der man lebte.

Renaissance (zum Vergleich): Politische Herrlichkeit Spaniens, Selbstbewusstsein der Spanier, optimistische Sicht auf das Leben, der Mensch als Zentrum des Universums, Begeisterung für das Natürliche und Spontane, vorherrschende Ruhe, Ausgewogenheit und Eleganz.

Barock (Zusammenfassung): Verfall, Misstrauen, Enttäuschung, Pessimismus, mangelnde Wertschätzung des menschlichen Maßes, erarbeiteter Geschmack, heftige Kontraste, Dynamik, Komplikation.

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