Barockliteratur: Epoche, Ideologie und künstlerische Strömungen

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Barockliteratur: Epoche, Ideologie & Kunst

1. Die Barockzeit: Krisen und Konflikte im 17. Jh.

Die Barockzeit erstreckte sich über das 17. Jahrhundert. Sie war geprägt von weitreichenden Krisen:

  • Wirtschaftliche Krise
  • Demografische Krise
  • Politische Krise
  • Soziale Krise
  • Militärische Konflikte

Das spanische Weltreich befand sich in dieser Zeit im Niedergang.

2. Barocke Weltanschauung und Denken

Die Religion durchdrang das barocke Denken. Es war eine Religion, die auf den Prinzipien der Gegenreformation basierte, tief intolerant und kontrollierend (Inquisition).

Der Mensch hatte eine pessimistische und desillusionierte Weltsicht im Barock, ein Ergebnis des Krisengefühls, der Vergänglichkeit der Zeit und der Kürze des Lebens.

Die Religion vermischte sich mit magischen Vorstellungen der übernatürlichen Welt (Geister, Dämonen, Wunder, Aberglaube).

Ein starker Ehrenkodex führte zu Rache und Gewalt.

Es wurde großer Wert auf die „Reinheit des Blutes“ gelegt, und die Zeit war stark frauenfeindlich geprägt.

Zwei Denkschulen standen sich gegenüber, beeinflussten aber oft dieselbe Person:

  • Stoizismus: Basierend auf der ruhigen Akzeptanz des Unglücks, dem Verzicht auf Leidenschaften und Freuden.
  • Epikureismus: Kontinuierliche Suche nach Freude und Schönheit, um Härte zu entfliehen. Eng verbunden mit dem Carpe Diem und dem Genuss der Sinne.

3. Das „Goldene Zeitalter“ der Kultur

Die Barockzeit wurde aufgrund des kulturellen Aufschwungs als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet, sowohl in der Literatur als auch in der Malerei, Skulptur und Architektur.

4. Barocke Poesie: Themen und formale Aspekte

Die barocke Poesie baute auf dem Erbe Petrarcas auf. Sie zeichnete sich aus durch:

  • Intensivierung des Ausdrucks
  • Pflege und Weiterentwicklung von Renaissance-Themen, jedoch mit neuen Schwerpunkten auf:
    • Enttäuschung und Vergänglichkeit
    • Ruinen und Verfall
    • Soziale Kritik
    • Das Bewusstsein für die Krisen der Zeit

Barocke Dichtung zeichnet sich durch ihren dualen Fokus aus (ernsthafte und burleske Lyrik). Sie lässt sich thematisch wie folgt klassifizieren:

  • Liebeslyrik: Beschreibung weiblicher Schönheit, Schmerz des Verlusts eines geliebten Menschen, Definition der Liebe, Erhöhung des liebenden Gefühls.
  • Philosophische Poesie: Vergänglichkeit des Lebens, Themen wie Tempus fugit, Memento mori, Homo Viator.
  • Kritische Poesie: Kritik an Geldgier und sozialen Schichten; scharfe Kritik an politischen Intrigen und schlechter Regierung.
  • Religiöse Dichtung: Fokus auf die Gestalt Christi, Buße, Liebe und Tod; Nachdenken über Sünde und die Notwendigkeit der Tugend.
  • Burleske Poesie: Parodien und Spott über Mythologie, Gesellschaft, Politik und persönliche Angriffe.

Formale Aspekte der Poesie:

Beibehaltung metrischer Formen der Renaissance (Sonette, Oden, Lyren, Oktaven, Stanzen etc.) und Hinzufügung populärer Formen (Villancicos, Romanzen und Letrillas/Seguidillas).

Im metrischen Bereich koexistierten hochkultivierte und populäre Kunstformen.

Die eingesetzten Stilmittel wurden von der Renaissance geerbt und unterlagen einer starken Übertreibung.

5. Künstlerische Ideale: Konzeptismus & Culteranismo

Das künstlerische Ideal des Barock basierte auf Übertreibung und Erfindung, nicht auf Nachahmung. Es zielte darauf ab, den Leser durch sprachliche Schwierigkeiten und geistreiche Schärfe zu überraschen und zu beeindrucken, im Gegensatz zur Einfachheit und Harmonie der Renaissance. Dieser anspruchsvolle Stil erforderte einen Leser, der auf komplexe verbale und kulturelle Bezüge vorbereitet war.

Es etablierten sich zwei stilistische Tendenzen:

  • Culteranismo: Basierte auf der Verwendung eines kultivierten und schwierigen Vokabulars, dem exzessiven Gebrauch von Metaphern und häufigen mythologischen Anspielungen. Der herausragende Vertreter war Góngora.
  • Konzeptismus: Basierte auf der Verwendung ausgeklügelter Konzepte und tiefer Gefühle, die durch Stilmittel wie Gegensatz, Vergleich, Hyperbel, Metapher, Anapher, Parallelismus und Wortspiele ausgedrückt wurden. Der herausragende Vertreter war Quevedo.

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