Barockmalerei: Merkmale, Themen und Künstler
Classified in Religion
Written at on Deutsch with a size of 4,38 KB.
Barockmalerei: Merkmale und Funktion
Die Barockmalerei diente als Propagandamittel zur Einführung religiöser (in der Gegenreformation) oder politischer Werte (im Absolutismus). Die religiöse Malerei erreichte mit Malern wie Caravaggio, Velazquez, Rembrandt und Rubens einen ihrer Höhepunkte.
Themen der Barockmalerei
Nach dem Konzil von Trient suchte Italien nach einem expressiveren System der Kommunikation. Auch in Spanien und Flandern wurden die Themen der religiösen Malerei vom Rationalismus bestimmt. Die neue Ikonographie der Gegenreformation sollte die Werte der Reformation fördern und die emotionale religiöse Praxis gegen die Protestanten stärken.
- Die Jungfrau Maria: Ein beliebtes Motiv, das sich in vielen Gemälden widerspiegelt, darunter Bilder der Barmherzigkeit und der Unbefleckten Empfängnis von Murillo oder Caravaggios "Tod der Jungfrau", das durch seine Einfachheit schnell und effektiv mit den Gläubigen in Verbindung tritt.
- Christus: Im Fokus stehen Szenen aus seinem Leben, insbesondere die Passion und Kreuzigung (z. B. Rubens' "Die Kreuzabnahme").
- Heiligenleben: Religiöse Erfahrungen, Ekstasen, Visionen und Martyrien sind häufige Motive (z. B. Caravaggios "Die Berufung des heiligen Matthäus" oder Ribera "Das Martyrium des Heiligen Philippus"). Die Darstellung extremer Emotionen, der Psychologie des Schmerzes, der Grausamkeit der Henker und des Schreckens der Zuschauer sollte die religiöse Inbrunst der Gläubigen wecken.
Weitere Genres der Barockmalerei
- Genremalerei: In den Niederlanden erlebte die Genremalerei eine Blütezeit. Sie zeigt einfache Szenen und alltägliche Ereignisse. In protestantischen Ländern und im bürgerlichen Umfeld war sie sehr verbreitet und dient heute als wichtige Quelle für das Wissen über die damalige Gesellschaft. Die kleinformatigen Bilder dienten der Dekoration von Stadthäusern und spiegeln die Vorliebe für realistische Szenen aus dem Alltag wider, in denen das Volk der Protagonist ist. Der Wettbewerb zwischen den Künstlern führte zu einer thematischen Spezialisierung und verbesserte die Qualität und die technische Entwicklung. Der bürgerliche Geschmack für ein ordentliches, einfaches und sicheres Leben spiegelt sich in Bildern wider, die einen detaillierten Realismus aufweisen. Alltagsszenen mit ihrer Intimität sind ein beliebtes Thema in den Niederlanden, mit Vermeer als herausragendem Vertreter.
- Stillleben: Stillleben erfreuten sich großer Beliebtheit. Sie zeigen eine außergewöhnliche Vielfalt an Objekten: Vasen, Obstschalen, Musikinstrumente, Töpfe, Tische voller Lebensmittel usw. werden mit maximalem Realismus dargestellt.
- Mythologische Szenen: Sie drücken das Bild der Macht und den Geschmack des Hofes aus und schmücken die Innenräume der Paläste des Adels und der Könige. Sie sind häufig in Spanien und Flandern zu finden (z. B. Velazquez' "Die Schmiede des Vulkan", "Die Trunkenbolde", "Die Spinnerinnen" oder Rubens' "Der Raub der Töchter des Leukippos" und "Die drei Grazien").
- Porträts: Porträts dienten nicht nur der Stärkung der Protagonisten, sondern auch der Reflexion der Kraft ihrer Persönlichkeit (z. B. Velazquez' "Conde Duque de Olivares"). In den Niederlanden finden sich Gruppenporträts von Ärzten, Treuhändern und Milizen, in denen die Mitglieder sorglos und umgangssprachlich posieren (z. B. Rembrandts "Nachtwache"). In Spanien gibt es Porträts von Narren und Menschen mit Fehlbildungen, die mit Respekt und Würde behandelt werden, wie z. B. Zwerge. Das Bild des Malers selbst, das Selbstporträt, wird zum Gegenstand der Reflexion über den Wert der Kunst und die Rolle des Künstlers. Diese Reflexion wird durch die Bedeutung des Sammelns als Element des Prestiges und als Spiegelbild der Kultur ihrer jeweiligen Besitzer angeregt. Die Bedeutung der Kunden und ihres Geschmacks sowie die Kommerzialisierung der Kunst sind wichtige Elemente bei der Beurteilung des Kunstwerks im Barock.
- Landschaften und Naturereignisse: Sie haben einen Eigenwert und dienen nicht nur als Hintergrund für andere Themen.