Barockmeister: Henry Purcell und Jean-Philippe Rameau
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Henry Purcell (1659–1695)
Henry Purcell vereinte in seinem Werk französische und italienische Elemente, versah sie jedoch mit einem persönlichen Siegel, das von Adel, Würde, Ernsthaftigkeit sowie Zartheit und Sensibilität geprägt war. Er gilt als der bedeutendste Komponist des englischen Barocks, auch wenn er gelegentlich auf technische Beschränkungen stieß. Purcell wirkte als Organist an der Westminster Abbey und als Cembalist der königlichen Kammer. Er diente Persönlichkeiten wie Charles I., Charles II. und Cromwell. Dabei pflegte er alle Genres: Hymnen, religiöse Chöre, festliche Musik, Kammermusik sowie Werke für die Hofoper.
Seine Oper "Dido and Aeneas" wurde ursprünglich für ein Mädchenpensionat geschrieben, weshalb sie vergleichsweise einfach gehalten ist; sie war das Werk, das ihm den größten Ruhm einbrachte. Weitere bekannte Werke sind "King Arthur" und "The Tempest" (Der Sturm). Charakteristisch für seinen Stil ist die Verwendung von Dissonanzen und Alterationen.
Jean-Philippe Rameau (1683–1764)
Rameau war ein bedeutender Komponist, Cembalist und Musiktheoretiker. Er löste Lully als dominierenden Komponisten der französischen Oper ab. Seine bekannteste Oper ist das Opern-Ballett "Les Indes galantes" (1735), ein Genre des lyrischen Balletts, das auf der Unterhaltung am Hofe des 18. Jahrhunderts basiert. Weitere bedeutende Opern sind:
- "Hippolyte et Aricia" (1733)
- "Castor et Pollux" (1737)
- "Dardanus" (1739 und 1744)
- "Zoroastre" (1749)
Zudem schuf er weitere Opern-Ballette wie "Les Fêtes d'Hébé" (1739) und "La Princesse de Navarre" (1745). Zu seinen Werken für Cembalo zählen "Le Tambourin", "L'Entretien des Muses", "Le Rappel des Oiseaux" und "La Poule".
Rameau als Musiktheoretiker
Rameau gilt allgemein als der bedeutendste französische Musiker vor dem 19. Jahrhundert und als der erste Theoretiker der klassischen Harmonie. Sein Werk "Traité de l'harmonie réduite à ses principes naturels" (Paris, 1722) blieb bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein maßgebliches Nachschlagewerk.
Die französische Oper im Barock
In dieser Ära kam es zur sogenannten "Querelle des Bouffons" (Streit der Komödianten). Diese Kontroverse entbrannte in den Jahren 1752–1754 zwischen den Verteidigern der französischen Musik, angeführt von Jean-Philippe Rameau, und den Befürwortern einer Erweiterung des musikalischen Horizonts. Letztere gruppierten sich um den Philosophen und Musikwissenschaftler Jean-Jacques Rousseau.
Diese Anhänger der italienischen Musik verteidigten die Opera buffa, insbesondere "La Serva Padrona" von Pergolesi. Trotz dieser Auseinandersetzungen gelang es der französischen Oper, sich für neue Einflüsse zu öffnen und das Genre zu erneuern, ohne den eigenen Stil zu opfern.