Barockmusik: Entwicklungen in Spanien und England
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Barockmusik (17. Jahrhundert)
Spanien: Weltliche Musik und Theater
Die weltliche Musik dieser Zeit ist geprägt von den Neuerungen der Schule um Lope de Vega und Góngora. Die poetischen Gattungen der neuen Romantik sind vielfältiger als im 15. Jahrhundert und weisen zahlreiche metrische Veränderungen auf.
- Letrilla und Carol: Die Letrilla gewinnt gegenüber dem Carol an Bedeutung.
- Musikalische Struktur: Komponisten passen den Rhythmus der Musik an die Textänderungen an.
- Vokalbesetzung: Das traditionelle Vokalquartett wird reduziert; oft entfallen Tenor oder Bass.
- Rhythmik: Charakteristisch für die spanische Musik ist die Synkope, bei der die Betonung von der ersten auf die zweite oder eine nachfolgende Note verschoben wird.
In Spanien entwickelte sich keine eigenständige Oper. Das Theater von Lope de Vega integrierte Gesangseinlagen, bei denen die Charaktere selbst sangen. Handelte es sich um eine einzelne Person, sprach man von einem „Solo“, bei religiösem Kontext von einem „Kreuz“.
England: Maske und Semi-Opera
In England war die Maske eine beliebte Unterhaltungsform, bei der Tanz eine zentrale Rolle spielte. Diese Aufführungen waren luxuriös ausgestattet und umfassten Tänze auf verschiedenen Niveaus sowie Lieder und Szenen.
- Semi-Opera: Da es keine klassische Oper gab, mischte die Semi-Opera rezitierte Teile mit Arien.
- Einfluss des Puritanismus: Im frühen 17. Jahrhundert führte der Puritanismus zur Schließung der Theater, wodurch die Maske nur noch sporadisch existierte.
Henry Purcell: Dido and Aeneas
Die einzige bedeutende Oper dieser Zeit in England ist Dido and Aeneas von Henry Purcell. Sie wurde für ein Mädcheninternat komponiert, dauert etwa eine Stunde und besteht aus drei Akten.
- Struktur: Purcell wählte eine Ouvertüre mit drei Akten (statt der in Frankreich oder Italien üblichen fünf) und verfasste das Werk in englischer Sprache.
- Bass-Ostinato: Ein prägendes Element ist die melodische Basslinie, die sich wiederholt und besonders in der Sterbeszene von Dido für dramatische Tiefe sorgt.
- Chor und Rezitativ: Der Chor kommentiert das Geschehen, während das Rezitativ sehr melodisch gestaltet ist und sich vom italienischen Stil abhebt.