Barockmusik: Merkmale, Instrumente und Vokalwerke (Oper, Oratorium)
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Die Epoche des Barock: Merkmale und Kontext
Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund
Die Barockzeit beginnt im späten 16. Jahrhundert. Europa wird von sozialen und wirtschaftlichen Krisen nach der Renaissance erschüttert. Diese Situation begünstigt einen Mentalitätswandel, der zum Barock führt. In dieser Zeit gedeihen die absoluten Monarchien. Das Volk und das Bürgertum akzeptieren die Autorität des Monarchen. Im Bereich der Religion setzt sich die Gegenreformation (Counter-Reformation) fort.
Barockmusik: Allgemeine Charakteristika
Stilistische Merkmale
Barockmusik ist gekennzeichnet durch den Wunsch nach Pracht, Künstlichkeit und der Affektdoktrin.
Melodie, Rhythmus und Tempo
Die Melodie und der Rhythmus der Stücke sind viel freier und schwungvoller als in der Renaissance. Während des Mittelalters und der Renaissance war Vokalmusik viel wichtiger als Instrumentalmusik. Hinsichtlich des Tempos erfordern Barockwerke oft ein konstantes Tempo (a tempo costante).
Harmonik und Tonalität
Die Kirchentonarten verschwinden, und die Tonalität (Dur und Moll) setzt sich durch. Dieses System prägt die Musik vom Barock bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Barockmusik ist das Konzept des Akkords.
Instrumentalmusik im Barock
Instrumentenentwicklung
Viele bisher verwendete Instrumente verschwinden, andere werden verändert. Interessanterweise entwickelt sich ein Instrument, das in der Renaissance noch nicht so wichtig war: die Violine mit ihrer gesamten Familie. Im Bereich der Streichinstrumente ist dies die Zeit berühmter Geigenbauerfamilien wie Stradivari, Amati und Guarneri (deren Geigen als außergewöhnlich gelten).
Kammermusik: Die Sonate
In der Kammermusik sehen wir die Entstehung einer neuen Musikform, genannt Sonate (italienisch: Stück, das mit Instrumenten gespielt wird). Die wichtigsten barocken Sonatenformen sind:
- Sonate für Solo und Continuo: Erlaubte dem zentralen Instrument, seine Virtuosität zu demonstrieren. Komponisten durften sogar frei Variationen über die geschriebenen Noten improvisieren.
- Triosonate: Legt mehr Wert auf den Dialog zwischen den Instrumenten.
Vokalmusik im Barock
Wie im Fall der Instrumente suchen Komponisten nach der Maximierung der musikalischen Ressourcen der menschlichen Stimme. Ein neues musikalisches Genre, das während der Barockzeit erfunden wurde, ist die Oper.
Die Oper: Entstehung und Elemente (Weltliche Vokalmusik)
Die Anfänge der Oper fanden in Italien im späten 16. Jahrhundert statt, als eine Gruppe florentinischer Musiker unter der Schirmherrschaft des Grafen Giovanni de' Bardi versuchte, eine Art der Rezitation nachzubilden. Der Wunsch, eine Möglichkeit zu finden, den Text singend zu rezitieren, führte zur Erfindung des Rezitativs. Dieses Verfahren wendet man an, um den Text der Stimme in einem Gesang zu vertonen, der den Rhythmus und die Intonation der Sprache imitiert.
Die Arie
Neben dem Rezitativ ist die Arie ein weiteres Schlüsselelement der Oper. Sie ist das eigentliche Lied und bezieht sich auf ein Stück für eine Solostimme mit instrumentaler Begleitung. Die Begleitung der Arien ist auch aufwendiger als die des Rezitativs. Hier kann das volle Orchester oder ein Solo-Instrument zur Interaktion mit der Stimme eingesetzt werden.
Weitere Opernformen
Andere Arten von Stücken, die in der Oper zu finden sind:
- Ouvertüre: Instrumentales Einleitungsstück, das das Orchester zu Beginn der Oper spielt.
- Chor: Chorstück. Dient hauptsächlich zur Darstellung von Menschenmengen.
- Tanz: Instrumentale Teile, die für die tänzerische Darbietung der Künstler an einem bestimmten Punkt vorgesehen sind.
- Opera buffa: Komische Handlung.
Religiöse Vokalmusik
Im Barock werden weiterhin Motetten und Messen geschrieben. In diesem Bereich entstehen neue Musikgattungen, darunter die Kantate und das Oratorium.
Neue Gattungen: Kantate und Oratorium
Das Oratorium
Das Oratorium ist ein gesungenes Drama mit religiösen Themen. Es erschien im späten 16. Jahrhundert und leitet sich von den mittelalterlichen liturgischen Dramen ab. Anfangs wurden Oratorien mit Kostümen, Kulissen und Bewegungen der Charaktere aufgeführt. Es gibt eine Art Oratorium, genannt Passion, die die Leidensgeschichte und den Tod Jesu Christi erzählt.
Die Kantate
Die Kantate ähnelt dem Oratorium in Struktur und Sätzen, ist aber nicht dramatisch und von kürzerer Dauer.