Barockskulptur und -malerei in Spanien: Analyse und Merkmale

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Barockskulptur in Spanien

Entwicklung und Merkmale

Im siebzehnten Jahrhundert entwickelte sich in Italien die bedeutende Skulptur Berninis, oft mit Marmor oder religiösen Themen. In Spanien hingegen dominierte die polychrome Holzskulptur religiöser Natur. Ihr Ziel war es, bei den Gläubigen das Bewusstsein für die Passion Christi zu steigern. Dies erklärt den Realismus, der manchmal übertrieben und sogar geschmacklos wirkt.

Auftraggeber und Themen

Der primäre Auftraggeber war die Kirche. Bildhauer erhielten Aufträge für Retabel, religiöse Figuren und Prozessionsfiguren der Bruderschaften.

Realismus und Technik

Die Suche nach Realität beeinflusste die Werke stark:

  • Gemälde nutzten die Technik der Trockenmalerei (möglicherweise Fresko oder ähnliches).
  • Es wurde Wert auf die Darstellung von Kleidung und die Verwendung natürlicher Elemente gelegt.

Zentren der Bildhauerei

Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts gab es zwei Hauptzentren der Bildhauerei:

  1. Kastilien (mit Valladolid als wichtigstem Zentrum)
  2. Andalusien (mit Sevilla und Granada)

Im achtzehnten Jahrhundert trat eine weitere Schule hervor, insbesondere die Schule von Murcia (Salzillo).

Barockmalerei: Stil und Inhalt

Grundlegende Merkmale

Wie die figurative Kunst allgemein zeichnete sich die Barockmalerei durch Naturalismus, Bewegung und den Wunsch nach Auffälligkeit und Pracht aus.

Themenwahl

Die Themen wurden vielfältiger. Der Wunsch, die Wirklichkeit so genau wie möglich darzustellen, führte dazu, dass Stillleben und religiöse Szenen, die den Ton des täglichen Lebens einfingen, als Hauptmotive dienten.

Ausdruck und Dramatik

Die Maler des Barock studierten den Ausdruck intensiv. Zeichen wurden in den verschiedensten Ausdrucksformen dargestellt (Schreien, offenes Lachen, Weinen etc.) als Äußerungen des Seelenzustandes. Darüber hinaus wurde die Darstellung des Schmerzes im Barock zelebriert.

Himmel und Erde

Die Notwendigkeit, die himmlische Herrlichkeit darzustellen – oft bei Märtyrern oder Mystikern im Moment ihres Todes – schuf eine Art auffällige Dramaturgie:

  • Der Himmel, gefüllt mit Licht, Engeln und dramatischen Wolken, befand sich im oberen Bereich des Bildes.
  • Die irdische Szene entwickelte sich am unteren Ende der Komposition.

Komposition und Licht

Die Bewegung in der Komposition wurde verbessert. Die ruhige, dreieckige Umrissform der Renaissance wich dem Wunsch, große diagonale Linien zu erzeugen oder das Bild heftig zu kreuzen.

Malerische Elemente

Besonderer Wert wurde auf das Licht gelegt. Es entstanden starke Kontraste zwischen hellen Bereichen und dunklen (düsteren) Schattenbereichen.

Form und Perspektive

Die Formen wurden mit skulpturaler Genauigkeit gezeichnet, wobei die Beleuchtung die Wirkung von Luft auf Form und Farbe perfektionierte. Während die Renaissance die lineare Perspektive entdeckte, verdankte der Barock die Beherrschung der Vogelperspektive.

Farbe und Technik

Maler der venezianischen Schule lernten, die Farbe nicht nur als Pigment, sondern auch als Schöpfer der Formen zu nutzen. Barockmaler entwickelten eine zunehmend weichere Pinselführung und die absolute Vorherrschaft der Farbe über die Zeichnung.

Themenvielfalt

Mythologische Themen wurden weiterhin behandelt.

Veränderungen im Medium

Obwohl die Barockmalerei, besonders in Italien, weiterhin Fresken nutzte, reduzierte sich die Dekoration von Gewölben. Stattdessen verlagerte sie sich in den Tempel und verallgemeinerte die Verwendung von Öl auf Leinwand. Letzteres ermöglichte die Malerei von Bildern, die viel größer als Tafeln waren, und führte zu riesigen Altarbildern.

Religiöse Themen und weltliche Motive

Bei religiösen Themen gab es außerordentlich vielfältige Darstellungen mit deutlichen Unterschieden zwischen katholischen und protestantischen Ländern. Katholiken beharrten auf Themen, die von Protestanten abgelehnt wurden.

Weltliche Themen verbreiteten sich ebenfalls:

  • Landschaften
  • Stillleben
  • Seeschlachten
  • Szenen aus dem häuslichen Leben
  • Porträts (Einzel- oder Gruppenporträts)

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