Bedeutende katalanische Dichter: Ausias März und Angel Guimerà

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Ausias März

Ausias März wurde 1400 in Gandia geboren und starb 1459 in Valencia. Er stammte aus einer Familie von Dichtern und Rittern und diente Alfons dem Großmütigen, der ihn zum königlichen Falkner ernannte. Er war zweimal verheiratet und hatte zwar keine legitimen Nachkommen, jedoch leibliche Kinder.

März' Poesie markiert den Bruch mit der Tradition der Troubadourdichtung. Sein Werk besteht aus 128 Gedichten, die seine Gefühle zum Ausdruck bringen. Mensch und Dichter verschmelzen hierbei; er thematisiert mit allen Vorzügen und Schwächen, Zweifeln und Gewissheiten seine Obsessionen: die Liebe, die Beziehung zwischen Mensch und Gott, den Tod und ethische Probleme.

Struktur des Werkes

Das Werk von März lässt sich thematisch in verschiedene Blöcke unterteilen:

  • Liebeslieder: Das zentrale Thema ist die Liebe. Ausias März spricht über die Liebe zu einer Frau – reale Frauen mit menschlichen Tugenden und Fehlern, die auf eine geistige Liebe ausgerichtet sind. Die Liebeslieder sind um fünf senhals (Troubadour-Pseudonyme) organisiert: Voller Weisheit, Lilie unter Dornen, O törichte Liebe, Liebe, Liebe und Mein Letzter.
  • Moralische Gedichte: Diese basieren auf der philosophischen Tradition des Aristoteles und des Thomas von Aquin, um seine Gefühle und Widersprüche zu analysieren.
  • Todesgesänge: Diese sechs langen Gedichte entstanden im Alter. Der Dichter thematisiert den Tod persönlich als Befreiung vom Schmerz und als Fähigkeit zu lieben. Zudem behandeln sie zwei Unbekannte: das Schicksal der geliebten Frau im Jenseits und Gottes Gerechtigkeit.

Angel Guimerà

Angel Guimerà (1845–1924) ist der bedeutendste katalanische Dramatiker des 19. Jahrhunderts, trat jedoch auch als Dichter, Schriftsteller und Publizist hervor.

Dramatisches Werk

Sein erstes Stück war das sehr romantische Galla Placidia (1879). Es folgten weitere Tragödien wie Judith de Welp sowie Meer und Himmel. Den Höhepunkt seines Schaffens bildet die populäre Trilogie bestehend aus Maria Rosa, Terra Baixa (Tiefland) und La festa del blat (Das Weizenfest). Diese drei Werke (1894–1900) nutzen ähnliche Techniken und spielen in der Welt der Arbeiter, Bauern und Matrosen.

Charakteristika seiner Figuren

Guimeràs Theater präsentiert Charaktere, die eng mit seiner eigenen Lebensbahn verbunden sind:

  • Der Zustand des natürlichen Kindes: Menschen, die als unkonventionell oder als „Unregelmäßigkeit“ geboren wurden.
  • Herkunft und Identität: Figuren, die aufgrund seiner kanarischen Wurzeln als Auswanderer oder Außenseiter (pervinguts) dargestellt werden, oft als Ergebnis von Vermischung (mestisatge).
  • Sentimentalität: Das Scheitern seiner Jugendliebe zu Maria Rubio könnte die Ursache dafür sein, dass er das Thema Liebe in seinen Werken mit so viel Leidenschaft behandelt.

Er folgt dabei der Idee von Rousseau, dass der Mensch von Natur aus gut ist und erst durch die Zivilisation beschädigt wird.

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