Bedeutende spanische Komponisten: Martin y Soler und Monasterio
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,24 KB
Vicente Martín y Soler (1754–1806)
Der spanische Komponist Vicente Martín y Soler war zu seiner Zeit vor allem für seine Opern und Ballette bekannt. Seine Musik wurde von Zeitgenossen hoch geschätzt und umfasst rund dreißig Opern sowie ein Dutzend Ballette für bedeutende Theater, darunter das San Carlo in Neapel, das Burgtheater in Wien, die Eremitage in St. Petersburg und das King's Theatre in London.
Seine Werke wurden von den größten Stars seiner Epoche aufgeführt, darunter:
- Kastraten: Luigi Marchesi
- Tenöre: Giovanni Ansani und Michael Kelly
- Sopranistinnen: Maria Balducci, Luisa Todi und Nancy Storace
Seine Ballette wurden von Choreografen wie Charles Lepicq oder Domenico Rossi inszeniert. Er arbeitete mit den besten Librettisten seiner Zeit zusammen, wie Pietro Metastasio und Lorenzo Da Ponte, und genoss die Gunst bedeutender Herrscher wie Karl IV. von Spanien, Joseph II. und Katharina II. von Russland.
Stil der Wiener Klassik
Sein Stil zeichnet sich durch die Merkmale der Wiener Klassik aus: Er ist melodisch, elegant und geprägt von einer klaren Struktur sowie einer periodischen Phrasierung. Viele seiner Melodien haben einen pastoralen Charakter, oft im 6/8-Takt. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er in Wien mit drei humorvollen Dramen nach Libretti von Da Ponte:
- Il burbero di buon cuore (1786)
- Una cosa rara (1786)
- L'Arbore di Diana (1787)
- Il tutore burlato
Jesús de Monasterio (1836–1903)
Jesús de Monasterio war ein bedeutender spanischer Violinist und Komponist. Er wurde 1836 in Potes (Kantabrien) geboren und verstarb 1903 in Casar de Periedo. Neben Pablo Sarasate gilt er als der wichtigste Vertreter der spanischen Violinschule.
Nach seiner frühen Ausbildung zog er nach Brüssel, wo er bei Charles-Auguste de Bériot studierte. Es folgte eine glänzende Karriere als Virtuose in Europa, bevor er sich in Spanien niederließ, um dort zu unterrichten und das musikalische Leben maßgeblich zu fördern.
Engagement und Wirken
Monasterio spielte eine entscheidende Rolle bei der Einführung von Wagners Werken in Spanien und war ein bedeutender Förderer der Kammermusik. Gemeinsam mit dem Pianisten Jean-Marie Guelbenzu gründete er 1863 das Quartett-Gesellschaft. 1866 rief er zusammen mit Barbieri und Gaztambide die Concert-Gesellschaft von Madrid ins Leben, ein Orchester, das sich der Förderung der deutschen Symphonik widmete.
Wichtige Werke
- Original spanische Fantasie (1853) für Violine und Orchester
- Adiós a la Alhambra (1855) für Violine und Klavier: Ein virtuoses Stück mit einer wunderschönen melodischen Linie (auch in Orchesterfassung).
- Grande Fantaisie Nationale (1855) für Violine und Orchester
- Konzert in h-Moll für Violine und Orchester (1859, 2. Fassung 1880): Ein technisch anspruchsvolles Werk, das in seiner Struktur an Mendelssohns Violinkonzert erinnert. Es ist das einzige in Spanien geschriebene Violinkonzert dieser Epoche und steht ganz in der Tradition der romantischen Violinkonzerte.