Bedeutung und Vielfalt der Biodiversität

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Bedeutung der biologischen Vielfalt

Die biologische Vielfalt ist aus folgenden Gründen von großer aktueller und zukünftiger Bedeutung:

  • Aktuelle und potenzielle Nutzung: Die Nutzung von Bestandteilen der biologischen Vielfalt und der biologischen Ressourcen für die Menschheit.
  • Erhaltung der Biosphäre: Die Bewahrung der Biosphäre in einem Zustand, der das menschliche Leben weiterhin unterstützt.
  • Erhaltung der Artenvielfalt: Der Schutz der Artenvielfalt selbst, einschließlich aller lebenden Arten.

Biodiversität als Ressource

Ein gewisses Maß an biologischer Vielfalt ist notwendig, um zunächst die materielle Grundlage für das menschliche Leben zu schaffen: erstens, um die Biosphäre als funktionales System zu erhalten, und zweitens, um die materielle Basis für die Landwirtschaft und utilitaristische Bedürfnisse zu stellen.

Die direkte Nutzung der biologischen Vielfalt ist wichtig für die Ernährung und bildet die Grundlage landwirtschaftlicher Tätigkeiten (Kulturen), der Viehzucht (Rassen) und der Ernte (Fischerei, Jagd). In Peru werden 787 einheimische Pflanzenarten als Lebensmittel genutzt, von denen ein kleiner Teil von globaler Bedeutung ist und einige intensiv kommerziell verwaltet werden. Dutzende Tierarten dienen als Nahrung, doch nur ein geringer Prozentsatz ist für die weltweite Ernährung von Bedeutung.

Pharmazeutische Bedeutung

Die biologische Vielfalt ist von großem Interesse für die Herstellung von Arzneimitteln zur Heilung von Krankheiten bei Menschen und Haustieren. Weltweit werden tausende Pflanzen- und Tierarten medizinisch genutzt; 80 % der Einwohner von Entwicklungsländern sind auf diese angewiesen. Etwa 90 Pflanzenarten produzieren rund 120 Verbindungen, die weltweit als Arzneimittel eingesetzt werden.

In Peru werden beispielsweise über 4400 einheimische Pflanzenarten für 48 verschiedene Zwecke genutzt (Lebensmittel, Medikamente, Fasern, Farbstoffe, Bauholz, Brennholz etc.). Dies entspricht einem wirtschaftlichen Wert von rund 10 % des BIP (ca. 4 Mrd. pro Jahr).

Biodiversität und die Biosphäre

Menschliche Aktivitäten schaden der globalen Biosphäre, weshalb es notwendig ist zu bestimmen, wie der Verlust der biologischen Vielfalt diese Veränderungen beeinflusst. Eine der gravierendsten Folgen ist die Akkumulation von CO2 in der Atmosphäre und die daraus resultierende Erwärmung. Waldschutz und Wiederaufforstung sind entscheidend, um überschüssigen Kohlenstoff zu binden.

Weitere Werte der biologischen Vielfalt

Ein kleiner Teil der biologischen Vielfalt hat einen aktuellen Marktwert, was allein ihre Erhaltung jedoch nicht rechtfertigen würde. Es gibt zudem Werte jenseits der Wissenschaft, wie ethische und ästhetische Aspekte.

In den letzten Jahren wurde der Wert der Biodiversitätsressourcen betont, die als „das Gold der Zukunft“ bezeichnet werden. Der wirtschaftliche Wert vieler Arten, die bis vor Kurzem unbekannt waren, wächst stetig.

Vielfalt von Pflanzenarten

Es sind rund 25.000 Pflanzenarten verzeichnet, davon 17.143 Blütenpflanzen (Angiospermen und Gymnospermen). Für die Tierwelt gibt es keine vollständigen Listen, aber es sind mehr als 5.000 Arten bekannt, wobei jährlich neue entdeckt und beschrieben werden. Die Sammlungen im Land sind begrenzt, und die bekannte Zahl stellt sicherlich nur einen kleinen Prozentsatz der tatsächlich existierenden Arten dar. Mikroorganismen (einzellige Algen, Bakterien, Pilze, Einzeller und Viren), Bodenorganismen und die Meeresfauna sind bisher nur wenig erforscht.

Vielfalt genetischer Ressourcen

Im Land gibt es 128 domestizierte einheimische Pflanzenarten, von denen einige von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Bei Nutztieren sind tausende Sorten bekannt. Die Kartoffel ist zusammen mit Mais, Reis und Weizen eine der vier wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt. Es gibt neun Arten domestizierter Kartoffeln mit mehr als 2.000 Sorten, die vom Meeresspiegel bis auf 4.750 Meter Höhe angebaut werden. Zudem besitzt das Land fast 200 Arten wilder Kartoffeln, vor allem in der Titicaca-Region, die für Kreuzungen mit domestizierten Arten von großer Bedeutung sind. Das Land hat zudem vier heimische Tierarten (Alpaka, Lama, Flugente und Meerschweinchen), die bereits während der vorspanischen Zeit domestiziert wurden.

Vielfalt der Ökosysteme

Peru gilt als eines der Länder mit der größten ökologischen Vielfalt der Erde. Es werden 11 Ökoregionen anerkannt: das kalte Meer, das tropische Meer, die Küstenwüste, der trockene äquatoriale Wald, der pazifische Regenwald, die Bergsteppe, die Puna, der Paramo, der hohe Regenwald (Selva alta), der Amazonas-Regenwald (Flachland) und die Palmensavanne. Von den 117 weltweit anerkannten Lebenszonen finden sich 84 in Peru.

Megabiodiversität und Verantwortung

Aufgrund dieser hohen Artenvielfalt zählt Peru weltweit zu den 15 Megabiodiversitätsländern, zusammen mit Brasilien, Kolumbien, Zaire, Madagaskar, Mexiko und China. Es ist zudem eines der wichtigsten Zentren für genetische Ressourcen (Vavilov-Zentren). Dies bringt eine große Verantwortung mit sich. Die Forschung, Erhaltung und Entwicklung wirtschaftlicher Chancen auf Basis der biologischen Vielfalt sollten daher ein vorrangiges bundesweites Anliegen sein.

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