Begriffe zur Raum- und Wirtschaftsentwicklung in Spanien

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Erreichbarkeit

Erreichbarkeit: Der Grad der Leichtigkeit oder Schwierigkeit, einen Ort von anderen Orten aus zu erreichen. Sie hängt ab von der Entfernung sowie von der Verfügbarkeit von Infrastruktur und Verkehr.

Zollgebühr

Zollgebühr: Offizielle staatliche Abgabe, die beim Grenzübertritt von Waren zu entrichten ist. In Spanien unterliegen Waren aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union keinen Zöllen; für Waren aus Drittländern gilt ein gemeinsamer Zolltarif.

Metropolitan Area / Metropolregion

Metropolitan Area: Großräumiges Gebiet mit städtischem Charakter, das eine Großstadt und mehrere umliegende Städte umfasst. Zwischen diesen Orten bestehen erhebliche wirtschaftliche und soziale Beziehungen, die häufig zu gemeinsamer Planung und Koordinierung bestimmter Dienstleistungen führen. In Spanien entstanden Metropolregionen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Madrid, Barcelona und Bilbao. Heute haben fast alle größeren Städte entsprechende Ballungsräume etabliert.

Stadtteil

Stadtteil: Ursprünglich eine Nachbarschaft außerhalb der Stadtmauern. In mittelalterlichen spanischen Städten wurden Stadtteile häufig von unteren sozialen Schichten bewohnt und hatten einen geringeren sozioökonomischen Status.

Autobahn

Autobahn: Eine Straße hoher Kapazität mit getrennten Fahrbahnen für beide Fahrtrichtungen (in der Regel mit mindestens zwei Fahrspuren pro Richtung) und ohne ebene Kreuzungen. Sie ähnelt der Autopista, unterscheidet sich jedoch in einigen technischen oder rechtlichen Merkmalen, etwa beim Vorhandensein von Bahnübergängen.

AVE (Spanischer Hochgeschwindigkeitszug)

AVE (Spanischer Hochgeschwindigkeitszug): Ein öffentlicher Hochgeschwindigkeitszug, der Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen kann. Seit seiner Einführung im Jahr 1992 wurde das Netz erweitert: vollständig betriebene Strecken sind unter anderem Madrid–Sevilla/Málaga, Madrid–Barcelona, Madrid–Valladolid und Madrid–Valencia; weitere Strecken sind in Vorbereitung oder geplant. Mit mehr als 2.600 km im Betrieb ist das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz das größte in Europa und das zweitgrößte der Welt nach China.

Handelsbilanz

Handelsbilanz: Die Differenz zwischen dem Wert der Exporte und Importe. In Spanien ist die Handelsbilanz traditionell defizitär.

Zahlungsbilanz

Zahlungsbilanz: Die Aufzeichnung aller Transaktionen eines Landes mit dem übrigen Rest der Welt über einen bestimmten Zeitraum. Sie umfasst Einnahmen und Ausgaben für jede Transaktion; die Differenz kann positiv oder negativ sein.

Volkszählung

Volkszählung: Erhebung, die die Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt individualisiert zählt. Sie sammelt demografische, wirtschaftliche und soziale Daten zu statistischen Zwecken. Die gewonnenen Informationen werden veröffentlicht und häufig in digitaler Form zur Verfügung gestellt. In Spanien wird die Volkszählung in der Regel alle zehn Jahre durchgeführt.

Historisches Zentrum

Historisches Zentrum: Der vorindustrielle Teil einer Stadt, der die Entwicklung von den Anfängen bis zur Industrialisierung widerspiegelt. Gewöhnlich war es von einer Mauer umgeben; der Grundriss ist meist unregelmäßig (es gibt jedoch auch Beispiele für regelmäßige Grundrisse). Das historische Zentrum ist dicht bebaut und geprägt von Wohnhäusern, Geschäfts- und Handwerksbetrieben. Im Laufe der Geschichte kam es zu Umstrukturierungen: Verdichtung, vertikale Aufstockung und funktionale Umnutzung von Gebäuden.


Slums

Slums: Typische Siedlungsräume in großen urbanen Zentren, die oft durch informelle oder illegale Landbesetzung entstehen. Sie zeichnen sich durch selbst errichtete Bauten aus, die häufig gravierende Mängel an Fundamenten und Baumaterialien aufweisen und meist nicht an die Grundversorgung (Wasser, Strom, sanitäre Anlagen) angeschlossen sind.

Gartenstadtplanung

Gartenstadtplanung: Das Modell der Gartenstadt verbreitete sich in Spanien seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Verbreitung von Ebenezer Howards Ideen. Es handelte sich zunächst nicht um eigenständige Städte, sondern um Wohnquartiere mit Einfamilienhäusern und Gärten, die isoliert, getrennt oder kombiniert angelegt waren. Anfangs dienten sie als erschwingliche, oft einfache Wohnungen für Arbeiter (im Rahmen von Vorschriften für günstiges Wohnen). Später entstanden größere, qualitativ hochwertigere Modelle am Stadtrand, die tatsächlich den Namen Gartenstadt verdienten und sich an das Bürgertum richteten.

Ort

Ort: Eine Siedlung mit mehr als 10.000 Einwohnern. Die wirtschaftlichen Aktivitäten konzentrieren sich überwiegend auf den sekundären und tertiären Sektor.

Außenhandel

Außenhandel: Der Handel mit Gütern und Dienstleistungen eines Landes mit dem übrigen Rest der Welt. Der Verkauf inländischer Erzeugnisse ins Ausland wird Export genannt, der Kauf ausländischer Produkte heißt Import.

Binnenhandel

Binnenhandel: Austausch von Waren und Dienstleistungen innerhalb der Grenzen eines Landes. Die räumliche Verbreitung und Bedeutung des Binnenhandels hängt von guten Verkehrs- und Kommunikationssystemen sowie von der Existenz eines breiten Verbrauchermarktes ab.

Ballungsraum

Ballungsraum: Ein zusammenhängendes Stadtgebiet, das durch das gleichzeitige Wachstum von zwei oder mehr Städten entsteht. Jede Stadt behält dabei ihre administrative Unabhängigkeit. Ein häufiger Fusionsfaktor ist das Auftreten von Verkehrsknoten oder -engpässen (z. B. Málaga und Marbella).

Natürliches Wachstum

Natürliches Wachstum: Die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen. Es kann positiv oder negativ sein; in Spanien liegt es derzeit nahe null aufgrund niedriger Geburtenraten und vergleichsweise niedriger Sterberaten.

Gesamtwachstum (real)

Gesamtwachstum oder real: Die Summe aus dem natürlichen Bevölkerungswachstum und der Migration.

Bevölkerungsdichte

Bevölkerungsdichte: Das Verhältnis der Bevölkerung zur Fläche eines Gebiets, angegeben in Einwohnern pro km². In Spanien liegt die durchschnittliche Dichte bei etwa 81,2 Einwohnern/km²; es gibt jedoch Gemeinden mit deutlich höheren Werten (z. B. in der Randzone der Halbinsel, in Madrid, auf den Inseln sowie in Ceuta und Melilla) und andere mit geringerer Dichte (im Inneren der Halbinsel).

Wirtschaft

Wirtschaft: Bezeichnet die Gesamtheit der wirtschaftlichen Aktivitäten eines Landes. Daneben existieren informelle Tätigkeiten, die außerhalb der gesetzlichen Erfassung stattfinden und weder in Steuerunterlagen noch in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vollständig erfasst werden (daher statistisch schwer zu beziffern).

Ökotourismus

Ökotourismus: Eine Form des Tourismus, die das Studium, den Schutz und das Erleben von Ökosystemen fördert. Er stellt eine Alternative zum traditionellen Sonne-und-Strand-Tourismus dar, trägt zur Milderung von Saisonalität bei, fördert die touristische Entwicklung in nicht-traditionellen Regionen und stärkt das öffentliche Interesse an Umwelterhaltung und -wissen.

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