Bender-Koppitz-Test: Bewertung und Anwendung

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Bender-Koppitz-Test (für Kinder)

Ursprünge und Entwicklung

Der Bender-Gestalt-Test wurde ursprünglich von Lauretta Bender zwischen 1932 und 1938 als klinischer Test für Erwachsene entwickelt. Er basiert auf neun sinnlosen Designs von Wertheimer, die zur Erforschung von Wahrnehmungsprozessen und der Gestaltpsychologie dienten.

Lauretta Bender entwickelte ein System, bei dem die Designs den Probanden gezeigt und zur Reproduktion aufgefordert wurden.

Elizabeth Koppitz (1962) adaptierte den Test mit denselben Vorlagen für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren. Dieses System dient der Beurteilung von:

  • Wahrnehmungsreife
  • Neurologischen Störungen
  • Emotionaler Anpassung

Anwendung

Material:

  • 2 Blätter im Letter-Format
  • Bleistift
  • Radiergummi

Vorgehen:

  • Die Karten werden nacheinander in der vorgegebenen Reihenfolge ohne Zeitbegrenzung vorgelegt (die benötigte Zeit wird notiert).
  • Es wird kein Hinweis darauf gegeben, wie das Design ausgeführt werden soll. Wenn das Kind fragt, wird geantwortet, dass es den Teil zeichnen soll, den es möchte.
  • Die Verwendung von Linealen, Zirkeln oder anderem zusätzlichen Material ist nicht erlaubt.
  • Es werden keine Kommentare abgegeben; Beobachtungen zum Verhalten werden notiert.
  • Bei Fragen des Kindes wird neutral reagiert, z. B.: "Mach es so ähnlich wie auf der Karte."
  • Wenn das Kind beginnt, die Punkte der Figuren zu zählen: "Du brauchst die Punkte nicht zu zählen, versuche einfach, es so ähnlich wie möglich zu machen." (Wenn es weiterzählt, hat dies diagnostische Bedeutung, z. B. zwanghafter Perfektionismus).

Instruktion: "Du hast neun Zeichnungen. Ich möchte, dass du sie kopierst. Hier ist die erste, mach sie genauso..." (Karte A wird vorgelegt).

Beobachtungen und Interpretation

Zu registrierendes Verhalten:

  • Stil
  • Vorbereitung auf eine neue Aufgabe
  • Anpassung an die Aufgabe
  • Verhaltensschwierigkeiten und/oder Lernschwierigkeiten
  • Schlechte interne Kontrolle und/oder unreife visuell-motorische Koordination
  • Perfektionismus
  • Unaufmerksamkeit
  • Kurze oder schnelle Bearbeitungszeit (Durchschnitt: 6:20 Minuten; bei Problemen: 5:19 Minuten; hyperaktiv: 4:41 Minuten)
  • Zwanghaftes Verhalten

Auswertung: Die erreichte Punktzahl wird mit dem erwarteten Ergebnis für das chronologische Alter verglichen.

Abweichungen (nach Koppitz):

  1. Formverzerrung
  2. Rotation
  3. Ersetzung von Punkten durch Kreise
  4. Perseveration
  5. Fehlende Integration
  6. Fehlende Winkel
  7. Ersetzung von Winkeln durch Kurven

Emotionale Indikatoren

  • Emotionale Indikatoren sollten einzeln bewertet werden.
  • Sie können einzeln oder in Kombination auftreten.
  • Sie stehen nicht unbedingt im Zusammenhang mit Alter und Reife.
  • Kinder mit schlechter Wahrnehmungs- und motorischer Integration sind oft anfällig für sekundäre emotionale Schwierigkeiten.
  • Erlauben Hypothesen, die durch weitere Beobachtungen und psychologische Daten überprüft werden müssen.
  • Ein einzelner emotionaler Indikator ist nur ein Hinweis auf eine Tendenz, aber nicht auf ein ernsthaftes emotionales Problem.
  • Es müssen drei oder mehr emotionale Indikatoren vorliegen, um mit einiger Sicherheit sagen zu können, dass ein Kind ernsthafte emotionale Probleme hat.

Liste emotionaler Indikatoren (Beispiele):

  1. Konfuse Ordnung
  2. Wellenlinie in den Abbildungen 1 und 2
  3. Ersatz von Kreisen durch Striche in Abbildung 2
  4. Progressive Zunahme der Größe in den Abbildungen 1, 2 oder 3
  5. Sehr große Zeichnungen
  6. Sehr kleine Zeichnungen
  7. Feine Linie
  8. Nachlässige oder verstärkte Linien
  9. Zweiter Versuch
  10. Expansion
  11. Rahmen um die Figuren
  12. Spontane Ergänzungen oder Zusätze zur Figur

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