Benito Pérez Galdós: Leben, Werk und Spanischer Realismus
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Benito Pérez Galdós: Leben und Werk
Benito Pérez Galdós wurde 1843 in Gran Canaria geboren. Im Jahr 1862 zog er nach Madrid. Er interessierte sich für soziale, politische und ideologische Themen. Er wird als fortschrittlich und antiklerikal definiert. Sein erster Roman, "La Fontana de Oro", markiert die Wiedergeburt des Romans. Er begann mit der Ausarbeitung der Episodios Nacionales, die er im Wechsel mit anderen Werken verfasste. In den Jahren 1886 bis 1890 behandelte er stellvertretende politische Themen. Von 1890 bis 1900 wandte er sich spirituellen Themen zu. Ab 1898 war er Abgeordneter der Republikaner, wobei seine Radikalität zunehmend toleranter wurde. Seine letzten Jahre waren von Trauer geprägt: Er verlor sein Augenlicht, litt unter wirtschaftlicher Not und starb 1920 in Madrid.
Hauptwerke und Nationale Folgen
Sein Werk umfasst die Episodios Nacionales, eine Reihe von Romanen, die die spanische Geschichte abbilden. Dies war das erste Mal, dass ein solches Projekt im spanischen Roman umgesetzt wurde. Die Reihe umfasst 46 Romane, ursprünglich geplant in 5 Serien zu je 10 Titeln, wobei die letzten 6 Titel geteilt wurden.
- Die ersten beiden Bände behandeln den Unabhängigkeitskrieg und die Herrschaft Ferdinands VII. Die Hauptfiguren sind Gabriel Araceli und Salvador Monsalud.
- Die späteren Bände behandeln die Karlistenkriege bis zur Restauration.
Das Hauptmerkmal der Episodios ist die kritische Auseinandersetzung mit der spanischen Unnachgiebigkeit. Mit diesen Werken gelang es Galdós, eine neue Art von historischem Roman zu schaffen, der sich durch strenge Dokumentation und den Anspruch auf Objektivität auszeichnete.
Frühe Romane und Gesellschaftskritik
Die ersten Romane, die er bis etwa 1880 schrieb, sind zwei historische Romane: La Fontana de Oro und El Audaz. Darauf folgten Romane über das zeitgenössische Leben wie "Doña Perfecta", "Gloria" und "La Familia de León Roch". In diesen Werken reagierte Galdós auf die ideologischen Konflikte im Spanien seiner Zeit und griff Fanatismus und Unnachgiebigkeit an.
Im gleichen Zeitraum entstand "Marianela", eine tragische Romanze zwischen einem armen, blinden jungen Mann und einem hässlichen, armen Mädchen, das ihm zur Sehkraft verhilft.
Jovellanos und die Sorge um Spanien
Die Sorge um Spanien bildet den Kern von Jovellanos' Schaffen. Seine Berichte und Projekte zeugen von einer brennenden Sehnsucht nach nationaler Erneuerung. Die wichtigsten Themen sind:
1. Materieller Fortschritt des Landes
Hervorzuheben ist der "Informe en el Expediente de la Ley Agraria", in dem er die Haupthindernisse der spanischen Landwirtschaft analysierte und geeignete Abhilfemaßnahmen vorschlug.
2. Aufklärung der Öffentlichkeit
Themen waren die kulturelle und moralische Erziehung des Volkes sowie pädagogische Fragen, dargelegt im "Plan General de Enseñanza". Er sah Kultur als Grundlage für den Fortschritt der Völker und gründete das Königliche Institut von Asturien.
3. Kulturgeschichte
Die "Memoria sobre la policía de espectáculos" konzipierte eine kurze Geschichte der öffentlichen Unterhaltung in Spanien, einschließlich spanischem Theater und Stierkampf. "Elogio de las Bellas Artes" ist eine kurze Kunstgeschichte mit vielen nachdenklichen Urteilen, darunter eine frühe Begeisterung für die Gotik.
4. Politik
Die "Memoria en Defensa de la Junta Central" ist ein Plädoyer gegen diejenigen, die der Zentraljunta vorgeworfen hatten, Staatsgelder unterschlagen und die souveräne Autorität untergraben zu haben. Jovellanos' Patriotismus und die Integrität seines Charakters werden hervorgehoben. Seine politischen Ansichten waren liberaler Natur.
Stil von Jovellanos
Seine Prosa verfolgte einen didaktischen Zweck, was seinen Stil jedoch nicht an literarischen Qualitäten minderte. Er gilt als einer der besten Vertreter der Prosa des 18. Jahrhunderts: schlicht, elegant und fern von Kultismen oder Gallizismen.
Der Realistische Roman im zweiten Halbjahr des 19. Jahrhunderts
Im zweiten Halbjahr des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Gesellschaft. Die Bourgeoisie festigte ihre konservativen Positionen gegen die Arbeiterbewegung, die durch die Industrialisierung entstand. Europäische Regierungen wurden autoritärer und propagierten den Positivismus, der Beobachtung und Experiment als Methoden zur Erforschung der Realität und zur Entwicklung der Wissenschaft vorschlug. Der literarische Realismus setzte sich durch und wurde zur wichtigsten Gattung des Romans.
Merkmale des Realismus
- Genaue Beobachtung der Wirklichkeit und gründliche Dokumentation des Behandelten.
- Verwendung einer objektiven Methode: Der Autor agiert wie ein Journalist, äußert aber manchmal seine Meinung.
- Soziale Absicht mit der Idee der "nützlichen Kunst"; Anprangerung der gesellschaftlichen Missstände.
- Abschaffung des rhetorischen Stils der Romantik; die Sprache passt sich den Charakteren an.
- Der Roman versucht, eine umfassende Sicht auf die Gesellschaft zu bieten (ein Spiegel des Lebens): Charaktere, Einstellungen und Probleme sind plausibel und alltäglich. Der Romancier wird zum Sprecher eines kollektiven Bewusstseins, und der Leser erkennt sich in den Romanfiguren wieder.
Entwicklung in Spanien
Der Realismus kam in Spanien spät an, da die spanische Literatur bereits eine realistische Tradition besaß (Schelmenroman und Cervantes). Elemente der Romantik, wie die Vorliebe für Sittenbilder, melodramatische Geschichten und Übersetzungen ausländischer Autoren, beeinflussten den Übergang zum Realismus.
Drei Perioden:
- Prärealismus: Versuche, eine dynamische Handlung aufzubauen, in der das Verhalten der Figuren durch das soziale Umfeld bestimmt wird. Es entsteht eine Welt von Guten und Bösen, oft mit moralischen Absichten. Vertreter sind Fernán Caballero ("La Gaviota") und Pedro Antonio de Alarcón ("El Sombrero de Tres Picos").
- Erster Realismus: Vertreten durch Romane wie "La Fontana de Oro" von Galdós, in denen die Charaktere im Dienst einer Idee oder These stehen. Es gab zwei Strömungen:
- Konservative (Pereda, Palacio Valdés): Idealisierten die Wirklichkeit in regionalistischen Romanen.
- Progressive: Verfechter radikaler sozialer Veränderungen und Angreifer des Intoleranz.
- Konsolidierung oder Reife des Realismus: In den 80er und 90er Jahren gewannen die Romane an Objektivität und Qualität in der Beschreibung von Einstellungen und Charakteren. Der übermäßige Moralismus wurde zugunsten einer objektiveren Darstellung aufgegeben. Wichtige Vertreter dieser Phase sind Galdós, Valera und Clarín.