Bernat Metge und die katalanische Literaturgeschichte
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Erstes Buch: Lo Somni und der Humanismus
In diesem Teil erhält der inhaftierte Autor Besuch von der Seele des Königs Johann. Es entwickelt sich ein religiöser und philosophischer Dialog über die Unsterblichkeit der Seele. Von den vier Büchern ist dies jenes, das am stärksten das humanistische Denken widerspiegelt, welches alle Dinge anzweifelt und rational argumentiert.
Zweites Buch: Mythologie und das Fegefeuer
Die Identität der beiden Begleiter von König Johann stammt aus der Mythologie: Es handelt sich um die klassischen Gestalten Tiresias und Orpheus. Auch dies ist ein eindeutig humanistisches Element: der Verweis auf die Klassiker. König Johann erklärt zudem, dass das Schicksal seiner Seele nicht die Hölle, sondern das Fegefeuer ist, wo sie gereinigt wird, bevor sie in den Himmel aufsteigt. Dies spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Verteidigung der Unschuld von Bernat Metge.
Drittes Buch: Orpheus und die Frauenkritik
Orpheus gibt eine Erklärung seines Lebens ab und beschreibt anschließend die Hölle in der gleichen Weise wie Vergil und Dante. Tiresias hingegen äußert eine scharfe Kritik an den Frauen.
Viertes Buch: Lob der Frauen und das Erwachen
Im Gegensatz dazu spricht ein Arzt ein umfangreiches Lob auf alle Frauen aus, beginnend in der Antike und sich bis in die Zeitgeschichte erstreckend. Er kritisiert die Männer und widerlegt später Punkt für Punkt die Argumente von Tiresias gegen die Frauen. Schließlich endet das Buch, als der Autor aus seinem Traum erwacht.
Die Renaissance und der italienische Humanismus
Die Renaissance ist die historische Epoche und kulturelle Bewegung, die mit dem italienischen Humanismus begann und sich im 16. Jahrhundert über ganz Europa ausbreitete. Die Kunst der Renaissance zeichnet sich durch ihre klassischen Linien und ihre Eleganz aus.
Bernat Metge und Ausiàs March verliehen der katalanischen Literatur eine ausgezeichnete Qualität und großes Ansehen. Nach der Neuzeit folgte eine lange Periode des Niedergangs, die oft als Decadència bezeichnet wurde. Während dieser Zeit ging die literarische Produktion zurück, und die Bewegungen jener Ära brachten kaum Hauptwerke hervor.
Petrarca und die Entwicklung des Dramas
Petrarca ist der Begründer des Humanismus und einer der größten Dichter der Weltliteratur. Sein Canzoniere wurde zum meistnachgeahmten Lyrikband von der Renaissance bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die große Variation der Themen des mittelalterlichen religiösen Dramas lässt sich in mehrere Zyklen unterteilen:
- Zyklus von Weihnachten: befasst sich mit der Geburt Christi.
- Oster-Serie: gewidmet dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Christi.
- Zyklus der Maria: zu Ehren der Jungfrau Maria.
- Hagiographischer Zyklus: dem Leben der Heiligen gewidmet.
Parallel dazu existierte das profane Volkstheater. Das wichtigste Genre vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert war das Entremés (die Vorspeise oder Sketche). Es handelt sich um ein kurzes dramatisches Stück, einen Einakter mit komischem oder burleskem Charakter, der die Atmosphäre des Volkes widerspiegelt. Die häufigsten Themen kreisen um eine Reihe von stereotypen Charakteren. Der Zweck dieses Genres war die Unterhaltung; die Stücke wurden in der Regel auf Straßen und Plätzen aufgeführt. Die Sprache war umgangssprachlich, lebendig und direkt.
Das Barock und Francesc Vicent Garcia
Das Barock ist von Künstlichkeit, Ornamentik und Dunkelheit geprägt und versuchte, der Öffentlichkeit eine düstere Welt zu vermitteln. Francesc Vicent Garcia, bekannt als der Rektor von Vallfogona, ist ein Autor mit einem umfangreichen Werk, das durch seine Vielfalt an Formen und Registern gekennzeichnet ist: elegante Sonette, burleske Romanzen, erzählende Gedichte... Sowohl wegen dieser großen Vielfalt als auch wegen des Einsatzes ständiger rhetorischer Kunstgriffe ist Garcia der wichtigste Vertreter der Barockzeit in Katalonien.