Bertolt Brechts Antikriegslyrik: Analysen und Hintergründe
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Mein Bruder war ein Flieger: Analyse
Das Gedicht „Mein Bruder war ein Flieger“ besteht aus drei Strophen. Es thematisiert die politische Geschichte der 1930er Jahre und den Tod eines Fliegers während des Spanischen Bürgerkriegs.
Das Gedicht erzählt die Geschichte eines Soldaten, der gemäß Hitlers Plan neuen „Lebensraum“ für die Deutschen erobern soll und im Guadarrama-Gebirge seinen Tod findet. Der Bruder ist ein fiktiver Charakter, der von den Machthabern gezwungen wird, das Reich der Deutschen zu vergrößern und in den Krieg zu ziehen. Hitler beabsichtigte, die Größe des Reiches Karls des Großen wiederherzustellen. Der Ort, den der Bruder schließlich „erobert“, ist lediglich sein eigenes Grab im Guadarrama-Gebirge bei Madrid.
Das Werk nimmt zudem Bezug auf die Transporte spanischer faschistischer Truppen durch die deutsche Legion Condor (ab Juni 1936) und die Luftangriffe auf Guernica am 26. April 1937. Sowohl Bertolt Brecht als auch Pablo Picasso repräsentieren die Aktionen der Legion Condor in ihren Werken. Während Picasso sich an die Weltöffentlichkeit wandte, um die immense Tragödie dieses ersten Bombenangriffs auf die Zivilbevölkerung aufzuzeigen, wollte Brecht die Deutschen warnen, dass Krieg tödlich und kein Spiel ist. Er beabsichtigte, die Deutschen von der Nazi-Ideologie zu distanzieren.
Der Krieg, der kommen wird (1939)
Das Gedicht „Der Krieg, der kommen wird“ aus dem Jahr 1939 besteht aus einer Strophe und stammt aus den „Svendborger Gedichten“. Diese sind nach dem Ort benannt, an dem Brecht sich während seines Exils in Dänemark aufhielt. Brecht war während des Ersten Weltkriegs Medizinstudent und wusste daher aus eigener Erfahrung, dass Krieg in der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft existiert.
Er zeigt eine zutiefst negative Haltung zum Krieg. In jedem Konflikt gibt es zwei Gruppen – die Sieger und die Besiegten –, aber es existiert auch eine dritte Gruppe, die immer leidet: das niedere Volk. Das Volk gehört faktisch zu beiden Gruppen, denn in jedem Krieg hungern die „kleinen Leute“. Brecht verdeutlicht, dass Krieg nutzlos ist. Er löst keine Probleme, sondern verschlechtert die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen der armen Bevölkerung. Die echten Probleme sind Armut, Hunger und die Unterdrückung des Volkes, für die kein Krieg eine Lösung bieten kann.
General, dein Tank: Kritik am Militär
Dieses Gedicht besteht aus drei Strophen und kritisiert den Krieg sowie die Einstellung des Militärs gegenüber dem menschlichen Leben. Die Hauptthemen sind:
- Der Krieg: Brecht zeigt die Brutalität des Krieges und wie er Leid und Tod bringt. Der „Tank“ symbolisiert dabei militärische Macht und Zerstörung.
- Die Verantwortung der Kommandanten: Er spricht direkt den „General“ an. Die militärischen Führer sind verantwortlich für die Konsequenzen ihrer Aktionen. Sie entscheiden, Soldaten in den Krieg zu schicken, doch die Opfer sind die gewöhnlichen Menschen.
- Das menschliche Leben: Brecht lädt dazu ein, über den Wert des menschlichen Lebens nachzudenken. Der Krieg ignoriert die Individualität und Menschlichkeit.
Struktur und Kernaussage
In der ersten Strophe spricht der Autor über die Zerstörungskraft des Tanks, betont jedoch einen entscheidenden „Fehler“: Er braucht einen Fahrer.
In der zweiten Strophe thematisiert er die große Macht eines Bombenflugzeugs, das jedoch ebenfalls einen „Fehler“ aufweist: Es benötigt einen Monteur.
In der letzten Strophe resümiert der Autor, dass der Mensch zwar alles tun kann, aber einen entscheidenden „Fehler“ besitzt: Er kann denken und er kann wählen.