Betonfugen richtig planen und ausführen: Ein Leitfaden
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Betonfugen
Idealerweise sollte der Beton kontinuierlich gegossen werden, um Fugen zu vermeiden und eine monolithische Gesamtstruktur zu erhalten.
In der Praxis gibt es jedoch viele Fälle, in denen Arbeitsfugen erforderlich sind, um das Betonieren an einem späteren Tag fortzusetzen.
Fugen sind auch notwendig, um Schwindrisse zu verhindern. Bei kontinuierlichem und schnellem Betonieren können Risse aufgrund der Verkürzung der einzelnen Bauteile entstehen.
Wichtige Aspekte bei Betonfugen
Besondere Aufmerksamkeit sollte folgenden Punkten gewidmet werden:
- Zustand der Fuge
- Oberfläche der Fuge (Dichtfläche)
- Vorbereitung für die Weiterbetonierung
Zustand und Anordnung der Betonfugen
- Die Fugen müssen im Projekt vorgesehen werden.
- Sie sollten möglichst senkrecht zu den Druckbelastungen ausgerichtet werden.
- Sie sollten dort platziert werden, wo ihre Wirkung am wenigsten schädlich ist.
- Sie müssen von Bereichen größtmöglicher Beanspruchung ferngehalten werden, insbesondere wenn die Bewehrung erheblichen Zugkräften ausgesetzt ist.
- In Balken sollten Fugen nahe dem vierten oder fünften Teil der Spannweite platziert werden, wo Schub- und Biegemomente moderat sind. Die Fuge sollte dabei einen Winkel zwischen 30° und 45° zur Betonierrichtung aufweisen.
Oberflächenbehandlung von Betonfugen
Die Oberfläche sollte mit Sorgfalt behandelt werden, damit die konstruktive Diskontinuität nicht zu einer strukturellen Diskontinuität führt.
Methoden zur Oberflächengestaltung
Oberflächen lassen sich wie folgt gestalten:
1. Schalung oder geglättete Oberflächen
- Schwierig durchzuführen
- Geringe Haftfähigkeit
2. Gebürstete Oberflächen
Das Grobkorn wird freigelegt, nachdem der Oberflächenmörtel entfernt wurde.
3. Natürliche Oberfläche
- Keine spezielle Aktion erforderlich.
- Starke Vibrationen können zum Verlust der Haftung des Mörtels auf der Oberfläche führen.
- Die Haftung ist praktisch identisch mit der einer geplanten Oberfläche.
4. Streckmetall (Expanded Metal)
- Die Dauerhaftigkeit darf nicht geringer sein als für die Struktur erwartet.
- Verzinktes Metall wird verwendet.
5. Spezielle Verfahren
- Sandstrahlen
- Harzgrundierung (Resin Primer)
Wichtiger Hinweis: Methoden wie das mechanische Aufrauen (Hacken) sollten vermieden werden, da sie Mikrorisse erzeugen und die Fuge allgemein schwächen, was zu Haftungsverlust führen kann.
Vorbereitung für die Weiterbetonierung
Die Behandlung der Fuge vor dem Gießen des neuen Betons ist sehr einfach:
- Reinigung: Staub und Schmutz entfernen. Schon kleine Mengen Staub können die Adhäsion um 30 % reduzieren. Die Staubbindung kann durch Ausblasen von Luft oder mit einem Pinsel erfolgen.
- Befeuchtung: Die Oberfläche des alten Betons anfeuchten.
- Gießen: Den neuen Beton gießen, sobald die Oberfläche sichtbar zu trocknen beginnt. Dadurch wird verhindert, dass der alte Beton Wasser aus dem neuen Beton absorbiert. (Anmerkung: Neuere Erkenntnisse zeigen, dass das Feuchthalten der Oberfläche bis zum Gießen den Halt reduzieren kann.)
Die Fortsetzung des Betonierens darf nicht auf gefrorenen Oberflächen erfolgen.
Bei unterstützten Bauteilen und Wänden sollte gewartet werden, bis der Beton nicht mehr plastisch ist, bevor der Balken oder die Platte betoniert wird. Ziel ist es, dass die erste Kontraktion bereits stattgefunden hat und spätere Rissbildung vermieden wird.