Betriebszyklen: Kurzfristiger und langfristiger Zyklus

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Kurzfristiger Betriebszyklus

Der kurzfristige Zyklus beschreibt die Zeitspanne zwischen dem Einkauf von Rohstoffen und der Verwertung durch den Verkauf des Endprodukts eines Unternehmens. Dieser Kreislauf spiegelt die Bewegungen im Umlaufvermögen wider.

Der Zyklus beginnt mit dem Kauf von Rohstoffen. Diese werden in den Produktionsprozess eingeführt, verbleiben als Bestände in der Herstellung und werden schließlich zu fertigen Produkten. Nach dem Verkauf entsteht eine Forderung gegenüber dem Kunden. Der Kreislauf schließt sich, wenn die Rechnung bezahlt wird. Mit diesem Kapital werden neue Waren gekauft und ein neuer Zyklus beginnt.

Unternehmen streben an, den Betriebszyklus so kurz wie möglich zu halten, da dadurch weniger Kapital gebunden ist und die Kosten sinken. Die Dauer dieses Zyklus wird als Reifezeit bezeichnet. Da diese Dauer variiert, wird zur Planung die durchschnittliche Dauer der verschiedenen Zyklen herangezogen.

Langfristiger Zyklus (Anlagevermögen)

Der langfristige Zyklus (Kapitalzyklus) bezieht sich auf die Zeit, die ein Unternehmen benötigt, um sein Anlagevermögen zu erneuern. Im Gegensatz zum kurzfristigen Zyklus müssen hier Mittel über Jahre hinweg durch Abschreibungen angesammelt werden, um das Vermögensgut in der Zukunft ersetzen zu können.

Langfristige Zyklen sollten so effizient wie möglich gestaltet werden, wobei die Dauer oft durch externe Faktoren wie den technologischen Fortschritt beeinflusst wird. Da jedes Anlagegut eine andere Lebensdauer hat, wird hier die mittlere Periode der Erneuerung des Anlagevermögens berechnet.

Durchschnittliche Reifezeit

Die mittlere Reifezeit ist die Zeit, die ein Unternehmen im Durchschnitt benötigt, um eine investierte Währungseinheit (vom Rohstoffeinkauf bis zum Zahlungseingang aus dem Verkauf) wieder zurückzugewinnen. Sie setzt sich aus vier Phasen zusammen:

  • Phase 1: Beschaffung: Einkauf und Lagerung der Rohstoffe.
  • Phase 2: Fabrikation: Transformation der Rohstoffe zu Fertigprodukten.
  • Phase 3: Verkaufsphase: Lagerung und Verkauf der fertigen Produkte.
  • Phase 4: Wiederfindung: Einzug der Forderungen beim Kunden.

Finanzierungsinstrumente und Forderungsmanagement

Da Unternehmen ihren Kunden oft Zahlungsziele einräumen, entstehen Forderungen. Zur Finanzierung stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung:

  • Handelswechsel und Banknoten: Belege für eine Schuld zugunsten des Unternehmens durch Zahlungsstundung.
  • Factoring: Ein Finanzierungsgeschäft, bei dem ein spezialisiertes Unternehmen (der „Faktor“) die Forderungen eines Unternehmens aufkauft, um kurzfristige Liquidität zu schaffen.
  • Handelskredit: Hierbei wird die Bezahlung von Rechnungen durch Lieferanten verschoben. Dies ist oft zinsfrei, da Lieferanten stattdessen Skonti für prompte Zahlungen anbieten.

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