Bevölkerungsverteilung in Spanien: Geschichte und Trends
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Die Verteilung der Bevölkerung in Spanien
Ursprung und Entwicklung der Bevölkerungsverteilung
Der Bevölkerungsschwung des 18. Jahrhunderts konzentrierte sich vor allem auf die Küstengebiete und das Zentrum der Halbinsel. Im 19. Jahrhundert verstärkte sich der Wachstumsunterschied zwischen den zentralen Regionen und den Küstengebieten deutlich. Während die Geburtenraten in den südlichen Regionen und in Galizien sehr hoch waren, begann in Madrid ein massives Wachstum, das bis in die Gegenwart anhält.
Der Zeitraum von 1900 bis 1960 war durch einen starken Anstieg der Gesamtbevölkerung geprägt. Dies führte zu einer Teilung Spaniens in zwei Hauptbereiche:
- Küstenprovinzen: Diese Regionen entwickelten eine zunehmend diversifizierte und reichere Wirtschaft. Besonders ab den späten 1950er-Jahren, nach der Überwindung der Kriegsfolgen, war hier ein ausgeprägtes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen.
- Das Landesinnere: Mit Ausnahme von Provinzen wie Madrid und Zaragoza entwickelten sich hier weitläufige, dünn besiedelte und entvölkerte Flächen.
Demografischer Wandel seit 1970
Seit 1970 verliert Spanien an demografischer Vitalität. Sinkende Geburtenraten und eine zunehmende Überalterung führen dazu, dass sich das Wachstum in weiten Teilen des Landes verlangsamt. Während der Norden Spaniens unter einer schweren Wirtschaftskrise litt und nur schwach wuchs, zeigten andere Regionen ein robustes Wachstum. Trotz Auswanderungsprozessen bewahrten Gemeinschaften wie Andalusien, Murcia und die Kanaren eine positive demografische Dynamik.
Der Wechsel ins 21. Jahrhundert brachte erneut eine starke Zunahme der Bevölkerung. Besonders das Mittelmeergebiet, die Inseln, Madrid und die umliegenden Provinzen stärkten ihre Position durch schnelles Wachstum. Im Gegensatz dazu stagniert der nordwestliche Quadrant aufgrund geringerer sozioökonomischer Dynamik.
Die aktuelle Verteilung der Bevölkerung
In Andalusien, Katalonien, Madrid und Valencia konzentriert sich heute mehr als die Hälfte der spanischen Bevölkerung. Die Bevölkerungsdichte beschreibt dabei das Verhältnis der Einwohnerzahl zur Größe des jeweiligen Gebietes.
Formel zur Berechnung:
Bevölkerungsdichte =
Die durchschnittliche Dichte in Spanien liegt bei 91 Einwohnern/km². Die Unterschiede zwischen den autonomen Regionen und Provinzen sind jedoch enorm:
- Madrid ist die am dichtesten besiedelte Provinz.
- Soria weist die geringste Bevölkerungsdichte auf.
Während im Landesinneren große Gebiete nicht einmal 20 Einwohner/km² erreichen, überschreiten die Küstenregionen in der Regel die Marke von 100 Einwohnern/km². Ballungszentren und Großräume mit dichtem Stadtgefüge liegen oft sogar über 500 Einwohnern/km². Es ist festzustellen, dass das aktuelle Bevölkerungswachstum die bestehenden Unterschiede in der Verteilung und Dichte weiter verschärft.