Die Bibel: Aufbau, Gattungen, Autoren und Evangelien

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Die Bibel – eine kleine Bibliothek

Bibel – die Bibel ist eine Sammlung von Büchern zu verschiedenen Themen. Sie sind vereint dadurch, dass sie alle von der Liebe Gottes sprechen. Quelle – die Bibel beruht auf den Erfahrungen einer Gruppe von Menschen, die Gottes Wirken erlebt haben. Diese Gemeinschaft hat ein Verfahren entwickelt, das typischerweise folgende Schritte beinhaltet: Erleben des Eingreifens Gottes im Leben und in der Geschichte, Aufschreiben dieser Erfahrungen, Reflexion über Ereignisse im Hinblick auf den Glauben und schließlich ihre Weitergabe als Ausdruck des Glaubens an Gott. Diese Geschichten wurden als Geschenk Gottes betrachtet und verbreitet.

Glaube und Schrift

Die Bibel ist der schriftlich festgehaltene Ausdruck eines Glaubens, der aus Erfahrung entstanden ist. Sie dient dazu, das Erlebte nicht zu verlieren und weiterzugeben.

Aufbau: Altes und Neues Testament

Altes Testament – besteht aus 46 Büchern und sammelt die Geschichte Israels von den Anfängen bis zur Geburt Jesu. Neues Testament – besteht aus 27 Büchern: die vier Evangelien über Jesus, die Apostelgeschichte, die Briefe der Apostel an die frühen Gemeinden und die Offenbarung (Apokalypse).

Die Schriften wurden ursprünglich in Hebräisch und Griechisch verfasst, später ins Lateinische übersetzt. Mit der Erfindung der Druckpresse wurden Übersetzungen weit verbreitet und der Bibeltext für viele Menschen lesbar.

Literarische Gattungen in der Bibel

Jede Epoche und jeder Autor erzählt die Geschichte auf seine Weise und wählt den passenden literarischen Stil. Zu den wichtigsten Gattungen gehören:

  • Geschichtsschreibung: Erzählungen bedeutender Ereignisse in der Geschichte Israels.
  • Parabeln und Metaphern: Kurze Geschichten mit moralischer oder religiöser Aussage über Gott und den Menschen.
  • Epos: Legendäre Erzählungen, die Helden und bedeutsame Erfahrungen loben.
  • Mythische Erzählungen: Sprache des Mythos zur Beantwortung großer menschlicher Fragen.
  • Weisheitsliteratur: Sprichwörter und Lebensweisheiten, die das Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringen.
  • Prophetische Schriften: Bücher, in denen Gott zu seinem Volk redet, oft mit dem Ziel, Missstände anzuprangern und Hoffnung zu geben.
  • Epistolarische Briefe: Briefe, die zur Belehrung und zum Austausch von Glauben und Leben in der Gemeinschaft dienten.
  • Apokalyptische Texte: Schriften, die Leid und Verfolgung thematisieren, aber zugleich Hoffnung vermitteln.

Insgesamt erzählt die Bibel die Geschichte des Volkes Israel und seine Beziehung zu Gott über fast zweitausend Jahre hinweg. Sie wurde von verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Absichten verfasst.

Wichtige Gruppen von Autoren

Pentateuch (die fünf Bücher Mose) spiegelt die ersten Erfahrungen Israels in seiner Beziehung zu Gott wider. Chronisten sind Autoren, die die Geschichte Israels aus der Perspektive der Beziehung zu Gott schreiben. Propheten treten oft im Namen Gottes auf, klagen gegen Ungerechtigkeit an, geben Hoffnung und verkünden Gottes Willen. Dichter und Weise drücken Gott in künstlerischer Form aus. Evangelisten sind die vier Verfasser der Evangelien, die über Jesus berichten und an die ersten Gemeinden gerichtet sind. Briefe (epistolarische Schriften) der Apostel an die ersten Gemeinden sind eine wertvolle Quelle für das Leben der frühen Kirche.

Gott, das Volk Israel und große Momente

Die Bibel vermittelt, dass Gott die Menschen liebt und sich in der Schöpfung, in der Geschichte der Menschheit sowie in Freude und Leid zeigt. Das Volk Israel gilt als Zeichen dafür, dass Gott der Menschheit nahe ist. Bedeutende Gestalten und Momente in dieser Geschichte sind Abraham (Gott der Väter), Moses (Gott der Freiheit und Gerechtigkeit), David, Jeremia und Esra, die jeweils besondere Aspekte der Beziehung zu Gott hervorheben.

Das Judentum: Bund, Thora und Praxis

Das Judentum versteht sich als Leben im Bund mit Gott; die Tora steht im Zentrum der religiösen Praxis. Wichtige historische Ereignisse wie der jüdische Aufstand gegen Rom führten zur Zerstörung Jerusalems und zur Zerstreuung (Diaspora) der Juden. Das Judentum ruht weiterhin auf grundlegenden Säulen, darunter:

  • Synagoge – Zentrum für Gebet, Versammlung und Studium.
  • Beschneidung – Zeichen der Zugehörigkeit zum Bund.
  • Sabbat – Zeit zur Besinnung auf Gott und seine Schöpfung; an diesem Tag sollen Juden bestimmte Arbeiten ruhen lassen.

Die Evangelien und ihre Symbole

Markus: Der Überlieferung nach stand Markus in Verbindung mit Petrus; sein Evangelium gilt als das älteste und wurde vermutlich für römische Christen verfasst. Leitgedanke: Das Leben Jesu als Sieg Gottes über das Böse. Symbol: Löwe.

Lukas: Lukas war Arzt und vermutlich heidnischer Herkunft. Sein Evangelium richtet sich an Heidenchristen; für ihn ist Jesus der Retter. Symbol: Stier (Ochse).

Matthäus: Nach traditioneller Auffassung wurde das Matthäusevangelium für Christen mit jüdischem Hintergrund geschrieben; der Autor kannte das soziale und religiöse Umfeld Palästinas gut. Symbol: Engel.

Johannes: Die Urheberschaft ist nicht eindeutig geklärt; man vermutet Traditionen zufolge den Apostel Johannes. Sein Evangelium wurde in einem Kontext jüdisch geprägter Christen verfasst und betont die Göttlichkeit und Menschlichkeit Jesu sowie sein Erlösungswerk am Kreuz. Die Sprache ist stark symbolisch. Symbol: Adler.

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