Bilbao Stadtentwicklung: Von der Altstadt zum modernen Zentrum
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Altstadt: Historischer Kern und Wandel
Eines der Wahrzeichen von Bilbao ist die Altstadt, gelegen in einer Ästuar-Mündung am Nervión-Fluss, nahe dem Seehafen. Sie ist um einen Rasterplan mit einem geschlossenen Rahmen organisiert. Hier vermischten sich ursprünglich Wohn-, Produktions- und Handelsaktivitäten.
Historische Entwicklung der Altstadt
- Im 17. Jahrhundert wurde die Mauer, die die Stadt im 14. Jahrhundert umgab, abgerissen, um Platz für die Straße Ronda zu schaffen.
- Im 18. Jahrhundert förderten neue Gebäude (Plaza Nueva) und Fußgängerzonen (El Arenal) Handel und Handwerk, was zur Erweiterung des ursprünglichen Kerns führte.
- Der ursprüngliche Kern blieb weitgehend unverändert.
- Mit der industriellen Entwicklung im späten 19. Jahrhundert begann sich die Altstadt zu verschlechtern.
- Aufgrund des steigenden Wohnbedarfs erhöhte sich die Gebäudehöhe auf 3–5 Stockwerke, oft unterteilt zur Vermietung. Wohlhabendere Bürger zogen an die Ribera und nach El Arenal.
- Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verschlechterten sich die Zustände der sieben Straßen zunehmend, was zu strukturellen Schäden an den Gebäuden führte. Besitzer verließen die Häuser oder vermieteten sie zu Preisen, die keine moderne Instandhaltung (weder intern noch extern) zuließen. Dennoch blieben die Geschäfte erhalten.
Ensanche: Die Stadterweiterung
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann mit der industriellen und finanziellen Entwicklung die Erweiterung der Stadt. Der Bau der Eisenbahn in diese Richtung leitete das Wachstum ein.
Die Erste Erweiterung (Ensanche)
Der Schwerpunkt lag auf der Plaza de Elíptica, die als optische Nabe diente. Nach der Eingliederung der Gebiete der Pfarreien Deusto und Begona (1924) setzte sich die Expansion fort.
Die Zweite Erweiterung
Diese erreichte die Plaza del Sagrado Corazón. Die gesamte Ebene des Ensanche kombiniert eine zentrische und orthogonale Straßenführung.
Charakteristika des Ensanche
- Erbaut mit breiten Straßen und teuren Gebäuden (Residenzen der Bourgeoisie).
- Hier siedelten sich auch wichtige Finanzinstitute an.
- Es entwickelte sich zum Central Business District (CBD) und zum Wohngebiet der oberen Mittelschicht und Bourgeoisie.
- Seit 1950 war die Bodenbelegung intensiv und konstant; alte Bürgerhäuser wurden durch Hochhäuser, Banken und Lagerhäuser ersetzt.
- Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann die industrielle Transformation der Stadt hin zu einer tertiären Dienstleistungsstadt, bedingt durch die Wirtschaftskrise in Bizkaia ab 1973.
- Als Reaktion auf diese Tertiärisierung trugen das Guggenheim Museum und das Euskalduna erheblich zur Steigerung des kulturellen Angebots Bilbaos bei.
- Die Einführung der Metro und die Fußgängerzone in einigen Bereichen der Expansion (obwohl teilweise in Barakaldo) sind ebenfalls wichtige Entwicklungen.
Die Städtische Peripherie
Während sich die Erweiterung bildete und wuchs, entstanden in verschiedenen Vierteln städtische Hierarchien, in denen Wohn- und Arbeitsklassenfunktionen mit Dienstleistungen (Werkstätten, Garagen, Hallen und kleine Geschäfte) gemischt waren.
Frühe Peripherieviertel
- Anfang des 20. Jahrhunderts prägten zwei Bezirke: Iralabarri, eingeweiht von König Alfons XIII. und als Modell für billige Arbeiterwohnungen gedacht, und die Gartenstadt, erbaut nach hygienischen und naturalistisch-ideologischen Vorstellungen.
- Die Struktur der Nachbarschaften ist sehr vielfältig, von unregelmäßigen Plänen wie Otxarkoaga bis zu regelmäßigen wie San Ignacio. Die Grundstücke sind geschlossen und Grünflächen sind begrenzt.
Periurbane Randgemeinden
Die Gemeinden am Rande des Stadtgebiets wuchsen parallel zur Industrie Bilbaos:
- Linkes Ufer: Überwiegend industrielle, kommerzielle und Wohnfunktionen für mittlere und untere Klassen.
- Rechtes Ufer: Verschiedene Funktionen: Leioa (Industrie, Kultur und Universitätswohnungen), Getxo (Wohnen für mittlere und obere Schichten).
- Südosten: Hauptsächlich industrielle Funktion, manchmal mit landwirtschaftlichen Elementen.
- Asua-Tal: Neben industriellen Standorten ist hier ein wichtiger Dienstleistungssektor angesiedelt: Sondika (Flughafen), Derio (Friedhof).
Schlussfolgerung zur Stadtentwicklung
H4: Morphologie und Topographie
Die Morphologie Bilbaos ist vielfältig und wurde seit seiner Gründung im Jahr 1300 durch Entwicklungsstörungen geprägt. Sie ist stark durch die Topographie bestimmt: ein enges Tal, begrenzt durch die Flüsse Nervión/Ría und die Berge Artxanda und Pagasarri.
H4: Klare Zonierung
Die Stadt weist klar definierte Bereiche auf: Altstadt, Ensanche und Arbeiterviertel. Hinzu kommen die Industriezonen. Das Leben in der Stadt konzentriert sich auf die Achse der Plaza de Elíptica, dem Zentrum des Ensanche, das über dem Gelände des alten Friedhofs von Abando liegt.
H4: Funktionale Vielfalt
Bilbao ist eine Stadt mit vielfältigen Funktionen, die sie zum Zentrum ihrer Umgebung machen – nicht nur maximal, sondern auch extensiv. Diese Transformation wurde maßgeblich durch die Entwicklung zu einem großen Dienstleistungszentrum unterstützt.
H4: Aktuelle Herausforderungen
Das Hauptproblem stellt die reduzierte räumliche Expansion und die Schwierigkeiten des Geländes selbst dar. Dies führte dazu, dass die Gemeinden sowohl rechts (Getxo) als auch links (Barakaldo) eine bedeutende Bevölkerungsdichte und Aktivität aufweisen.