Bildung im Wandel: Von der Druckerpresse zur digitalen Fernlehre

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Bildung heute: Historische Entwicklung und Wirtschaftlicher Einfluss

Historische Entwicklung der Bildung

Grob gesagt, verbinden wir Bildung mit dem Unterricht in dafür gebauten Einrichtungen. Doch vor der Erfindung der Druckerpresse im Jahr 1454 hatten nur bestimmte privilegierte Klassen Zugang zu Kultur und Wissen, da die Anzahl der von Hand kopierten Bücher im Umlauf und deren Verteilung sehr mager war. Von da an stieg die Lesefrequenz in den meisten industrialisierten oder sich entwickelnden Ländern.

Literacy (Alphabetisierung) ermöglicht es uns, besser über das Geschehen in der Welt und unserer unmittelbaren Umgebung informiert zu sein und somit eine größere Auswahl zu haben: mehr Freiheit. Die Schulen und Universitäten sind heute die grundlegenden Achsen der Bildung in modernen Gesellschaften, obwohl es andere Bereiche gibt, in denen ebenfalls Wissen vermittelt wird.

Das Klassische System und der Aufstieg des Fernunterrichts

Bis vor nicht allzu langer Zeit, etwa bis in die sechziger Jahre, dominierte das, was man das klassische System nennen könnte: ein physischer Raum – eine Hochschule oder Schule zum Beispiel – in dem bekannte Lehrer oder Dozenten einigen Schülern programmierten Unterricht in bestimmten Fächern erteilen. Dieses klassische System wurde in den sechziger Jahren durch Fernunterrichtszentren ergänzt, wie zum Beispiel Fernuniversitäten.

Im spanischen Staat war die erste Fernuniversität die UNED (Nationale Fernuniversität), gegründet 1970. Später folgte die UOC (Offene Universität Katalonien), gegründet 1990. Diese Art von Bildungssystem zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  1. Die Studierenden lernen und kommunizieren über das Internet und virtuelle Foren.
  2. Es gibt Online-Campus, die Internet-Portale sind, über die alle notwendigen Informationen für Studierende und Lehrende bereitgestellt werden.
  3. E-Mail und Aufsichtspersonen dienen als grundlegendes Instrument für die Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden.
  4. Digitale Bibliotheken sind die wichtigsten bibliografischen Quellen.
  5. Die Angebote richten sich oft an Personen, die ihre berufliche Laufbahn mit dem Studium vereinbaren wollen.

Bildungssystem und Wirtschaft: Eine Wechselbeziehung

Ab dem späten neunzehnten Jahrhundert führte die Nachfrage nach qualifizierten und vorbereiteten Arbeitskräften für den wachsenden Prozess der Industrialisierung zu einem Anstieg der Einschreibungen. Fertigkeiten und Berufe konnten nicht mehr einfach von Generation zu Generation, vom Vater auf den Sohn, übertragen werden. Kurz gesagt, es war notwendig, die Ausbildung auf die gesamte Bevölkerung auszudehnen. Das von den Unternehmen geforderte Wissen umfasste grundsätzlich Lesen, Schreiben, mathematisches Rechnen und allgemeine Kultur.

Von dieser Zeit an begannen Schulen und Universitäten, neue Generationen von Bürgern und Fachleuten vorzubereiten, die am Leben und der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft beteiligt waren. Wissen und Können sind eng mit der Idee des Wohlstands verbunden, sowohl individuell als auch kollektiv.

Die Debatte: Intellektuelle vs. Unternehmen

In gewissen intellektuellen Kreisen eröffnete sich eine neue Debatte über Bildung. Für Lehrer und Intellektuelle müssen Universitäten und Schulen Bürger und Menschen mit Kultur erziehen, die einen kritischen Blick auf die Welt und die Gesellschaft entwickeln.

Demgegenüber stehen die Unternehmen, die Techniker suchen, die den Herausforderungen der Wirtschaft gewachsen sind, und fordern, dass Schulen ihre Bemühungen nur auf die Ausbildung dieser Fachkräfte konzentrieren. Das Bildungssystem müsse demnach nach den Richtlinien des ökonomischen Systems arbeiten und sich nur auf die Vorbereitung dieser Fachleute fokussieren.

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