Blas de Otero: Existenzielle Lyrik und frühe Werke (1941-1950)
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Erste Stufe: Existenzielle Lyrik bei "Senioren"
Die Poesie von Blas de Otero besitzt eine "Vorgeschichte", die er offenbar nicht gerne thematisiert: einige Gedichte wurden 1941 in Zeitschriften und 1943 (Vier Gedichte, Gedichte in Burgos) veröffentlicht, sowie ein Buch mit dem Titel Spiritual Sonnengesang (1942). Diese frühen Werke zeigten bereits seine einzigartige poetische Begabung, doch der Autor selbst ließ diese biographischen Notizen oft aus Anthologien weg. Er zog es vor, seine Karriere erst ab 1950 zu betrachten.
In den Jahren 1950 und 1951 erschienen zwei seiner wichtigsten Bücher: Angel heftig Stärkung des menschlichen Bewusstseins und Granatäpfel. Beide Werke enthielten Ausnahmen, da sie gesammelte Gedichte enthielten, die zwischen 1945 und 1950 entstanden waren. Jahre später (1958) fasste Otero diese in einem Band mit dem Titel Ancien zusammen (ein Wort, das aus der ersten Silbe des ersten Titels und der letzten Silbe des zweiten Titels gebildet wurde). In diesem Band fügte der Autor mehrere neue Gedichte hinzu, die "fast die ganze Zeit" umspannten.
Thematische Einordnung der frühen Phase
Dámaso Alonso beschrieb Blas de Otero zu dieser Zeit als jemanden, der "in der spanischen Poesie entwurzelt" war, in einem Gedicht, das "unsere gespannten Seile vieler wesentlicher Dinge" enthielt. Wir können daher eine Phase erkennen, die vom "Ich" dominiert wird, mit seinen Problemen und seiner Existenzangst. Innerhalb dieses Zyklus lassen sich jedoch verschiedene thematische Richtungen unterscheiden.
A. Metaphysische Fragen
Zunächst gibt es ein Gedicht, das als "Metaphysik" bezeichnet werden kann. Es stellt Fragen nach dem Sinn der Existenz, der Welt des Menschen und seinem Schicksal. Der Dichter wurzelt in seinem Bewusstsein, Teil einer "wurzellosen Generation" zu sein, was sein Bewusstsein stärkt, dass "der Mensch allein" ist und "lebendig und tödlich" weiß. Zusammen mit diesem Bewusstsein trägt er, ähnlich wie Unamuno, einen Durst nach dem "Ewigen" in sich.
Daher entsteht oft eine religiöse Dichtung, die sich jedoch an einen Gott wendet, der eher dem schrecklichen Gott des Alten Testaments ähnelt: ein begehrter, aber unbegreiflicher Gott, ein Gott, der einer "kraftvollen Stille" gegenübersteht, gegen die sich die Schreie der leidenden, hilflosen Kreatur richten.
Diese trostlose Situation wird später zum Schrei: "Das ist ein Mensch: Schrecken mit beiden Händen." Dies ist eine der vielen Ausdrucksformen der frühen Angst bei Blas de Otero.
B. Liebe als Flucht
Ein zweiter Bereich dieser Bücher umfasst Liebesgedichte (z.B. Blitz berührt kaum den Körper einer Frau... er war, sagte Schatten). Bei Blas de Otero erscheint die Liebe als verzweifeltes Verlangen, das entscheidende Bedeutung erlangt, da sie ein Weg ist, der intensiven Angst zu entkommen, und letztlich als Manifestation seines Durstes nach dem Absoluten. Daher erscheinen Liebe und Religion in dieser Phase eng miteinander verbunden.
C. Soziale Dimension
Drittens finden wir in dieser Phase einen ersten Blick auf "uns". Gedichte wie Lied des Anfangs, Flut, Söhne der Erde, Sand in Frieden, Umfrage etc., thematisieren das Leiden anderer Menschen oder das Leid im Allgemeinen. Im Ersten Gesang heißt es: "Definitiv werde ich für die Menschen singen." Und er singt tatsächlich die Angst und das Elend der Menschen. Allerdings ist das Soziale noch nicht vollständig explizit: Es kombiniert sich immer noch mit einer starken existenziellen Ausrichtung.
Sprachliche Merkmale
Die Sprache von Blas de Otero in diesem Zyklus ist primär gekennzeichnet durch:
- Seine expressive Gewalt.
- Seine Dramatik.
- Seine Spannung.
- Eine erstaunliche stilistische Dichte.