Bodenkunde: Bodenbildung, Horizonte und Agroökosysteme
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Bodenbildende Faktoren und Bodenprofil
- Relief: Die Erdoberfläche beeinflusst die Bewegung des Wassers.
- Zeit: Sie beeinflusst die Bildung, Entwicklung und Evolution eines Bodens.
- Profil: Ein Set aus Horizonten (Schichten mit unterschiedlichen Eigenschaften).
Bodenhorizonte
- Horizont A: Liegt immer an der Oberfläche und weist die höchste biologische Aktivität auf. Hier findet ein Tonverlust statt; es ist ein eluvialer Horizont (ausgewaschene Teilchen).
- Horizont B: Weist einen hohen Tongehalt auf. Er ist illuvial (angereicherte Teilchen).
- Horizont C: Ähnelt dem ursprünglichen Ausgangsmaterial und wird nach und nach durch bodenbildende Faktoren beeinflusst.
Bodenbeschaffenheit
Textur: Der prozentuale Anteil von Sand, Schluff und Ton. Verschiedene Kombinationen ergeben unterschiedliche Bodenarten. Beispiel: Lehm stellt ein Gleichgewicht zwischen den drei Komponenten dar. Die Klassifizierung (z. B. toniger Lehm, schluffig-toniger Lehm) hängt von der dominanten Komponente ab.
Agroökosysteme und Landwirtschaft
Transgene Pflanzen: Pflanzen, in deren Genom stabil ein oder mehrere Gene eingefügt wurden, die dort natürlicherweise fehlen. Diese werden von Generation zu Generation weitergegeben (z. B. Soja).
Agroökosystem: Ein Zwischenstadium zwischen natürlichen und urbanen Ökosystemen. Abiotische Faktoren werden durch den Menschen verbessert, während die biotischen Faktoren primär aus Nutzpflanzen bestehen.
Management und Bodenqualität
Wichtige Aspekte bei der Bewirtschaftung:
- Stoppelmanagement: Stoppeln sind die wichtigste Quelle für organisches Material im Boden.
- Bodenbearbeitungssysteme: Bodenbearbeitung erhöht die Sauerstoffversorgung der Bodenschichten und fördert die Oxidation.
- Fruchtfolgesysteme: Direktsaat schafft ein weniger brandförderndes Milieu.
- Leitungsaktivitäten: Düngung und Bewässerung beeinflussen die Population und Aktivität von Mikroorganismen.
Bodendegradation: Böden, die ihre Fähigkeit zur Erhaltung ihrer physikalischen, chemischen und biologischen Struktur ganz oder teilweise verloren haben.
Humusbildung und Zersetzung
Zur Erhaltung des Humusanteils sind drei Elemente entscheidend: die Fruchtfolge, die Brache (Zeitraum zwischen den Ernten für den Prozess der Humifizierung) sowie die Art der Bewirtschaftung (Nutzungsintensität und Maschineneinsatz).
Prozesse der Zersetzung
Organische Abfälle: Pflanzliche und tierische Gewebe werden durch Mikroorganismen zersetzt.
Humus: Das Ergebnis der Zersetzung in Verbindung mit Bodenmineralien. Eine stabile, dunkle Verbindung ohne Geruch.
Die Verarbeitung organischer Abfälle erfolgt durch:
- Physikalische Aktion: Wasser, Wind, Tiere und Menschen.
- Chemische Aktion: Wasser, Licht, Säure, Temperatur.
- Biochemische Aktion: Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien.
Formung: Die Umwandlung in Mineralstoffe wird als Mineralisierung bezeichnet, die Bildung chemischer Verbindungen (Humus) als Humifizierung. Beide Prozesse laufen gleichzeitig ab und werden durch Faktoren wie Klima, Bodenart, pH-Wert, Niederschlag und das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis beeinflusst (ein höheres Verhältnis verlangsamt die Zersetzung).