Börsencrash 1929 und der New Deal: Die Überwindung der Großen Depression
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Der Börsencrash und die Große Depression (1929)
Bereits im Herbst 1929 war vielen Anlegern bewusst, dass die Aktienkurse wesentlich höher waren als der tatsächliche Wert der Unternehmen und dass diese Entwicklung nicht auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten werden konnte. Das Misstrauen verbreitete sich unter den Investoren.
Der Schwarze Donnerstag
Am 24. Oktober 1929 (dem „Schwarzen Donnerstag“) erfasste eine große Verkaufswelle die New York Stock Exchange. Plötzlich wollte jeder seine Aktien verkaufen, aber niemand wollte kaufen. Die massive Verkaufsflut ließ die Kurse fallen und brach zusammen, was den Börsencrash von 1929 auslöste.
Viele Investoren ruinierten sich, und Panik verbreitete sich unter den Bürgern, die ihr Geld von den Banken abzogen. Die Banken sahen sich gezwungen zu schließen, da ihnen die Mittel fehlten, um die Kredite, die sie an Privatpersonen und Unternehmen vergeben hatten, einzutreiben. Der Börsensturz führte zum Zusammenbruch vieler Banken.
Folgen und globale Ausbreitung
Innerhalb weniger Jahre breitete sich die Börsenkrise auf weite Teile der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft aus, was zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Rezession führte – der Großen Depression.
Angesichts der Überzeugung, dass schwierige Zeiten bevorstanden, sank die Nachfrage. Viele Fabriken schlossen, da sie ihre Produktion nicht mehr verkaufen konnten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg bis 1932 auf 13 Millionen an. Viele Familien stürzten in Armut und waren gezwungen, von öffentlicher Wohltätigkeit zu leben.
Die Krise in den USA verbreitete sich auf den Rest der Welt, da US-Banken Kapital aus europäischen Banken abzogen und US-Unternehmen ihre Investitionen in diesen Ländern reduzierten. Zudem sanken die US-Importe drastisch, wodurch der Welthandel eine schwere Rezession erlitt, was die globale Ausbreitung der Krise begünstigte.
Die Bekämpfung der Krise: Der „New Deal“
Im Jahr 1932, einem der schlimmsten Jahre der Weltwirtschaftskrise, gewann der Demokrat Franklin D. Roosevelt die Präsidentschaftswahlen. Er schlug ein neues Programm zur Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs vor, um das Land aus der Krise zu führen.
Dieses Programm wurde der „New Deal“ (Neuer Kurs/Neustart) genannt. Es befürwortete staatliche Eingriffe zur Wiederbelebung der Wirtschaft, basierend auf keynesianischen Prinzipien.
Wirtschaftliche und soziale Reformen
Der New Deal schlug eine Reihe wirtschaftlicher Maßnahmen vor, um den Preisverfall einzudämmen und die Wirtschaftstätigkeit zu erhöhen:
- Unterstützung für Unternehmen und Beseitigung von Problemen (z. B. Überproduktion).
- Schaffung öffentlicher Unternehmen in Sektoren, in denen private Investitionen fehlten.
- Zerstörung angehäufter landwirtschaftlicher Bestände zur Stabilisierung der Agrarpreise.
Darüber hinaus etablierte der Staat eine Kontrolle über die Banken und verpflichtete sie, Kredite zu niedrigen Zinssätzen zu vergeben. Dies sollte Unternehmern ermöglichen, ihre bestehenden Geschäfte auszubauen oder neue zu gründen.
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Steigerung der Kaufkraft
Diese wirtschaftlichen Reformen wurden von sozialen Reformen begleitet:
- Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit forcierte der Staat einen großen Plan öffentlicher Arbeiten (Straßen, Dämme, Brücken etc.).
- Um die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erhöhen, wurde eine Politik zur Unterstützung der Agrarpreise und eine Lohnerhöhung gefördert, während gleichzeitig die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche reduziert wurde.
Erfolge und das Ende der Krise
Alle diese Maßnahmen führten zu einem Wiederaufleben der US-Wirtschaft und einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Im Jahr 1934 erreichte die Produktivität wieder das Niveau von 1929, und das Volkseinkommen begann nach vier Jahren stetigen Rückgangs wieder zu steigen.
Trotz dieser Verbesserungen wurde die Krise erst mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vollständig überwunden. Die neuen Anforderungen an Rüstung und Versorgung der Alliierten machten die Vereinigten Staaten erneut zum wichtigsten Lieferanten im Krieg, was die Wirtschaft endgültig belebte.