Börsencrash 1929 und die Weltwirtschaftskrise: Ursachen & Folgen

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Börsencrash von 1929: Der Schwarze Donnerstag

Der Zusammenbruch der New York Stock Exchange (NYSE) war der Katalysator für die folgende weltweite Wirtschaftskrise.

Ursachen des Börsencrashs

  • Krise traditioneller Industriezweige: Branchen wie Textil, Kohle, Stahl und Schiffbau sowie die Landwirtschaft litten unter strukturellen Problemen.
  • Sinkende Kaufkraft: Die Branchen, die am stärksten von der Expansion profitiert hatten, erlebten ab 1927 die Folgen sinkender Kaufkraft. Die Situation wurde durch den Kauf von Konsumgütern auf Kredit verschärft.
  • Krise im Bausektor.
  • Spekulationsblase: Zwischen 1927 und dem Frühjahr 1929 stieg der Wert der Aktien an der New Yorker Börse weiter an. Die fragile Situation des Aktienmarktes führte zu einer enormen Spekulationsblase.
  • Kreditfinanzierte Aktienkäufe: Viele Menschen nahmen Kredite auf, um Aktien zu kaufen. Als die Aktienkurse im Frühjahr 1929 zu sinken begannen, stellten die Banken die Kreditvergabe ein.

Die Weltwirtschaftskrise (Große Depression)

Der Zusammenbruch des Aktienmarktes löste eine Krise aus, die als die Große Depression bekannt wurde.

Merkmale der Großen Depression

  • Zerstörung von Zinserträgen, Konsum und Investitionen.
  • Bankenkrisen: Banken brachen zusammen, da die Menschen ihre Ersparnisse abzogen und viele Kredite nicht zurückgezahlt wurden.
  • Industrieller Niedergang und massive Arbeitslosigkeit aufgrund des Einbruchs von Nachfrage und Investitionen.
  • Zahlreiche Arbeitslose verarmten.
  • Die Agrarkrise verschärfte sich, was das Elend weltweit vergrößerte.

Soziale und Wirtschaftliche Konsequenzen

Es wird geschätzt, dass es in der industrialisierten Welt im Jahr 1932 etwa 30 Millionen Arbeitslose gab.

Das Elend und die Angst vor dem Hunger breiteten sich aus und betrafen auch die Mittelschicht. Das Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber der Macht und dem kapitalistischen Wirtschaftssystem führte zu Streiks und Demonstrationen.

Die Angst vor der sogenannten „Roten Gefahr“, da Tausende von Menschen sich dem Kommunismus zuwandten, führte zu einer starken Repression durch die Regierungen.

Wirtschaftspolitische Ansätze gegen die Depression

Es gab zwei Hauptreaktionen auf die Krise:

  1. Deflationäre Politik: Regierungen neigten dazu, den klassischen Liberalismus umzusetzen.
  2. Wirtschaftsprotektionismus: Zum Schutz der heimischen Industrie und Landwirtschaft wurden hohe Barrieren für Importe errichtet.

Der Beginn der Krise führte zur Reduzierung der Weltwirtschaftskonferenz in London, die einen Vorschlag für eine Rückkehr zum Goldstandard und Zölle diskutierte. Das Treffen endete ohne Einigung.

Interventionistische Politiken (Keynesianismus)

John Maynard Keynes schlug eine stärkere staatliche Intervention in die Wirtschaft vor. Verschiedene Länder wählten neue, national unterschiedliche Heilmittel:

USA: Der "New Deal" (1933–1938)

Ein Programm der wirtschaftlichen Intervention zur Bekämpfung der Deflation, Belebung der Wirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen:

  • Sanierung des Bankensystems.
  • Hohe Investitionen in öffentliche Bauten.
  • Versuch, die landwirtschaftliche Produktion zu reduzieren.
  • Förderung großer Unternehmen.
  • Arbeitgeber wurden gezwungen, soziale Verbesserungen zu akzeptieren.
  • Einführung von Alters- und Witwenrenten.

Großbritannien (UK)

Die Wirtschaft sollte durch die Senkung der Zinssätze, die Abwertung des Pfund Sterling und die Stärkung des Protektionismus durch Importzölle wiederbelebt werden. Diese Politik führte zur Verringerung der Arbeitslosigkeit und Steigerung der Produktion.

Frankreich

Versuchte, die Wirtschaft durch erhöhte Kaufkraft der Arbeitnehmer, ein Programm öffentlicher Arbeiten und Steuererhöhungen wiederzubeleben. Diese Maßnahmen waren jedoch ein Misserfolg.

Deutschland

Der Staat übte eine strenge Kontrolle über die Wirtschaft aus. Ziel war es, durch große Investitionen die Autarkie der Wirtschaft zu erreichen. Die Arbeitslosigkeit sank dramatisch.

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