Die Bourbonischen Reformen: Nueva Planta, Zentralisierung und Aufgeklärter Absolutismus
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Die Bourbonen-Dynastie und die Dekrete der Nueva Planta
Der Spanische Erbfolgekrieg und der Friedensschluss
Unter der Herrschaft von Philipp V. wurde Spanien von den österreichisch-englischen Truppen angegriffen. Die spanisch-bourbonische Armee besiegte die alliierten Truppen in der entscheidenden Schlacht von Almansa (1707). Von dieser Zeit an wendete sich der Krieg zugunsten der bourbonischen Interessen.
Die Besetzung Valencias und Aragóns ging einher mit der Annullierung ihrer traditionellen Rechte und Privilegien (Fueros). Das Ende des Erbfolgekrieges wurde durch den Tod Kaiser Leopolds I. markiert, dessen Nachfolger Erzherzog Karl wurde. Um eine Machtkonzentration zu verhindern, wurden Friedensgespräche aufgenommen, die in den Verträgen von Utrecht (1713) und Rastatt (1714) mündeten. Spanien setzte den Krieg bis 1714 fort, als die bourbonischen Truppen Barcelona einnahmen.
Zentralisierung durch die Dekrete der Nueva Planta
Die neue Bourbonen-Dynastie, die sich nicht an die Verpflichtungen ihrer Vorgänger gebunden fühlte, konzentrierte ihre Bemühungen auf die innere Erneuerung und die Durchführung einer tiefgreifenden Staatsreform (neue Regierungsformen). Dies führte zur Einführung der Dekrete der Nueva Planta (Neue Ordnung).
Ziel war die Standardisierung und Umsetzung eines zentralisierten Absolutismus, der ein neues Staatsverständnis etablierte: die Abschaffung der Immunität und die Gleichschaltung der Königreiche unter gleichen Gesetzen und Institutionen, die direkt der Krone unterstellt waren. Diese neue Regierungsform wurde durch die Dekrete der Nueva Planta umgesetzt, wodurch die Regierungen der Königreiche Aragón, Valencia, Mallorca und Katalonien abgeschafft wurden.
Ausnahmen und neue Verwaltung
Als Belohnung für ihre Treue zu Philipp V. behielten nur die Basken und Navarresen ihre traditionellen Rechte. In den übrigen Gebieten wurden die Institutionen nach kastilischem Vorbild, ergänzt durch französische Einflüsse, umgestaltet. Die Statthalter wurden durch Generalkapitäne ersetzt. Die Audiencias (Gerichtshöfe) übernahmen die Justizverwaltung und berieten die Generalkapitäne.
Die Corregidores (Bürgermeister) kontrollierten die lokale Wirtschaft und die gute Regierungsführung. In allen Gebieten wurde das System des Einzigen Beitrags eingeführt, das auf der Erhebung eines festen Betrags für jedes Reich basierte. Zudem wurde die Verwendung der spanischen Sprache in der Verwaltung obligatorisch.
Der Aufgeklärte Absolutismus unter Karl III.
Die Zentralisierung der Gesetze und Verwaltungsreformen gipfelte im Aufgeklärten Absolutismus, insbesondere unter Karl III., der eine Reihe umfassender Reformen durchführte.
Politische und Administrative Neuerungen
- Sekretariate: Die alten Räte wurden durch moderne Sekretariate (Ministerien) für Regierungsangelegenheiten ersetzt.
- Kabinett: Gebildet aus der Versammlung der Sekretäre. Die traditionellen Gerichte verschwanden.
- Regalismus: Die Könige versuchten, die weltliche Macht der Kirche zu verringern. Diese Politik manifestierte sich im Regalismus, der Durchsetzung der königlichen Autorität in religiösen Fragen.
- Jesuitenvertreibung: Eine der Maßnahmen zur Reduzierung des kirchlichen Einflusses war die Vertreibung der Jesuiten (1767) aufgrund ihrer extremen Bindung an Rom.
Fiskalreformen und Wirtschaft
Ziel war die Zentralisierung der Steuererhebung und die Schaffung neuer Einnahmequellen (z. B. die Lotterie).
- Einziger Beitrag und Kataster: Das große steuerliche Projekt war der Einzige Beitrag, der auf einem sicheren statistischen Eigentumsregister jeder Stadt basierte, d. h. auf einem allgemeinen Kataster (Grundbuch).
- Alcabala: Die Bemessungsgrundlage (Alcabala) wurde reformiert.
- Papiergeld: Der Staat begann mit der Ausgabe von königlichen Gutscheinen (Vales Reales), der ersten Form von Papiergeld in Spanien.
- Banco de San Carlos: Zur Kontrolle und Verwaltung dieser Finanzen wurde die Banco de San Carlos gegründet, die erste offizielle Staatsbank.
Das neue Steuersystem wurde erstmals in den Gebieten der Krone von Aragón umgesetzt. Ein Versuch, die Währungen der einzelnen alten Königreiche zu vereinheitlichen, scheiterte jedoch.