Carl Rogers: Humanistische Theorie & Persönlichkeit
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Humanistische Theorie von Carl Rogers
Carl Rogers entwickelte eine humanistische Psychologie, deren Hauptzweck es war, die Persönlichkeit zu verstehen und zu verbessern. Er erkannte, dass das menschliche Verhalten durch folgende Faktoren bedingt ist:
- Die biologische Verfassung
- Soziale Kräfte
- Die Erfahrungen der Vergangenheit
Aber er verteidigte auch die persönliche Freiheit. In der Theorie von C. Rogers ist ein Konzept von entscheidender Bedeutung: Das Selbst (Self). Es ist die Konfiguration konsistent organisierter Wahrnehmungen, Werte und Ideale, die das Bild der eigenen Person formen.
Persönlichkeitsdiagnostik und Bewertung
Die Persönlichkeit ist die Bewertung und Beschreibung individueller Merkmale. Es gibt mehrere Methoden der Persönlichkeitsdiagnostik:
- Direkte Beobachtung: Systematisches Sammeln und Aufzeichnen von Informationen über das Auftreten und die Dauer spontaner Verhaltensweisen einiger Personen.
- Klinisches Interview: Eine Methode, die es uns erlaubt, das subjektive Erleben von Menschen kennenzulernen (häufig in der Psychotherapie eingesetzt).
- Persönlichkeitsfragebögen: Multi-Item-Fragebögen wie der Cattell Personality Questionnaire (16 PF-5), der "Big Five"-Fragebogen oder das Revised NEO Personality Inventory.
- Projektive Tests: Ein Testcharakter, der offen gestaltet ist. Das Subjekt erzählt anhand von Zeichnungen, Tintenflecken, Wörtern oder Objekten seine Geschichten und Interpretationen.
Beispiele hierfür sind der Rorschach-Test (Interpretation von Tintenklecksen) und der Thematische Apperzeptionstest (TAT), der 20 Karten mit zweideutigen Szenen verwendet.
Normale und abnormale Persönlichkeitsstörungen
Man kann nicht immer objektiv zwischen Normalität und Abnormität unterscheiden. Theodore Millon und Roger Davis nannten drei Kriterien zur Unterscheidung von Funktionsstörungen der Person: Eine gestörte Persönlichkeit "weist eine fragile Stabilität oder einen Mangel an Anpassungsfähigkeit auf". Aus adaptiver Sicht ist sie unflexibel – pathologische Verhaltensmuster dominieren das Leben, was zu neuen Problemen und fehlenden Möglichkeiten zur Verbesserung führt.
Die häufigsten Merkmale, die Veränderungen der Persönlichkeit zugeschrieben werden können, sind begrenzte und starre Verhaltensweisen, das Vermeiden neuer Situationen und Lernprozesse sowie emotionale Zerbrechlichkeit in Stresssituationen.
Übersicht der Persönlichkeitsstörungen
- Antisozial: Einzelne Personen, die kalt, hart, gefühllos, ehrgeizig und aggressiv sind; sie weisen eine geringe Frustrationstoleranz auf.
- Narzisstisch: Pompös, selbstgefällig und manipulativ.
- Abhängig: Gelehrig und unselbstständig.
- Histrionisch (marktschreierisch): Oberflächlich, frivol, eigensinnig und ohne Empathie.
- Passiv-aggressiv: Negativistische und ambivalente Persönlichkeit.
- Zwanghaft: Eine Tendenz, die Welt in Bezug auf Regeln, Normen, Hierarchien und Schemata zu ordnen.
- Vermeidend-selbstunsicher: Gefühle von Isolation und Einsamkeit, verbunden mit der Angst vor Ablehnung und Demütigung.
- Schizoid: Unfähigkeit, die Stimmung, Sinne oder Bedürfnisse anderer wahrzunehmen.
- Schizotypisch: Fehlerhaftes Verhalten, das in seinen Aktionen extravagant erscheint.
- Borderline: Impulsive, spontane und unerwartete Krisen.
- Paranoid: Tendenz, immer auf der Hut zu sein und Misstrauen gegenüber anderen zu hegen.