Die Celestina (1499) – Werk, Balladen und Theater

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Die Celestina (1499) — Werk und Bedeutung

La Celestina erschien 1499 zunächst anonym und bestand in der ersten Fassung aus 16 Akten. Später, im Jahr 1502, wurde eine erweiterte Ausgabe mit fünf neuen Akten veröffentlicht; diese Ausgabe trägt den Titel Tragicomedia de Calisto y Melibea und wurde Fernando de Rojas zugeschrieben. Das Werk ist heute vor allem unter dem Namen La Celestina bekannt.

Gattung, Aufbau und Sprache

La Celestina ist überwiegend ein dialogisches Werk. Aufgrund seiner Form wird es unterschiedlich eingeordnet: Für einige handelt es sich um einen Roman, für andere um ein dramatisches Werk; manche sprechen von einem román dialogado. Stilistisch zeichnet es sich durch eine volkstümliche Sprache aus.

Personen und soziale Gruppen

Die Figuren lassen sich grob in zwei soziale Gruppen einteilen: die gehobene Schicht, repräsentiert durch Calisto und Melibea, und die populäre Schicht, zu der etwa die Celestina, Prostituierte und Bedienstete gehören.

Themen

  • Liebe
  • Tod
  • Gier und Selbstsucht
  • Klassenkampf

Balladen: Ursprung und Merkmale

Als alte Balladen bezeichnet man eine Überlieferungsreihe von Balladen, die bis ins späte Mittelalter reicht. Die von diesen Dichtern verfassten romances entwickelten sich weiter zu den neuen Romanzen; neben den alten und neuen Balladen existiert auch eine moderne, mündlich überlieferte Balladentradition.

Der Ursprung der romance lässt sich im späten Mittelalter in der Aufspaltung und Umgestaltung epischer Formen finden. Es entstand zudem eine eigenständige Gattung, die teilweise aus den cantares de gesta hervorging und auf neue dichterische Entwicklungen zurückgeht. Die romance kann als episch-lyrisch bezeichnet werden.

Merkmale der Balladen

  • Verwandtschaft mit dem Volkslied
  • Wiederholungen und Formeln
  • Aufzählungen (Enumerationen)
  • Gegensätze und Epitheta
  • Häufige Dialoge
  • Didaktische Einfachheit

Typologische Einteilung

Balladen und romances werden oft in mehrere Gruppen eingeteilt, z. B.:

  • epische Themen (Grenz- und kastilisch-maurische Stoffe)
  • französisch-romantische Themen
  • episch-lyrische Stoffe
  • rein lyrische Motive

Jorge Manrique — Leben und Werk

Jorge Manrique stammte aus einer einflussreichen kastilischen Familie und widmete sich politisch-militärischen Aufgaben. Sein dichterisches Werk verbindet höfische Liebeslyrik mit Neuerungen, die unter anderem von Petrarca beeinflusst sind.

Sein bekanntestes Werk sind die Coplas por la muerte de su padre (Strophen über den Tod seines Vaters). Diese Elegie machte Jorge Manrique zu einem der wichtigsten Autoren der spanischen Literatur. Die Verse behandeln mittelalterliche Themen und sind als letzte Hommage an den Vater angelegt. Das Gedicht besteht aus Strophen mit gebrochenem Versmaß; sein Stil ist bewusst einfach und eindringlich.

Theater des 15. Jahrhunderts

Das Theater und die literarischen Gattungen des 15. Jahrhunderts umfassen verschiedene Formen:

  • Tänze und die danse macabre: Darstellungen, in denen der Tod alle Menschen — vom Einfachen bis zum Mächtigen — zum Tanz auffordert.
  • Religiöses Theater: Sakrale Aufführungen wie die autos, die häufig beim Fest des Corpus Christi gezeigt wurden.
  • Profanes Theater: Dramatische Darstellungen, die zunehmend auch beim Hof und im Adel aufgeführt wurden; Vorstellungen fanden oft in Palästen statt.
  • Volkstheater: Das Volkstheater beeinflusste wiederum höfische Formen und trug zur Transformation dramatischer Praktiken bei.

In dieser Entwicklung nimmt die Arbeit von Juan del Encina eine herausragende Stellung ein: Er wirkte als Musiker, Dichter, Schauspieler und dramatischer Autor am Hof der Herzöge von Alba und prägte damit das Theater seiner Zeit nachhaltig.

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