Charakteranalyse und Intention in 'La Celestina'

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Die Charaktere in La Celestina

1. La Celestina

Der Charakter der Celestina ist dicht, reichhaltig, lebendig und ausgesprochen realistisch gezeichnet. Ihre Motivationen sind eindeutig:

  • Gier
  • Egoismus
  • Zynismus

Die Figur wird als komplex dargestellt. Einerseits ist sie eine von der anständigen Gesellschaft verurteilte Außenseiterin, die wegen Verbrechen und Heuchelei, wenn nicht gar Hexerei, verurteilt wird. Andererseits erfüllt sie eine wichtige soziale Funktion, indem sie all jene Laster der mittelmäßigen, guten Gesellschaft repräsentiert, die von ihrer List und ihrem Zynismus profitieren. Ihre Gerissenheit dient der Verteidigung ihres Lebens; sie ist ihr einziger Rettungsanker. Der Zynismus ist das Ergebnis einer ständigen Interaktion mit einer falschen und trügerischen Menschheit. Celestinas Rede ist von sprachlichem Reichtum geprägt, da sie die Figur symbolisiert, die über Wissen und kritische Distanz verfügt. Obszönitäten und unanständige Anspielungen sind charakteristisch für ihre Sprache.

2. Calisto

Er tritt häufiger in Erscheinung als Melibea, sein Charakter ist besser ausgearbeitet und mit stärker individualisierten Zügen ausgestattet. Er ist gutaussehend, gepflegt gekleidet, ein Freigeist und ein Verschwender seines Vermögens. Wir sehen Beispiele für seinen schwachen Willen und wie er von seiner Leidenschaft beherrscht wird. Calisto wandelt sich von der Rolle des Liebhabers zum zynisch-schwachen Geliebten, ein Prozess, der mit seinem Tod endet.

3. Melibea

Ihr Charakter ist weniger nuanciert gezeichnet. Ehre und Jungfräulichkeit sind ihre einzigen Güter. Die wenigen Auftritte des jungen Mädchens im Stück entwickeln ihren Charakter jedoch schnell. Sie behält dabei die Funktion der weiblichen psychologischen Tradition bei: gespielte Unwissenheit und Widerstreben bis zum letzten Moment.

4. Die Diener

Pármeno und Sempronio

Pármeno drückt das moralische Empfinden und die Bereitschaft aus, seinem Herrn zu helfen, damit dieser nicht in die Netze der Celestina gerät. Als er jedoch in die Arme von Areúsa fällt, verändert sich sein Charakter und er wird genauso zynisch wie sein Partner.

Sempronio reproduziert die Laster der von ihm bewunderten Celestina:

  • Gier
  • Zynismus
  • Mangel an moralischen Empfindungen

Areúsa und Elicia

Sie erweisen sich als würdige Nachfolgerinnen von Celestina.

5. Die Eltern

Alisa: Sie ist einen ganzen Monat lang nicht in der Lage zu bemerken, dass ihr Haus zum nächtlichen Schauplatz der Liebschaften von Calisto und Melibea geworden ist. Als sie erfährt, was ihre Tochter durchmacht, bricht sie körperlich und moralisch zusammen.

Pleberio: Er erscheint zunächst als traditioneller Lizentiat, entpuppt sich aber später als liebevoller und unkluger Mensch. Als seine Tochter ihm ihre Verfehlungen beichtet, die seine und die Ehre seiner Familie beschmutzen, findet er keine Worte der Empörung oder des Tadels, sondern der Liebe.

Die Intention des Werkes

1. Moralische Absicht

Das Werk verurteilt die „törichte Liebe“ (loco amor). Hinter diesem Pessimismus, der das gesamte Werk durchzieht, vermuten einige Kritiker die Herkunft des Autors als Konvertit jüdischen Glaubens. Es ist eine Kritik an der menschlichen Existenz, die nur von der Gier angetrieben wird.

2. Literarisches Modell

Das Werk ist eine Nachahmung der italienischen humanistischen Komödie des 15. Jahrhunderts, die wiederum auf dem lateinischen Modell der terenzianischen Komödie basiert.

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